Vor der Westkurve

"Träume, die man gerne teilt": FCK-Jungprofi Mika Haas im Rausch des ersten Treffers

Mika Haas ist in Kaiserslautern geboren und hat dort von klein auf das Fußballspielen gelernt. Jetzt hat er gegen Holstein Kiel sein erstes Tor als Profi erzielt.

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Von Autor/in Michael Spindler

Das erste Mal ist immer etwas Besonderes, erst recht in einer Liebesbeziehung. Und als solche kann man das Verhältnis von Mika Haas zum 1. FC Kaiserslautern durchaus bezeichnen. Der gebürtige Lauterer hat schon einige "erste Male" beim FCK erlebt. Vor der Saison 2024/25 bekam er den ersten Profivertrag seiner Karriere, am fünften Spieltag dann sein erster Einsatz in der ersten Mannschaft. In der aktuellen Saison dann am zweiten Spieltag gegen Schalke sein Startelfdebüt und nun am 13. Spieltag gegen Kiel sein erstes Tor bei den Profis.

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"Ich habe mich unglaublich gefreut. Ich weiß immer noch nicht, wie der Ball genau ins Tor gegangen ist. Aber das spielt auch keine Rolle. Tor ist Tor", so der 20-Jährige gegenüber SWR Sport.

Emotionaler Ausnahmezustand nach Torpremiere

Auch Trainer Torsten Lieberknecht kann sich gut in die Lage von Mika Haas versetzen und einschätzen, was in einem jungen Spieler vor sich geht, wenn er erstmals auf dem Betzenberg vor den enthusiastischen Fans ein Tor erzielt. "Das sind Träume, die man gerne teilt mit so einem jungen Mann. Das ist erst recht etwas ganz Besonderes, wenn man aus der Stadt kommt", sagt Lieberknecht zu dem Tor, mit dem Haas das 3:1 für den FCK geschossen hat.

Besonders freut sich Lieberknecht aber auch über die Entwicklung von Haas, der auch zuvor schon ansprechende Leistungen gezeigt hat und als Profi immer besser Fuß fasst. "Er nimmt die 2. Liga immer besser an, auch körperlich. Ich kann nachvollziehen, dass er sich hier jetzt feiern lässt und innerlich lacht, aber auch weint, weil das eben die Träume sind", so das Lob und Verständnis des Trainers für den Jungprofi.

FCK-Eigengewächs mit viel Potential

Natürlich ist ein Werdegang wie der von Mika Haas genau nach dem Geschmack der Fans in Kaiserslautern. Einer mit so viel Stallgeruch, der sich hochgearbeitet hat und der die FCK-DNA in Blut hat wie kaum ein anderer. Mika Haas hat die Pfalz fußballerisch noch nie verlassen, hat in der Jugend bei der TSG Kaiserslautern und in Alsenborn gekickt. Seit 2022 spielte der dann in der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern, erzielte in 38 Spielen neun Tore.

Er ist beim FCK groß geworden und zum U20-Nationalspieler gereift. So einer hat das Potential zum Publikumsliebling und die Zuneigung der Fans nach seinem Tor vom Sonntag lässt ihn weiter wachsen: "Ich habe mich da echt belohnt für meine harte Arbeit. Das war ein unglaubliches Gefühl da vor der Westtribüne, bei dieser Atmosphäre ein Tor zu machen, da sind die Emotionen aus mir herausgesprudelt", beschreibt Haas dem Moment nach seinem Treffer.

Nach Höhenflug am Boden bleiben

Natürlich darf Haas so ein rauschhaftes Erlebnis wie sein Tordebüt in vollen Zügen genießen. Aber danach sollte er wieder im Alltag ankommen. Und da scheint er so geerdet zu sein, dass ihm das auch gelingt. Seine Bewunderung für Mitspieler wie den Dreifachtorschützen vom Sonntag, Naatan Skyttä, oder Toptorjäger Ivan Prtajin, zeigt, dass er sich selbst nicht zu wichtig nimmt und weiß, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht.

Sein Blick richtet sich nun auf das Restprogramm des FCK bis zur Winterpause und da gilt es, gegen vermeintlich „machbare“ Gegner weitere Siege einzufahren. Wer weiß, der FCK könnte nach der Hinrunde auf einem Aufstiegsplatz überwintern. Das würde Mika Haas vermutlich an einen weiteren Traum erinnern, nämlich eines Tages mit dem FCK in der Bundesliga zu spielen. Das wäre mal wieder so ein "erstes Mal", das er gerne erleben würde.