Bundesliga

VfB-Profi Chema - Vom Versprechen in die Zukunft zum Hauptdarsteller?

Mittelfeldspieler Chema hat sich beim VfB Stuttgart vom Perspektivspieler zu einer echten Option entwickelt. In der kommenden Saison ist erneut mit dem 21-Jährigen zu rechnen.

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Von Autor/in Michi Glang

Wie seine Teamkollegen vom VfB Stuttgart schlich Chema am Samstagabend mit hängendem Kopf am Objekt der Begierde - dem DFB-Pokal - vorbei. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Sven Jablonski das Finale abgepfiffen, nachdem die Schwaben dem FC Bayern zu einem 3:0-Erfolg gratulieren mussten.

Chema gehörte zu den Hauptdarstellern. Der junge Spanier stand etwas überraschend für Kapitän Atakan Karazor in der Startelf, der in den Wochen zuvor nicht voll hatte trainieren können. Und Chema machte seine Sache auf der Sechserposition gut: intensiv in den Zweikämpfen, laufstark, diszipliniert.

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Allerdings nur bis zur 55. Minute. Dann leistete sich der 21-Jährige einen folgenschweren Stellungsfehler, den Harry Kane prompt nutzte und zum Führungstreffer einköpfte. Beim zweiten Treffer des Engländers sah Chema vermeintlich wieder nicht gut aus.

Doch bei der unübersichtlichen Defensivordnung der Schwaben wollte der Spanier Kane korrekterweise blocken. Dass der Top-Torjäger den Ball aber um sich herumzog und trocken mit dem rechten Fuß einnetzte, war praktisch nicht zu verteidigen.

Die beiden Aktionen trübten ein wenig das Bild, das Chema am restlichen Abend abgeliefert hatte. So engte der Spanier erfolgreich die Kreise von DFB-Star Jamal Musiala ein, der sich offensiv kaum mal in Szene setzen konnte. An diesem Abend war das ein schwacher Trost, doch Fehler wie vor dem 0:1 werden den U21-Nationalspieler in seiner Entwicklung weiter nach vorne bringen.

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Insgesamt hat Chema beim VfB schon im ersten Jahr sehr viele Spuren hinterlassen. Als Versprechen in die Zukunft war er vor der abgelaufenen Saison für drei Millionen Euro aus der zweiten Mannschaft von Real Madrid an den Neckar gewechselt.

Doch schnell stellte sich heraus, dass man den Jungspund bedenkenlos in der Bundesliga aufs Feld schicken kann. Schon in seinem ersten Spiel erzielte er den 1:0-Siegtreffer gegen Borussia Mönchengladbach - ebenso per Kopf wie am 34. Spieltag beim 2:2 in Frankfurt.

Chema kann mit seinem starken Offensivkopfball perspektivisch mit dafür sorgen, dass der VfB mehr Gefahr durch Standardsituationen entfacht. Gerade einmal acht Treffer gelangen den Schwaben in der abgelaufenen Saison nach ruhenden Bällen. Nur der Hamburger SV und Werder Bremen (jeweils sieben) erzielten noch weniger.

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Chema mit starker Bilanz nach einem Jahr

Insgesamt stehen für Chema nach seinem ersten Jahr 39 Pflichtspieleinsätze mit vier Toren und zwei Assists zu Buche. Das ist sicher mehr, als man von einen "Versprechen in die Zukunft" erwarten darf. Auf Sicht dürfte sich der Spanier zum logischen Herausforderer von Kapitän Karazor aufschwingen. Mit Grischa Prömel, dessen Wechsel nach Stuttgart inzwischen perfekt ist, wird es aber einen weiteren harten Konkurrenten geben. Klar ist: Vorausgesetzt, der VfB hält seinen Kader zusammen, dürfte die Planstelle im defensiven Mittelfeld neben Angelo Stiller mittelfristig die als erste zu besetzende sein.

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Vielleicht wären sie beim VfB aber gar nicht böse, falls Chemas Entwicklung sich nicht allzu rasch vollzieht. Sowohl für diesen als auch den kommenden Sommer soll Real Madrid eine Rückkaufoption für den 21-Jährigen besitzen. Immerhin: 2027 sollen dann bis zu 20 Millionen Euro in die Kasse der Schwaben gespült werden, falls die Königlichen den Mittelfeldakteur zurückbeordern. Der Deal ist also so oder so ein Erfolg für den VfB. In Stuttgart ist die Hoffnung groß, dass Chema bald kein Versprechen für die Zukunft mehr ist, sondern ein Hauptdarsteller in der Gegenwart. In der kommenden Saison dann bereits in der Champions League, der größtmöglichen Bühne im europäischen Fußball.

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Michi Glang
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