DFB-Pokalfinale

Titelverteidiger hat "Blut geleckt" - VfB Stuttgart will den FC Bayern knacken

Der VfB Stuttgart kämpft gegen den FC Bayern um die Titelverteidigung. Vor dem Finale haben Trainer Sebastian Hoeneß und Kapitän Atakan Karazor mit SWR Sport über den großen Tag gesprochen.

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Stand

Von Autor/in Michi Glang

Am Samstagabend trifft der VfB Stuttgart auf den FC Bayern München. Während die Schwaben im vergangenen Jahr gegen Arminia Bielefeld triumphiert hatten, ist es für die Münchner nach sechs Jahren Abstinenz die Rückkehr auf Deutschlands größte Fußball-Bühne - das DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion.

Der VfB geht als Außenseiter ins Spiel, dessen ist sich auch Trainer Hoeneß bewusst. Für den 44-Jährigen ist das aber kein Grund, vor dem Rekordmeister in Ehrfurcht zu erstarren. "Favoriten sind die Bayern, das waren wir letztes Jahr gegen Bielefeld. Die Bayern haben einfach wieder ein herausragendes Jahr gespielt", sagte Hoeneß. "Ich denke, wir haben auch eine richtig gute Bundesliga-Saison gespielt, in der Europa League ebenfalls, obwohl es frühzeitig vorbei war."

Man wolle ein "unangenehmer Herausforderer" sein, so der VfB-Trainer. Nach dem Triumph im vergangenen Jahr habe seine Mannschaft "Blut geleckt". Schließlich sei das Gewinnen von Titeln das Schönste im Fußball. "Danach wirst du süchtig. Und wir werden alle tun, um das wieder zu erreichen."

Stuttgart, Berlin

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Stadion SWR1 Baden-Württemberg

VfB-Trainer Hoeneß fordert Energie

"Wir werden aus dem Gefühl heraus agieren, sehr viel gewinnen zu können. Das muss uns beflügeln und Energie geben", sagte Hoeneß. "Das war letztes Jahr anders. Da war es von der Herangehensweise etwas komplizierter - obwohl wir jetzt gegen die Bayern spielen", sagte Hoeneß. Rein mental werde das Spiel sicher einfacher als das Finale gegen Bielefeld.

Zudem werde die Erfahrung des vergangenen Jahres dem VfB helfen. Er selbst sei zwei Tage vor dem Spiel nicht so angespannt gewesen wie 2025. "Die Anspannung ist jetzt auch da, aber es ist wirklich eine Vorfreude", so Hoeneß. Kapitän Atakan Karazor sagte, die Schwaben seien "gleich euphorisch, gleich motiviert und kämpferisch" nach Berlin zurückgekehrt.

Der VfB residiert im selben Hotel wie im vergangenen Jahr und auch sonst fühlt sich die Rückkehr gut an für die Akteure der Schwaben. Wenn man durchs Stadion laufe, erinnere man sich immer wieder an "kleine Momente" rund um den Triumph 2025, so Karazor: "Das sind einfach Mutmacher, solche Dinge sind schön, solche Dinge nehmen wir mit."

Personalsorgen bei den Bayern: Neuer fehlt

Während der VfB ohne Personalsorgen nach Berlin gereist ist, muss der FC Bayern auf seinen frisch gekürten WM-Keeper Manuel Neuer wegen einer Blessur an der Wade verzichten. Der 40-Jährige wird zwischen den Pfosten von Jonas Urbig vertreten.

Für den VfB spielt die Personalie keine allzu große Rolle. Mit Urbig steht ein erstklassiger Ersatz bereit, eine deutliche Schwächung des Gegners ist nicht anzunehmen. Zumal Urbig auch bei den letzten beiden Spielen gegen den VfB im Tor stand.

VfB kann starke Saison krönen

Die Pokalbilanz spricht eindeutig für den FC Bayern. Von zehn Duellen im Wettbewerb konnten die Münchner neun für sich entscheiden. Auch in der Bundesliga gab es für den VfB gegen den Rekordmeister in den letzten beiden Jahren nichts zu holen: vier Pleiten mit insgesamt 16 Gegentoren.

Das alles aber zählt am Samstagabend nicht mehr, wenn Schiedsrichter Sven Jablonski um 20 Uhr das Endspiel anpfeift. Und der VfB hat allen Grund, mit einer breiten Brust ins Spiel zu gehen. Die Schwaben sind der Titelverteidiger, haben zudem über Platz vier in der Liga schon die Qualifikation für die Champions League sicher. Natürlich seien die Bayern in der Favoritenrolle, so Karazor. "Aber wir sind der VfB Stuttgart. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken."

Hoeneß: VfB braucht gegen FC Bayern "außergewöhnliche Leistung"

Der VfB brauche eine "außergewöhnliche Leistung", um den Pott im Schwabenland zu behalten, sagte Hoeneß auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. "Das ist das, was du immer brauchst gegen die Bayern."

Für Hoeneß, der in der Jugend und für die zweite Mannschaft von Hertha BSC gespielt hat, ist eine Reise nach Berlin immer etwas Besonderes. "Es war ein schöner Moment, das Olympiastadion wiederzusehen. Ich mochte es schon immer. Ich habe ja eine lange Zeit in Berlin gelebt und war öfter im Stadion", sagte der 44-Jährige.

Der VfB-Trainer und sein Team haben große Lust, es erneut mit dem DFB-Pokal im Gepäck zu verlassen, daran lässt Kapitän Karazor keinen Zweifel: "Ganz einfach, wir wollen das Ding wieder nach Stuttgart holen."

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Autor/in
Michi Glang
Michi Glang
Das Interview führte
Désirée Krause