Christian Conteh wechselt zum FCH

Sprinter-Duo auf dem Schlossberg: Conteh-Brüder in Heidenheim wiedervereint

Der 1. FC Heidenheim verpflichtete am Montag (12.01.) mit Christian Conteh von Eintracht Braunschweig den Bruder von FCH-Stürmer Sirlord Conteh. Das 22. Brüderpaar bei einem Bundesligaverein - eine besondere Geschichte.

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Von Autor/in Kersten Eichhorn

Keine Frage, demnächst könnte der 1.FC Heidenheim nicht nur im Fußball, sondern auch in der Leichtathletik glänzen. Mit den beiden Conteh-Brüdern Christian und Sirlord kann Trainer Frank Schmidt auf zwei der sprintstärksten Spieler der Bundesliga bauen. "Seine extreme Schnelligkeit und sein Dribbling passen hervorragend zu unserem Anforderungsprofil,“ sagte auch Holger Sanwald, der Vorstandsvorsitzender des FCH, nach der Verpflichtung von Christian Conteh.

Christian Conteh Topscorer in Braunschweig

Die Heidenheimer holten den Offensivspieler vom Zweitligisten Eintracht Braunschweig und statteten ihn mit einem Vertrag bis 2029 aus. Bei den Niedersachsen begeisterte Christian Conteh aber nicht nur mit Schnelligkeit, Wendigkeit und Dribbelstärke, sondern auch als produktiver Angreifer vor dem gegnerischen Gehäuse: Mit vier Treffern und vier Vorlagen war der 26-Jährige in der laufenden Saison der Topscorer in Braunschweig. Und mit exakt gemessen 36,12 Kilometern in der Stunde war Christian in der Vorrunde nach Schalkes Bryan Lasme der zweitschnellste Spieler der 2. Liga.

Blitzschnell und wendig - diese Attribute treffen haargenau auch auf den drei Jahre älteren Sirlord Conteh zu. Der Bruder von Neuzugang Christian Conteh spielt bereits seit eineinhalb Jahren auf dem Heidenheimer Schlossberg, kam im Sommer 2024 ebenfalls von einem Zweitligisten, vom SC Paderborn ins Brenztal. Dank seiner Geschwindigkeit gilt "Sisi" als exzellenter Konterspieler und wird von Frank Schmidt deshalb gerne auch als Joker eingesetzt.

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Sirlord war 2024 der schnellste Spieler der Bundesliga

Apropos Schnelligkeit: Mit unglaublichen 36,82 Kilometern pro Stunde erreichte Sirlord Conteh am 7. Dezember 2024 zwischenzeitlich in der Bundesliga sogar einen neuen Rekordwert in Sachen Sprint. Inzwischen hat ihn zwar Jean-Matteo Bahoya im Frankfurter Trikot als Geschwindigkeits-Spitzenreiter abgelöst, er durchbrach mit 37,16 km/h die 37er-Schallmauer, der Heidenheimer steht aber immer noch an Nummer zwei der Bundesliga-Geschichte.

Hamburg und St. Pauli der Ausgangspunkt der beiden Profikarrieren

Jetzt also sind die beiden flotten Brüder mit ghanaischen Wurzeln beim 1.FC Heidenheim fußballerisch wiedervereint. Die Contehs sind übrigens das 22. Brüderpaar, das (nicht unbedingt gemeinsam) beim selben Bundesligaverein spielt.

Karlheinz Förster (re.) und sein Bruder Bernd Förster (beide Stuttgart) im Jahr 1985
Karlheinz Förster (re.) und sein Bruder Bernd Förster spielten beide in der Bundesliga für den VfB Stuttgart. Während Bernd seine Karriere im Alter von 30 Jahren aufgrund einer schweren Knieverletzung beenden musste, wechselte sein zwei Jahre jüngerer Bruder zu Olympique Marseille nach Frankreich. Bild in Detailansicht öffnen
Die Brüder Michael und Karl Heinz Rummenigge (beide FC Bayern München) im Jahr 1983
Michael (li.)und Karl-Heinz Rummenigge: Zwei Legenden des FC Bayern München. Während Karl-Heinz nach seiner Karriere viele Jahre Vorstandsvorsitzender des FCB war, zog sich Michael nach seinem Karriereende aus dem Profisport zurück. Bild in Detailansicht öffnen
Dennis und Niclas Weiland
Dennis (li.) und Niclas Weiland haben insgesamt fünf gemeinsame Jahre bei Mainz 05 verbracht. Niclas beendete nach Mainz seine Karriere, während sein jüngerer Bruder noch zwei weitere Jahre im Profifußball tätig war. Bild in Detailansicht öffnen
Niko und Robert Kovac
Die beruflichen Wege der Kovac-Büder kreuzten sich schon einige Male. 1997 spielten Niko und Robert gemeinsam bei Bayer 04 Leverkusen. Beim FC Bayern trafen sich die Brüder zwei Jahre später erneut. Aber nicht nur als Spieler, sonder auch als Trainer stehen sie zusammen neben dem Platz. Niko Kovac agiert seit Jahren als Chefcoach, aktuell beim BVB. Bruder Robert übernimmt jeweils die Rolle als Co-Trainer. Sie arbeiteten zusammen bereitss auf einigen Stationen. Bild in Detailansicht öffnen
Lars und Sven Bender Leverkusen
Insagesamt 57 Partien bestritten die Bender-Brüder zusammen bei Bayer 04 Leverkusen. 2017 wechselte Sven (li.) von Borussia Dortmund zur Werkself. Zusammen hängten Sven und Lars 2021 ihre Fußballschuhe an den Nagel. Bild in Detailansicht öffnen


Zum Werdegang der Contehs: Beide wurden in Hamburg geboren, beide durchliefen in ihrer Jugend- und Juniorenzeit verschiedene kleinere Vereine im Hamburger Fußballbezirk, ehe sie als Jungtalente beim FC St. Pauli landeten. Dort spielten die beiden Brüder von 2018 bis 2019 gemeinsam für St. Pauli II in der Regionalliga Nord.

Über die 2. Liga in die Bundesliga

Den Schliff für die Bundesliga holten sich die Brüder danach allerdings an anderen Stationen. Sirlord landete über Drittligist Magdeburg (2019 - 2022) und zwei Saisons im Trikot von Zweitligist Paderborn beim FCH in der Bundesliga.

Bruder Christian wiederum zog es nach seiner Zeit am Millerntor 2020 zum niederländischen Traditionsklub Feyenoord Rotterdam, von wo er nach Sandhausen, Dordrecht und Dresden ausgeliehen wurde. Der nachhaltige Durchbruch im deutschen Profifußball gelang ihm schließlich 2023/24 beim VfL Osnabrück und seit 2024 bei Eintracht Braunschweig in der 2. Liga.

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Bevorzugte Position der beiden Contehs: Der rechte Flügel

Jetzt also wollen die Contehs gemeinsam dafür sorgen, dass der 1.FC Heidenheim den Klassenerhalt und damit auch ein viertes Jahr Bundesliga schafft. Die zwei Angreifer spielen bevorzugt auf dem rechten Flügel, Neuzugang Christian überzeugte zuletzt in Braunschweig aber auch im offensiven Mittelfeld. Sirlord ist nach einer längeren Verletzungspause wegen einer Knie-OP inzwischen wieder top-fit und stand zuletzt beim 2:2 gegen den 1.FC Köln wieder in der Startelf.

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Christians Vorfreude auf das Zusammenspiel

Bruder Christian, Heidenheims Neuer, will jetzt schnellstmöglich den Sprung ins Bundesligateam des FCH schaffen und freut sich auf das Zusammenspiel mit dem großen Bruder: "Der Verein ist mir natürlich durch ihn bestens bekannt. Mit meinem Bruder künftig in der Bundesliga zusammenspielen zu dürfen, wird natürlich etwas ganz Besonderes".

Und wer weiß, vielleicht knackt ja einer der beiden sprintstarken Conteh-Brüder demnächst erneut auch den Geschwindigkeitsrekord in der Bundesliga. 37,16 Kilometer in der Stunde sind geboten.

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Kersten Eichhorn