Zwei Zähler verloren oder einen Punkt gewonnen. Obwohl sein Team bei Fortuna Düsseldorf erst spät den 1:1-Ausgleich kassiert hatte und sich mit einem Remis begnügen musste, war für Trainer Torsten Lieberknecht vom 1. FC Kaiserslautern das Fazit klar. "Es war ein Top-Auswärtsspiel von uns. Wir waren die spielbestimmende Mannschaft - bis auf die Schlussphase", resümierte der FCK-Coach im ARD-Interview.
FCK-Trainer Torsten Lieberknecht: "Aus dem Tritt gebracht"
"Wir haben dem Gegner keine Möglichkeit gegeben, strukturiert aufzubauen. Wir waren sehr präsent in den Zweikämpfen, hatten viele Balleroberungen, hätten aber Kontersituationen mit mehr Ruhe ausspielen müssen", führte der 52-Jährige aus. "Die lange Pause nach dem vermeintlichen 2:0 hat uns aus dem Tritt gebracht. Das war eine Katastrophe. Wenn eine Überprüfung so lange dauert, ist es echt schwierig."
Lange Unterbrechung nach VAR-Entscheidung
In einer umkämpften Zweitligapartie hatte Luca Sirch die Führung für die Pfälzer per Freistoß erzielt (55. Minute). Ein vermeintliches 2:0 nur drei Minuten später kassierte Schiedsrichter Lars Erbst nach einer VAR-Entscheidung wieder ein - FCK-Torjäger Ivan Prtajin hatte im Abseits gestanden. Allerdings dauerte die Überprüfung knapp fünf Minuten - und dann fiel auch noch das Mikrofon des Referees aus, so dass seine Begründung nicht zu hören war. Der eingewechselte Sima Suso traf schließlich zum späten Ausgleich für die Fortuna (84.) - ebenfalls per Traumtor.
Fußball | 2. Bundesliga Sirchs Traumfreistoß reicht nicht: FCK mit Remis bei Fortuna Düsseldorf
Der 1. FC Kaiserslautern bleibt in der 2. Liga im erweiterten Verfolgerfeld. Am elften Spieltag spielten die Pfälzer bei Fortuna Düsseldorf Unentschieden.
Auch Torschütze Sirch haderte mit der langen Entscheidungsfindung durch den VAR. "Letzte Woche (beim 1:1 gegen Nürnberg, Anm. d. Red.) ist die Technik ausgefallen beim Abseits, jetzt wieder. Man steckt da so viel Geld rein und dann fällt sie zweimal hintereinander aus", monierte der Defensivspieler. "Jetzt ist es halt so - da kann man natürlich nichts machen."
Luca Sirch: "Wir ärgern uns"
Sirch ärgerte sich noch lange nach Schlusspfiff über das Remis. "Es war einfach auch mehr drin", sagte er. "Im Endeffekt ist das Ergebnis gerecht, aber wir ärgern uns trotzdem. Wobei man mit einem Unentschieden in Düsseldorf schon leben kann."
Und auch Lieberknechts Fazit fiel - trotz des Lobs für seine Mannschaft - gemischt aus. "Wir sind sehr enttäuscht, ich bin sehr enttäuscht. Wir hätten einen Dreier holen können", sagte der Coach. "Aber wenn du 1:0 führst und nicht den zweiten Treffer machst, dann kann das immer passieren. Das ist sehr ärgerlich, weil wir einen hohen Aufwand betrieben haben heute."