Nach Remis gegen Eintracht Frankfurt

Das sind die Heidenheimer Mutmacher im Tabellenkeller

Der 1. FC Heidenheim ist trotz des Remis gegen Eintracht Frankfurt ans Tabellenende abgerutscht. Und doch gibt es Gründe, warum die Partie Mut machen kann.

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Von Autor/in Ann-Kathrin Rose

Als Frank Schmidt am Samstagabend um kurz vor 18 Uhr in der Interviewzone des Heidenheimer Stadions den Reißverschluss seiner Jacke noch ein klein wenig mehr schließt, wirkt der Trainer gelöst, fast ein bisschen erleichtert. Denn das Remis gegen Eintracht Frankfurt dürfte sich für den FCH-Coach angefühlt haben, wie der nächste Schritt - zwar nicht tabellarisch, denn da sind die Heidenheimer durch den Sieg von Borussia Mönchengladbach an das Tabellenende abgerutscht, dafür aber sportlich und fußballerisch.

Komplimente vom Coach

"Ich bin mit meiner Mannschaft zufrieden. Aus unserer Situation in der Woche so rauszukommen und so ein Spiel zu machen. Ich glaube, da kann man Komplimente verteilen", sagt Schmidt gegenüber SWR Sport. "Auch wenn wir nur den Punkt geholt haben und es uns nicht gelungen ist, uns mit einem Dreier noch mehr Luft zu verschaffen." Dass er an diesem Nachmittag gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Frankfurt auch vieles gesehen hat, was Mut machen dürfte - dem Coach und den Heidenheimer Fans auf der Tribüne - sorgt dafür, dass Schmidt im Gespräch die Schultern strafft und lächelt.

Dabei hat der Trainer viele Anhänger schon vor dem Anpfiff überrascht: Die Aufstellung, erneut mit zwei Stürmern, auch gegen die offensivstarken Frankfurter hatten viele von ihnen als mutig bewertet und dabei auch gemerkt, dass Schmidt einmal mehr Wort gehalten und sich treu geblieben war. "Mehr Mut und Entschlossenheit" hatte der Coach schließlich vor der Partie angekündigt und damit nach der zumindest in der ersten Halbzeit erschreckend schwachen Leistung bei der Niederlage in Hoffenheim in der vergangenen Woche versucht, sprachlich ein Ausrufezeichen zu setzen.

Mit Mut zum Erfolg?

Wie mutig die Heidenheimer die Partie tatsächlich angingen, schien auch die Eintracht zu überraschen. Der FCH stand nicht etwa tief und agierte passiv, sondern versuchte Frankfurt über die Außen unter Druck zu setzen. Das Schmidt-Team schaffte es zudem immer wieder eine der Eintracht-Stärken zu spiegeln: lange Bälle hinter die Kette etwa spielten die Heidenheimer. Frankfurts Top-Stürmer Jonathan Burkhardt, der bei seiner Mannschaft sonst eben genau da lauert, um die präzisen Zuspiele entgegenzunehmen, konnte das erst einmal nur von der Bank aus betrachten.

Von dort sah der Ex-Mainzer auch die Heidenheimer Führung – ein Angriff, der anders als in den vergangenen Wochen so oft, konsequent zu Ende gespielt und von Budu Zivzivadze zum 1:0 vollendet worden war (32. Minute).

Mehr Meter, mehr Punkte

"In der ersten Halbzeit haben wir uns die Führung verdient. In der zweiten Halbzeit war klar, dass Frankfurt uns mit den Qualitäten vor Probleme stellen kann", so Schmidt. Das tat die Eintracht – die personell von der Bank Spieler wie Burkardt oder Mario Götze brachte und damit nicht nur fußballerische Qualität, sondern auch Ballbesitzanteile in die Höhe schraubte.

Und doch dürfte das Spiel den Heidenheimern - nicht nur wegen des Punktes - Mut machen. Die Mannschaft von Trainer Schmidt war physisch präsent und zeigte jene Stärken, die den FCH etwa in der ersten Bundesliga-Saison so stark gemacht haben. So liefen die Heidenheimer allein vier Kilometer mehr als noch in der Vorwoche in Hoffenheim, gewannen deutlich mehr Zweikämpfe und setzten ihre zarte Heimserie fort. Im heimischen Stadion kassierte Schmidts Elf in den vergangenen drei Heimspielen keine Niederlage. Der FCH holte in diesem Zeitraum einen Sieg und zwei Unentschieden.

Nächster Stopp: Leverkusen

Mit diesen Mutmachern im Gepäck geht es nun nach Leverkusen. "Mit der Einstellung und mit der Art und Weise Fußball zu spielen, glaube ich, können wir aus den Spielen schon was holen", sagt Schmidt mit Blick auf die kommenden Wochen. Vor der Winterpause will er mit seinem Team noch wichtige Punkte holen.

Das Ziel bleibt der Klassenerhalt. Der Blick auf die Tabelle, er ist für Schmidt aber vor allem zu einem Zeitpunkt bedeutend: "Es gibt ein Datum, da ist es wichtig: Das ist am Ende der Saison."