Nur drei Punkte aus drei Spielen: Den Auftakt in die Zweitliga-Saison hatten sich die Fans des 1. FC Kaiserslautern anders vorgestellt. So verließen die Anhänger am vergangenen Wochenende nach der 1:2-Niederlage bei der SV Elversberg reichlich bedröppelt die Arena.
Was viele nach dem Spiel ärgerte, war weniger der späte Siegtreffer der Saarländer, sondern vielmehr die Art und Weise, mit der die Pfälzer beim Fast-Nachbarschaftsduell aufgetreten waren. "Vielleicht hilft ein Tritt in den Hintern", sagte Britta Loney vom Fanclub "Wir sind Betze" im Gespräch mit SWR Sport. Jürgen Götze "erwartet von der Mannschaft eine Trotzreaktion". Es sei einfach zu wenig gewesen, um in der zweiten Liga bestehen.
Das hatten auch die Spieler nach dem Abpfiff so gesehen. "Unfassbar schlecht" sei die Leistung gewesen, stellte Neuzugang Semih Sahin, in der Vorsaison noch für Elversberg aktiv, im Sportschau-Interview fest: "Wir hatten den Gegner gut analysiert. Aber was wir uns vorgenommen haben, haben wir unfassbar schlecht umgesetzt."
Erste Unruhe rund um den FCK
Bei einem Traditionsklub wie dem FCK wird nach es einem solchen Saisonstart schnell unruhig. In Internetforen und den sozialen Medien fordern erste Stimmen bereits Torsten Lieberknechts Ablösung, es bleiben jedoch Einzelmeinungen. Der Großteil der Fans hat einen deutlich differenzierten Blick auf das Geschehen.
"Es wird heute viel zu schnell entlassen. Ich würde ihm noch einige Spiele die Chance geben", sagte Anhänger Manfred Blauth und hofft auf eine baldige Leistungssteigerung des Mannschaft. Timo Neuhäuser erinnert an die sportlichen Erfolge des FCK-Coaches beim kommenden Gegner: "Torsten Lieberknecht hat es in Darmstadt geschafft aufzusteigen. Warum soll er es hier nicht schaffen, vorwärts zu kommen? Man muss ihm einfach die Zeit lassen."
FCK trifft bisher nur vom Punkt
Lieberknecht selbst hatte nach dem Spiel in Elversberg im Gespräch mit SWR Sport eine "sachliche Analyse" angekündigt. Für die Phasen in Ballbesitz wünsche er sich ein "befreiteres Fußballspielen" als in den ersten Partien bei Hannover 96, gegen Schalke 04 und in Elversberg.
Bei allem Kredit für den Trainer: Der FCK wird sich in den kommenden Wochen deutlich steigern müssen, um das angepeilte Saisonziel (besser als Platz sieben im Vorjahr) nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren. Mit dem SV Darmstadt 98 gastiert am Sonntag (31.08.2025, ab 13:30 Uhr im Liveticker und Audiostream auf sportschau.de) aber ein ganz dicker Brocken auf dem Betzenberg. Die Lilien haben bereits sieben Punkte auf dem Konto und stehen auf Platz zwei.
Beim FCK läuft dagegen vor allem in der Offensive bislang nicht allzu viel zusammen. Die bisher einzigen Saisontreffer wurden beide per Elfmeter erzielt. In Elversberg mussten mit Ivan Prtajin und Daniel Hanslik gleich zwei Angreifer verletzungsbedingt passen. Nicht zuletzt deshalb blieb der FCK im Saarland in der Offensive harmlos. Einzig Marlon Ritter sorgte mit einigen Standards für Gefahr.
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FCK will gegen Darmstadt "da sein"
Das Spiel gegen Darmstadt ist für die Roten Teufel auch deshalb so wichtig, weil anschließend bereits die erste Länderspielpause der Saison ansteht. Die Art und Weise, wie der FCK gegen den Tabellenzweiten auftritt, wird also das Stimmungsbild für zwei Wochen prägen.
Andererseits verschafft die Pause Lieberknecht und seinem Team die Möglichkeit, die bisherigen Defizite aufzuarbeiten und an dringend benötigten Abläufen in der Offensive zu feilen. Doch schon gegen Darmstadt soll eine deutliche Steigerung her - und Zählbares. "Wir wollen das Spiel gewinnen", sagte Lieberknecht. Sein Ex-Club Darmstadt sei gut drauf, aber: "Schalke 04 war auch gut drauf, als sie hierher gekommen sind. Sie waren auch mit einem Erfolgserlebnis gestartet, aber wir konnten es für uns gestalten. Wir werden da sein."