Fußball | 2. Bundesliga

"Unfassbar schlecht", "ideenlos" - FCK geht in Elversberg leer aus

Der FCK bleibt beim Gastspiel in Elversberg vieles schuldig. Zur fehlenden Durchschlagskraft kommen folgenschwere Fehler.

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Von Autor/in Michi Glang

Der 1. FC Kaiserslautern hat auch das zweite Auswärtsspiel der Saison verloren. Bei der SV Elversberg musste sich der Zweitligist mit 1:2 (0:1). Luca Schnellbacher brachte die SVE kurz vor der Pause in Führung (43. Minute). Richmond Tachie sorgte per Elfmeter für den Ausgleich (79.). In der Schlussminute erzielte Frederik Schmahl den Siegtreffer für die Gastgeber. Die Roten Teufel haben nach drei Spieltagen lediglich drei Punkte auf dem Konto.

"Das war einfach nicht gut. Wir haben ein unfassbar schlechtes Spiel gemacht. Wir wussten, dass es unangenehm ist, hier zu spielen", sagte FCK-Profi Semih Sahin im Sportschau-Interview, der in der vergangenen Saison selbst noch für die Saarländer aufgelaufen war. "Wir hatten den Gegner gut analysiert. Aber was wir uns vorgenommen haben, haben wir unfassbar schlecht umgesetzt."

Etwas weniger schonungslos fiel das Fazit von FCK-Trainer Torsten Lieberknecht aus. "Wir haben gerade in der ersten Halbzeit vieles vermissen lassen. Mut, höher zu verteidigen, aggressiver zu sein", sagte der 52-Jährige. "Mit Ball haben wir nur stückweise eine Lösung gefunden, mal nach vorne zu kommen."

Folgenschwerer Fehler des FCK

Verlassen konnten sich die Roten Teufel zunächst einmal mehr auf ihren Keeper. So rettete Julian Krahl gegen die frei vor ihm auftauchenden Tom Zimmerschied und Lasse Günther. Der FCK selbst agierte zwar mit viel Elan, große Chancen verzeichneten die Pfälzer aber vorerst nicht. Gefährlich wurde es lediglich bei einem Freistoß von Marlon Ritter, dessen Flatterball SVE-Keeper Nicolas Kristof zur Ecke klärte.

Ein kapitales Missverständnis brachte den FCK dann in Rückstand. Krahl wollte Maxwell Gyamfi anspielen, der damit jedoch nicht gerechnet hatte. Luca Schnellbacher spritzte dazwischen, spielte Doppelpass mit Bambase Conté und schob den Ball ins Tor (43.). "Es war eine Frage der Zeit, bis wir ein Gegentor bekommen", sagte Sahin. Immerhin: Der Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Florian Exner rettete die Pfälzer ohne einen weiteren Gegentreffer in die Kabine.

FCK mit mehr Druck aus der Kabine

Der FCK zeigte sich im zweiten Abschnitt präsenter. Gefahr kam weiterhin vor allem nach Standards von Ritter auf: Eine Hereingabe setzte Fabian Kunze aus Abseitsposition übers Tor (52.), Ritters direkten Versuch parierte Kristof (55.). Der Wille war dem FCK nicht abzusprechen - weder in den Zweikämpfen noch im Drang in der Offensive. Doch spätestens im letzten Drittel fehlten dem Offensivspiel der Roten Teufel die zündenden Ideen.

Aufregung gab es dann in der 76. Minute. Einen Eckball des eingewechselten Tobias Raschl köpfte Faride Alidou übers Tor. Weil er dabei aber voll von Keeper Kristof abgeräumt wurde, schickte der Videoschiedsrichter Exner an den Bildschirm, der nach kurzem Bildstudium auf Elfmeter für den FCK entschied. Der ebenfalls eingewechselte Richmond Tachie übernahm die Verantwortung und traf sicher zum Ausgleich.

Fast wäre es für die Gäste noch besser gekommen: Dickson Abiama, auch neu in der Partie, bediente kurz darauf Tachie, der aber an Kristof scheiterte (82.) Stattdessen jubelten am Ende die Elversberger. Krahl konnte einen Kopfball des völlig freistehenden Carlo Sickinger noch stark parieren, den Abpraller drückte Schmahl aus kurzer Distanz über die Linie.

FCK-Offensivspieler fallen aus

Nach dem Abpfiff gab es lange Gesichter bei den Pfälzern. Vor allem die mangelnde Torgefahr aus dem Spiel heraus ist ein Kritikpunkt. "Mit Ball waren wir wie in den anderen Spielen auch ideenlos, hatten keine Lösungen. Obwohl wir die Möglichkeit hatten, hintenraus zu spielen", analysierte Sahin deutlich. "Eigentlich haben wir die Spieler dafür, aber wir kriegen es einfach nicht auf den Platz. Das muss man ganz klar so sagen."

Zwei Tore hat der FCK in dieser Saison bislang erzielt, beide vom Elfmeterpunkt. Aus dem Spiel heraus mangelt es bislang stark an Torgefahr. Da war es gegen Elversberg gleich doppelt bitter, dass mit Ivan Prtajin und Daniel Hanslik zwei Angreifer verletzt passen mussten. Klar ist: In der Offensive wird sich beim FCK noch vieles finden müssen.

FCK gegen die Lilien

Am kommenden Spieltag erwartet den FCK erneut eine schwere Aufgabe. Am Sonntag (31. August) empfangen die Roten Teufel den SV Darmstadt 98. Der Ex-Klub von FCK-Trainer Lieberknecht hat mit sechs Punkten aus zwei Spielen einen perfekten Saisonstart hingelegt.