Feyenoord Rotterdam, AC Florenz, Bröndby IF und zuletzt RB Salzburg: Die letzten Stationen von Jacob Rasmussen klingen so gar nicht nach einem typischen FCK-Neuzugang der letzten Jahre. Und doch hat der dänische Innenverteidiger im Wintertransferfenster den Weg an den Betzenberg gefunden.
So freute sich Sportdirektor Marcel Klos bei der Verpflichtung Ende Januar über "einen Spieler, der uns mit seinen Qualitäten weiterentwickeln kann. Dazu zählen seine Kopfballstärke und seine Spielintelligenz". Zudem verfüge er über "Erfahrung im internationalen Bereich über eine starke Mentalität und Führungsqualitäten auf und neben dem Platz".
Rasmussen noch ohne Punktgewinn mit dem FCK
Es waren warme Worte für einen Profi, der in der Tat schon eine Menge gesehen hat im europäischen Fußball. Sein Start beim FCK ging derweil daneben. Nach seinem Acht-Minuten-Debüt beim 1:3 gegen die SV Elversberg stand der 28-Jährige gegen Darmstadt 98 erstmals in der Startelf und spielte 90 Minuten durch. Das Ergebnis ist bekannt: Mit dem 0:4 kassierten die Roten Teufel nach einer indiskutablen Leistung eine ordentliche Packung.
Daran hatte auch Rasmussen seinen Anteil, der bei gleich zwei Gegentreffern keine gute Figur abgab. Entsprechend enttäuscht zeigte sich der Innenverteidiger im Interview mit SWR Sport. "Das war überhaupt nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben einfache Fehler gemacht, individuelle Fehler. Und dann ist es einfach schwierig im Fußball", so Rasmussen.
FCK hat Klatsche in Darmstadt abgehakt
Der Auftritt bei den Lilien hatte für viel harsche Kritik von Teilen der FCK-Fans gesorgt. Damit müsse man als Profi umgehen können, meinte Rasmussen. Auch, wenn das für erfahrene Profis wohl einfacher sei als für junge Spieler. Grundsätzlich hat er aber Verständnis für den Unmut: "Wenn du Scheiße lieferst, musst du dir das halt ein paar Mal anhören."
Der Samstagabend von Darmstadt ist mittlerweile abgehakt. Nach einer laut Trainer Torsten Lieberknecht sehr deutlichen Aussprache am Sonntag, wird der Fokus auf dem Betzenberg wieder nach vorne gerichtet. Völlig richtig, so Rasmussen, schließlich kenne jeder Fußballer das Gefühl einer klaren Niederlage: "Es ist wichtig, dass wir uns nicht zu sehr einen Kopf machen. Es ist klar, dass wir eine Klatsche bekommen haben, aber wir wissen auch, dass in der nächsten Woche ein neues Spiel kommt, auf das wir uns vorbereiten und konzentrieren können."
Und dennoch sind sie beim FCK guter Dinge, dass Rasmussen noch die erhoffte Stütze wird. Zumal der Däne als Linksfuß perfekt ins Anforderungsprofil der Pfälzer passt. Der international erfahrene Abwehrmann ist sicher, dass er zur erhofften Verstärkung werden kann. "Ich bin ein Teamplayer, ich tue alles für die Mannschaft. Ich probiere alles, um meine Mitspieler besser zu machen", sagte Rasmussen. "Mich selber als Spieler zu beschreiben, finde ich aber immer ein bisschen komisch."
FCK hat kaum noch Chancen auf Spitzenplatz
Durch die Niederlagen hat der FCK den Kontakt zur Spitzengruppe verloren, ein Eingreifen in den Kampf um die Aufstiegsplätze erscheint unwahrscheinlich. Um sich eine letzte Restchance zu erhalten, muss der FCK am Wochenende zurück in die Erfolgsspur finden. Am Samstag gastiert die SpVgg Greuther Fürth am Betzenberg (ab 13 Uhr im Liveticker und Audiostream auf sportschau.de).
Lieberknecht warnt eindringlich davor, die Begegnung gegen den Tabellenletzten auf die leichte Schulter zu nehmen. "In der zweiten Liga sollte man keinen Gegner am Tabellenplatz messen", sagte der FCK-Trainer auf der Pressekonferenz.
Und der FCK hat allen Grund, den Fürthern mit Respekt zu begegnen. Immerhin haben die Franken ihr letztes Auswärtsspiel bei Bundesliga-Absteiger Holstein Kiel mit 2:1 gewonnen und auswärts mehr Punkte eingesammelt als zum Beispiel der FCK.
Kim kehrt zurück beim FCK
Ob Rasmussen gegen Fürth wieder erneut in der Startelf steht, ist noch offen. Mit Ji-soo Kim steht ein Konkurrent vor der Rückkehr in den Kader. Der Südkoreaner, neben Rasmussen der einzige Linksfuß unter den Innenverteidigern, hat seine Muskelverletzung auskuriert und hat von seinem Stammverein FC Brentford grünes Licht für eine Vollbelastung bekommen, wie Lieberknecht mitteilte.