Marlon Ritter: "Es kam einfach alles zusammen"
Auch mit etwas Abstand haderte Marlon Ritter noch mit der 1:3-Heimpleite des 1. FC Kaiserslautern im Südwestduell mit der SV Elversberg. "Es sind viele Dinge zusammengekommen - und dann verlierst du ein Spiel, das bis zur Halbzeit eigentlich relativ gut von uns war", sagte der Offensivspieler am Sonntag (01.02.) im Gespräch mit SWR Sport. "Das ist sehr enttäuschend. Es kam einfach alles zusammen - auch die Verletzung von Ivan Prtajin. Es war ein Tag, den man hoffentlich nicht öfter erlebt."
Turbulente Phase vor der Halbzeitpause
Prtajin hatte sich kurz vor dem Pausenpfiff verletzt, der Angreifer war umgeknickt und musste das Feld verlassen (41. Minute). Der Torjäger, der bislang elf Saisontreffer erzielt hatte, zog sich eine schwere Verletzung an der Achillessehne zu und wird den Roten Teufeln lange fehlen.
Kurz darauf kam es noch bitterer für den FCK, der bis dahin das Spiel weitgehend kontrollierte. Leon Robinson (45.+5) sah nach Videobeweis von Schiedsrichter Deniz Aytekin die Rote Karte, den fälligen Elfmeter verwandelte Lukas Petkov (45. Minute+6) zur Führung für die SVE. Ein Eigentor von Maximilian Rohr (45.+9) bescherte den Pfälzern zwar den zwischenzeitlichen Ausgleich, doch David Mokwa (55.) und Luca Schnellbacher (86.) sicherten den im zweiten Durchgang nicht nur numerisch überlegenen Gästen den Auswärtssieg auf dem Betzenberg.
FCK-Trainer Torsten Lieberknecht: "Ein massiver Schock"
"Es wird schwer aufzufangen. Jeder weiß, was wir an Ivan Prtajin haben", sagte Ritter zum Ausfall seines Sturmkollegen. "Mit Ivans Lauf und seiner Präsenz wird es extrem schwer, ihn zu ersetzen", sagte auch FCK-Trainer Torsten Lieberknecht. "Wir müssen Lösungen finden. Aber das ist schon ein massiver Schock."
Passiert noch etwas auf dem Transfermarkt?
Die Verletzungs-Hiobsbotschaft wiegt viel schwerer als die Heimpleite. Es wird spannend zu sehen sein, ob FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos vor Schließung des Winter-Transferfensters (02.02.) noch einmal im Sturm nachlegen.
Update: Am Montag, 2.2., hat der FCK bekanntgeben, dass Mergim Berisha von der TSG Hoffenhem fortan als Prtajin-Ersatz für die Roten Teufel stürmen wird.
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Noch bis Montagabend hatten die Klubs im Südwesten die Chance, sich personell zu verstärken oder den Kader zu verkleinern. SWR Sport fasst alle Transfers zusammen:
Doch nicht nur wegen des Ausfalls von Prtajin war das Elversberg-Spiel ein Rückschlag für den FCK. Die Pfälzer, mit vier Punkten aus den beiden Topspielen gegen Hannover 96 (3:1) und Schalke 04 (2:2) gut ins Fußballjahr 2026 gestartet, wollten mit einem Sieg gegen die Saarländer die eigenen Ambitionen in Richtung Tabellenspitze untermauern. Nun sind sie mit 31 Zählern auf Platz sechs, der Abstand auf Elversberg auf Rang zwei beträgt schon sieben Punkte.
"Wir schaffen es immer mal wieder dranzukommen. Ein Sieg wäre jetzt ein großer Schritt für uns gewesen - aber das ist uns nicht gelungen", bilanzierte Coach Lieberknecht. "Einmal bist du der Gewinner des Spieltags - und dann bist du der Verlierer wie wir jetzt. Wenn man sieht, wie die Spitze in der Tabelle zusammengeschrumpft ist, tut es umso mehr weh."
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"Dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus"
Das nächste Topspiel - und somit die Chance, es wieder besser zu machen - wartet indes bereits auf die Roten Teufel. Kommenden Samstag, (07.02., 20:30 Uhr) reisen die Pfälzer zum SV Darmstadt 98, dem aktuellen Dritten.
Und die eigenen Ambitionen seien unverändert hoch, versicherte FCK-Kapitän Ritter. "Ich glaube nicht, dass wir uns sagen, dass wir die Saison jetzt austrudeln lassen. So schlimm ist es noch nicht", blickte er voraus. "Wir werden uns auf Darmstadt vorbereiten, versuchen dort die drei Punkte zu holen - und dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus."