Eines vorweg - auch ich weiß natürlich, dass der Fußball zu den Ergebnissportarten gehört, dass beispielweise Teams wie der 1. FC Heidenheim aktuell auch einen Dreier der Sorte 'egal wie' uneingeschränkt bejubeln würden. Doch nach den 90 Minuten am vergangenen Samstag auf dem Kaiserslauterer Betzenberg habe ich vollstes Verständnis für den Unmut der FCK-Fans. Auch auf der Pressetribüne wurde häufig der Kopf geschüttelt, sei es wegen der unzulänglichen Leistung von Abwehrmann Atanas Chernev - der Bulgare wurde konsequenterweise bereits nach 26 Minuten ausgewechselt - oder wegen der unterirdischen Chancenverwertung des Stürmers Norman Bassette - der Belgier vergab mehrere sogenannte "Hunderprozentige".
Selbstkritischer Kapitän Marlon Ritter
Bezeichnend für den Auftritt waren im Anschluss auch die Statements von FCK-Kapitän Marlon Ritter: "Ich weiß auch nicht, ob ich heute als Fan ins Stadion gekommen wäre", sagte er und ergänzte: "Wir haben zwar gewonnen und darüber freuen wir uns auch, aber die Art und Weise kann und muss deutlich besser sein. Deshalb kann ich jeden verstehen, der in der ersten oder zweiten Halbzeit seinen Unmut durch Pfiffe äußert und nicht zufrieden ist."
Keine Konstanz, Auswärtsbilanz eines Abstiegskandidaten
Nach dem durchaus gelungenen Rückrundenstart, dem Heimsieg gegen Hannover und dem 2:2-Unentschieden auf Schalke hatten Trainer Torsten Lieberknecht und die auch Verantwortlichen erstmals offensiv den Begriff Aufstieg thematisiert - um eine Woche später das Heimspiel gegen Elversberg mit 1:3 zu verlieren und im Anschluss mit 0:4 in Darmstadt unterzugehen. Da stellt sich die Frage, ist der Druck für manche Akteure zu hoch oder hat das in der Winterpause nochmals verstärkte Team einfach nicht die Qualität, um im Aufstiegskampf eine entscheidende Rolle zu spielen? "Beim FCK herrscht immer Druck", sagt der Coach, der einerseits versucht, diesen Druck von seiner Mannschaft wegzuhalten, andererseits seine Jungs auch in der Pflicht sieht, Spiele zu gewinnen.
Was das angeht, hat der FCK mit dem knappen 1:0-Erfolg gegen den Tabellenletzten aus Fürth geliefert, die hier angebotene Leistung aber dürfte in den kommenden Wochen nicht reichen, weitere Siege einzufahren. Sehr schwer könnte es schon am kommenden Sonntag in Münster werden. Die Preußen gehören zwar aktuell auch zu den Abstiegskandidaten, treffen aber zu Hause auf den FCK. Und ein Blick auf die Auswärtstabelle verheißt nichts Gutes. Hier rangieren die Roten Teufel, nach allerdings erst zehn Spielen, auf Platz 16.
Prognose: Die Hoffnung...
Was also geht noch in dieser Saison für den 1. FC Kaiserslautern? Diese Frage ist nur sehr schwer zu beantworten. Ich bin jetzt einmal Optimist, auch wenn der verletzte und bis zum Saisonende ausfallende Torjäger Ivan Prtajin natürlich schmerzlich vermisst wird. Wenn sich die Abwehr möglichst zeitnah stabilisiert, hier ruhen die Hoffnungen auf dem wieder zur Verfügung stehenden Ji-Soo Kim, wenn Stürmer Norman Bassette endlich seine Chancen verwertet und Mahir Emreli vielleicht doch noch durchstartet, dann könnte vielleicht noch etwas gehen für den FCK in Sachen Aufholjagd. Auch wenn der Abstand auf die SV Elversberg und Relegationsplatz drei noch immer sieben Punkte beträgt und mit Hertha BSC, dem SC Paderborn und Hannover 96 noch drei weitere Teams überholt werden müssten.