Vor wichtigem Spiel gegen Paderborn

Von wegen Aufstieg abgehakt: Beim FCK brennt immer noch das Feuer

Der 1. FC Kaiserslautern darf nach zwei Siegen in Folge noch leise auf den Aufstieg hoffen. Gegen den SC Paderborn müssen die Roten Teufel aber auf ihren Kapitän Marlon Ritter verzichten.

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Von Autor/in Michi Glang

Es lief die 65. Spielminute beim 3:2-Sieg des FCK bei Preußen Münster, als Rico Preißinger Lauterns Paul Joly im Mittelfeld abräumte und sich die logische Gelbe Karte abholte. Marlon Ritter brachte die Szene derart auf die Palme, dass er wild gestikulierend auf Schiedsrichter Patrick Schwengers zustürmte, um seinem Ärger Luft zu machen.

Der FCK-Kapitän drehte zwar im letzten Moment ab, doch da war es schon zu spät: Schwengers verwarnte auch Ritter, der nach der fünften Gelben Karte im Heimspiel gegen seinen Ex-Club SC Paderborn (Samstag ab 13 Uhr im Liveticker und Audiostream auf sportschau.de) fehlen wird.

Ritter, der in Münster einen Doppelpack geschnürt und eine starke Partie absolviert hatte, äußerte nach dem Spiel sein Unverständnis für die Verwarnung. Man müsse als Spielführer auch mal zum Schiedsrichter "hingehen" dürfen. Nun war er weniger gegangen als gesprintet, doch die Szene verdeutlichte, dass beim FCK das Feuer noch immer brennt und der Aufstieg keinesfalls abgehakt ist.

Hanslik als Ritter-Ersatz gegen Paderborn?

Ritter wurde direkt nach seiner Verwarnung von FCK-Trainer Torsten Lieberknecht vom Feld genommen, schimpfte eifrig weiter, diskutierte mit dem vierten Offiziellen und stampfte anschließend in die Kabine. Ins Spiel kamen unter anderem Kenny Redondo und Daniel Hanslik. Beide werden auch die ersten Anwärter für Ritters Vertretung auf der offensiven Halbposition sein.

Hanslik dürfte dabei die etwas besseren Chancen auf einen Startelfeinsatz haben, der lange Zeit verletzte Redondo befindet sich noch immer im Formaufbau. Praktisch sicher ist, dass Naatan Skyttä und Winter-Neuzugang Norman Bassette die beiden anderen Positionen in der Offensive besetzen werden.

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Emreli kehrt verbessert zurück

Während Skyttä bereits über die gesamte Saison überzeugen kann, scheint auch Bassette nach seinem Premierentreffer für den FCK im Klub angekommen. Ohnehin besticht der Belgier mit bedingungslosem Einsatz und damit der Betze-Grundtugend. In Münster belohnte sich Bassette nun mit dem Kopfballtor zum zwischenzeitlichen 3:1 endlich selbst.

Mit Mahir Emreli ist zudem ein weiterer Angreifer zurückgekehrt. Der Aserbaidschaner war monatelang ausgefallen und wurde in der Schlussphase in Münster erstmals wieder aufs Feld geschickt. Trainer Lieberknecht hatte dem 28-Jährigen schon vor dem Spiel attestiert, befreiter als im Zeitraum vor seiner Verletzung aufzutreten, als der Sommer-Neuzugang sportlich nur eine Nebenrolle spielte.

FCK-Offensive findet sich

Bassette trifft, Skyttä wirbelt, Redondo und Emreli zurück, dazu der Routinier Hanslik als offensive Allzweckwaffe: All das nährt die Hoffnung, dass der FCK auch ohne Kapitän Ritter gegen Paderborn bestehen und den langfristigen Ausfall von Torjäger Ivan Prtajin (Achillesehnenriss) auch mittel- bis langfristig auffangen kann.

Gegen die Ostwestfalen steht der FCK derweil vor einer richtungsweisenden Begegnung. Gelingt ein Sieg, schließen die Pfälzer bis auf drei Punkte zum Konkurrenten auf. Die Roten Teufel wollen sich dabei auf sich selbst konzentrieren. "Wir müssen auf uns schauen", sagte Ritter bereits nach dem Abpfiff in Münster. Setzt es eine Niederlage, dürften die Träume vom Aufstieg dagegen für diese Saison ausgeträumt sein. Die Pfälzer werden alles daran setzen, das zu verhindern. Denn der FCK brennt noch immer - auch ohne Kapitän Ritter.