Sieg bei Preußen Münster

"Verrohung der Gesellschaft": Ansage von FCK-Coach Lieberknecht nach Premierentreffer von Bassette

Der 1. FC Kaiserslautern darf sich über den ersten Auswärtssieg 2026 und zwei Erfolge in Serie freuen. Bei Preußen Münster war Winter-Neuzugang Norman Bassette einer der Protagonisten. Trainer Torsten Lieberknecht machte nach dem Spiel eine klare Ansage.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Nach dem 1:0-Heimerfolg des 1. FC Kaiserslautern gegen die SpVgg Greuther Fürth am vergangenen Wochenende war Stürmer Norman Bassette noch am Boden zerstört. Gleich drei Chancen der Kategorie "Hundertprozentig" vergab der Belgier, der sich im Anschluss auch Kritik von Teilen des Publikums und im Netz gefallen lassen musste. Der 21-Jährige bekam in der Folge Aufbauhilfe von FCK-Trainer Torsten Lieberknecht, der dem Angreifer noch in der Nacht nach der Partie "eine WhatsApp geschrieben" hatte.

Dies gab der Coach letzte Woche gegenüber SWR Sport preis und erklärte, dass Bassettes Wert für die Roten Teufel nicht nur an Treffern zu messen sei. "Er ist bereit, für die Mannschaft zu spielen, zu ackern, in die Tiefe zu gehen. Und wenn er so weitermacht, kommt er seinem Tor immer näher."

Norman Bassette mit seinem Premierentor für den FCK

Nur knapp eine Woche später war es soweit: Beim 3:2-Auswärtserfolg der Pfälzer bei Preußen Münster traf Winter-Neuzugang Bassette erstmals für seinen neuen Klub. Er erzielte per Kopfball das wichtige 3:1 für die Gäste kurz vor der Pause (45. Minute +1). Zuvor hatte der Belgier bereits das zwischenzeitliche 2:1 für Lautern durch Marlon Ritter vorbereitet (40.), er war ein ständiger Unruheherd, agierte extrem fleißig und erarbeitete sich noch einige Abschlüsse mehr.

Bassette war einer der Sieggaranten, ragte neben dem Doppel-Torschützen Ritter, der das frühe 1:0 für die Gäste erzielt hatte (9.) und dem starken Luca Sirch heraus. Für Münster erzielte der Ex-FCKler Jannis Heuer das zwischenzeitliche 1:1 (21.) sowie das finale 2:3 (87.).

"Tore zu erzielen ist mein Job"

Lieberknechts Zuspruch hat also Früchte getragen. Bassette lief nach seinem Treffer auch direkt zu seinem Coach, um sich für den Support zu bedanken. Nach dem Match ließ der Stürmer im Sportschau-Interview seinen Gefühlen freien Lauf.

"Toll! Es ist ein tolles Gefühl! Ich musste lange auf diesen Moment warten. Tore zu erzielen ist mein Job. Letzte Woche haben wir zwar gewonnen, aber ich hätte treffen müssen", sagte der Angreifer: "Deshalb wollte ich eine Reaktion zeigen. Ich will danke sagen - ans Trainerteam, weil sie an mich geglaubt und mir ein gutes Gefühl gegeben haben. Ich bin überglücklich über die drei Punkte und meine Torbeteiligungen."

Torsten Lieberknecht: "Unter der Gürtellinie"

Coach Lieberknecht war sehr zufrieden mit seinem Schützling. "Mich hat es sehr für Norman Bassette gefreut", sagte der 52-Jährige, ehe er grundsätzlich wurde: "Gegen Fürth hat er zwei tausendprozentige Chancen liegenlassen. Was danach auf ihn eingeprasselt ist, war wirklich eine unsägliche Kritik. Das war nicht mehr normal, sondern unter der Gürtellinie, was so ein junger Spieler in den sozialen Netzwerken über sich ergehen lassen muss."

Fast schon eine Brandrede des Trainers, der befand, dass das "mit einer normalen Gesellschaft nichts mehr zu tun" habe. Lieberknecht mahnte eine "Verrohung der Gesellschaft" an und sagte: "Deswegen freut es mich für ihn umso mehr, dass wir ihm den Rückhalt gegeben haben. Die Mannschaft hat ihm diesen Rückhalt auch gegeben. Ich war mit Norman Bassette sehr zufrieden."

Sonderlob auch für Marlon Ritter

Lieberknecht hofft, dass der Knoten bei Bassette jetzt geplatzt ist - zumal mit Ivan Prtajin der Stürmer Nummer eins bis Saisonende ausfällt und Winter-Ersatz Mergim Berisha ebenfalls immer wieder an Verletzungsproblemen laboriert. Doppel-Torschütze Ritter bekam ebenfalls ein Sonderlob vom FCK-Coach, dessen Mannschaft das zweikampfintensive Spiel in Münster annahm, strukturiert nach vorne spielte und sich bis auf die Schlussphase effizient vor dem gegnerischen Tor präsentierte.

Für die Roten Teufel war der Erfolg in Münster der erste Auswärtssieg 2026 und der zweite Dreier in Serie. Die Pfälzer sind jetzt Sechster (37 Punkte), der Abstand zu den Top fünf ist aber groß (fünf Zähler). Nächsten Samstag (28.02.2026, 13 Uhr) kann der FCK weiter aufschließen - dann ist der Vierte SC Paderborn (43) auf dem Betzenberg zu Gast.

"Das ist noch sehr weit weg", sagte Lieberknecht auf die Frage, ob der FCK noch Ambitionen im Aufstiegsrennen hätte: "Für uns war es wichtig zu gewinnen. Die Punkte tun uns aber trotzdem gut, wenn man sieht, wie eng alles ist. Da haben wir so ein bisschen Luft reinbekommen. Aber unser Blick geht nur geraudeaus - zum nächsten Spiel."

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Johann Schicklinski