Die Superstars der schwedischen Nationalmannschaft heißen Alexander Isak und Victor Gyökeres - doch im Spiel gegen den Kosovo blieben sie blass. Der entscheidende Mann an diesem Abend hieß Fisnik Asllani: Der Angreifer der kosovarischen Nationalmannschaft erzielte das Siegtor zum 1:0 für den Außenseiter. Ein Superstar vom Kaliber eines Isak oder Gyökeres ist Asllani allerdings noch nicht. Diesen Status muss sich der 23-Jährige erst noch erarbeiten. "Fisnik hat seine Qualitäten", sagt sein Trainer bei der TSG Hoffenheim, Christian Ilzer, "aber er ist noch kein fertiger Spieler. Es gibt viele Details, an denen wir mit ihm arbeiten wollen - Dinge, die er in intensiven Spielen gegen starke Gegner weiterentwickeln kann."
Seit dieser Saison ist Asllani Stammspieler bei der TSG Hoffenheim – und trifft regelmäßig. Vier Tore in sechs Bundesliga-Partien sind eine herausragende Quote. Mit dem Kosovo kämpft er zudem um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft - ein Erfolg, der einer Sensation gleichkäme.
Verletzungen warfen Asllani zurück
Dass Fisnik Asllani außergewöhnliches Talent besitzt, ist in Hoffenheim schon lange bekannt. Die TSG verpflichtete den damals 17-Jährigen im Jahr 2020 aus der Jugend von Union Berlin. Seine Eltern und seine beiden Geschwister zogen mit – von Berlin nach Sinsheim. Ein Jahr später feierte Asllani sein Bundesliga-Debüt, doch der Durchbruch ließ zunächst auf sich warten. Immer wieder wurde der Deutsch-Kosovare von Verletzungen zurückgeworfen – unter anderem von einer bakteriellen Infektion im linken Knie, bei der eine Not-Operation Schlimmeres verhinderte.
2023 folgte eine Leihe zu Austria Wien, wo Asllani nicht nur mit einer hartnäckigen Sehnenverletzung zu kämpfen hatte, sondern auch zeitweise aus dem Fokus der deutschen Öffentlichkeit verschwand. Nach seiner Rückkehr fand er in Hoffenheim erneut keine Perspektive und wechselte schließlich auf Leihbasis zur SV Elversberg - dort gelang ihm der Durchbruch.
Fußball | Bundesliga Hoffenheim freut sich auf Auswärtszauber statt Heimspielfrust
Von wegen Heimstärke. Die TSG Hoffenheim war in der laufenden Saison nur auswärts top. Beim FC St. Pauli wollen die Kraichgauer diese Serie fortsetzen.
Asllani nicht mehr so verkrampft
Mit 18 Toren und neun Vorlagen war der kosovarische Nationalspieler in der vergangenen Saison einer der Schlüsselspieler beim Überraschungsteam aus dem Saarland, das in der Relegation nur knapp am 1. FC Heidenheim scheiterte. In Elversberg fand Asllani den Spaß am Fußball wieder, den er zwischenzeitlich verloren hatte.
"Früher war ich verkrampfter und habe mich selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Jetzt ist das anders - auch privat", erklärte der 23-Jährige jüngst im Hoffenheimer Vereinsmagazin Spielfeld. "Ich bin immer noch ein Vollprofi, aber gehe die Dinge entspannter an. Ich bin älter, reifer, schlauer und cleverer geworden."
Auf dem Platz überzeugt Fisnik Asllani mit Technik, Spielintelligenz und einem ausgeprägten Torinstinkt. Der 1,91 Meter große Mittelstürmer weiß seine Physis gezielt einzusetzen, um Bälle zu behaupten und Mitspieler in Szene zu setzen. Gleichzeitig verfügt er über eine starke Ballbehandlung, ein gutes Kopfballspiel und große Laufbereitschaft – Qualitäten, die ihn zu einem vielseitigen und gefährlichen Offensivspieler machen. Asllani selbst hat große Ziele: Sein Traum ist es, eines Tages für den FC Barcelona zu spielen. Sollte ihm das gelingen, wird man die Namen Isak, Gyökeres und Asllani tatsächlich in einem Atemzug nennen.
SWR Sport | 24. Mai ab 22:00 Uhr SWR Sport mit DFB-Pokalfinale, Europa League-Finale und Nils Petersen
Europa League-Finale mit dem SC Freiburg, DFB-Pokalfinale VfB Stuttgart gegen FC Bayern und der deutsche WM-Kader. Viel Gesprächsstoff mit Studiogast Nils Petersen, Ex-Freiburg-Profi.