Die TSG Hoffenheim freut sich auf St. Pauli. Nicht nur, weil am Millerntor alles ein kleines bisschen cooler ist, als im Rest der Bundesliga-Republik. Auch nicht, weil sie nach dem Spiel im angrenzenden Kiez noch einen heben können. Das Team von Trainer Christian Ilzer freut sich besonders auf St. Pauli, weil die Partie auswärts ist.
Denn Hoffenheim hat in der laufenden Saison sieben von sieben Punkten in fremden Stadien geholt. Dem Auftaktsieg in Leverkusen folgte ein Dreier bei Union Berlin und ein Unentschieden beim SC Freiburg. Auswärts ist Hoffenheim noch ungeschlagen. Und in allen drei Spielen avancierte der quirlige Fisnik Asllani mit seinen Toren zum Matchwinner.
Auswärtspunkte lassen Hoffenheim träumen
Zuhause ist Hoffenheim derzeit jedoch ein hoffnungsloser Fall: Drei Spiele, drei Niederlagen. Selbst die beiden Schlusslichter Borussia Mönchengladbach und 1. FC Heidenheim haben zuhause mehr Punkte geholt als die TSG. "Definitiv sind die Siege und die Erfolgserlebnisse, die wir Zuhause einfahren zu wenig. Trotz guter Chancen, gelingt es uns Zuhause nicht, in Führung zu gehen. Auswärts klappt das besser, obwohl die Leistungen sehr ähnlich sind. Das müssen wir ganz klar verbessern", so TSG-Trainer Christian Ilzer.
So ist es den Auswärtsspielen zu verdanken, dass Hoffenheim in der Tabelle noch recht gut dasteht: Platz elf, nur drei Punkte Rückstand auf die Europapokal-Plätze. Die Kraichgauer werden am Sonntag (ab 17:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) in Hamburg alles daran setzen, diese Serie zu erhalten.
"Definitiv sind die Siege, die Erfolgserlebnisse, die wir Zuhause einfahren zu wenig. Trotz guter Chancen, gelingt es uns Zuhause nicht in Führung zu gehen. Auswärts gelingt uns das besser, obwohl die Leistungen sehr ähnlich sind. Das müssen wir ganz klar verbessern", so TSG-Trainer Christian Ilzer.
Blessin mit Hoffenheimer Vergangenheit
Vielleicht können sie dabei auf ein paar Heimat-Gefühle von Pauli-Trainer Alexander Blessin zählen. Denn der kannte die TSG Hoffenheim schon, als die noch in kleinen Stadien spielte. In der Saison 2005/06 absolvierte er 34 Spiele unter Hansi Flick und Lorenz-Günther Köstner in der damals drittklassigen Regionalliga-Süd.
Generell scheint sich der 52-Jährige in Süddeutschland wohlzufühlen. In Stuttgart geboren, beim TSV Georgii-Allianz Stuttgart ausgebildet und dann in Bonlanden und Ditzingen in der Oberliga und in der Regionalliga gekickt. Seine sportlich beste Zeit hatte er in sieben Bundesligaspielen für den VfB Stuttgart (1998/99) und 45 Zweitliga-Partien für die Stuttgarter Kickers.
Europapokal oder Abstiegskampf?
In den bisherigen Spielen hat Blessin seinem alten Verein jedoch nicht viel gegönnt. Seine Bilanz: makellos - zwei Spiele, zwei Siege, kein Gegentor. Diese Serie möchte die TSG Hoffenheim ganz gerne beenden.
Falls das nicht klappt, wird das Heimspiel eine Woche später gegen den 1. FC Heidenheim womöglich zum Keller-Duell. Denn der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt ebenfalls nur drei Punkte. Ob Hoffenheims Tendenz nach der Länderspielpause in Richtung Europapokal oder erneut in Richtung Abstiegskampf zeigt, werden diese beiden Spiele zeigen. Und mit Blick auf die Bilanz wird sich die TSG Hoffenheim freuen, dass sie zunächst auswärts ran darf.