Der Frust nach der bitteren 2:3-Niederlage gegen die lange Zeit taumelnden Bayern saß tief. Nachdem Schiedsrichter Daniel Siebert die turbulente und phasenweise wilde Partie beendet hatte, entlud sich bei einigen Freiburger Akteuren der Ärger. Nachdem zunächst der aufgebrachte Torwart Noah Atubolu die Gelbe Karte gesehen hatte, fanden auch Kapitän Christian Günter und Trainer Julian Schuster deutliche Worte für den Unparteiischen. Günter erhielt wegen Meckerns Gelb.
Freiburg Coach Schuster ärgerte sich weniger über die verpasste persönliche Sieg-Premiere gegen die Münchner (als Spieler und Trainer konnte er in 14 Spielen gegen den FC Bayern bisher nie gewinnen). Ihn wurmte viel mehr der späte Siegtreffer von Bayerns Lennart Karl in der 9. Minute der Nachspielzeit. Dabei waren zuvor nur acht Minuten Extrazeit angezeigt worden. "Mich haben die acht Minuten schon gewundert", sagte Schuster. "Ich weiß nicht, wie die zustande kamen. Normalerweise pfeift man dann aber ab."
Dabei schien sein Team bis zur Schlussphase auf der Siegerstraße zu sein. Johan Manzambi (46. Minute) mit seinem vierten Saisontor und Lucas Höler (71.) hatten die forsch und mutig auftretenden Gastgeber nach der Pause verdient mit 2:0 in Führung gebracht. Doch die Bayern schlugen durch späte Tore der Youngster Tom Bischof (81./90.+2) und Lennart Karl (90.+9) noch eindrucksvoll zurück.
"Das ist sehr enttäuschend“, sagte Lucas Höler anschließend am SWR-Mikrofon. Der Stürmer bestritt gegen die Bayern sein 300. Spiel im Freiburger Trikot. "Ich bin schon lange im Verein, aber ich habe in achteinhalb Jahren noch kein Spiel erlebt, in dem wir so gut gegen Bayern gespielt haben."
Der Stürmer haderte zudem mit den Torchancen, die er im Spiel liegen gelassen hatte. "Vor meinem Tor hatte ich zwei Chancen, davon muss ich eine machen. Ich trauere jeder Chance hinterher", bedauerte Höler.
Freiburg-Coach Julian Schuster: "Es fühlt sich nicht gut an"
Sein Trainer litt nach dem Schlusspiff gemeinsam mit den Fans und vor allem mit seiner Mannschaft. "Es fühlt sich definitiv nicht gut an. Die Jungs haben sehr viel investiert. Wir haben unser gutes Spiel aber leider nicht zu Ende gebracht."
SWR Sport | 19.04. ab 21:45 Uhr SWR Sport mit Hoffenheims Andi Schicker und der Meisterfrage in der Bundesliga
Entscheidet sich am Wochenende die Meisterschaft zugunsten des FC Bayern? Hoffenheim könnte gegen Dortmund Schützenhilfe leisten. Studiogast bei SWR Sport ist TSG-Geschäftsfühter Andi Schicker.
Viel Zeit zum Frustschieben und Grübeln bleibt den Freiburgern nicht. Im April geht es Schlag um Schlag für das Team, das noch in drei Wettbewerben vertreten ist (neben der Bundesliga noch im DFB-Pokal und im Europapokal). Im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League empfängt der Sport-Club bereits am Donnerstag auf den spanischen Club Celta Vigo (21:00 Uhr).
Optimistisch ins Europa-League-Spiel gegen Celta Vigo
Schuster blickt verhalten optimistisch auf diese Partie: "Wir hätten mit noch breiterer Brust in das Spiel gehen können, wenn wir heute ein anderes Ergebnis eingefahren hätten. Aber dieser Auftritt wird uns für die kommenden Wochen definitiv helfen."
Jubilar Lucas Höler zieht aus der starken Leistung gegen die Bayern viel Energie: "Wir können gegen jeden gewinnen. Dieses Spiel macht uns bei aller Enttäuschung auf jeden Fall Mut für das Vigo-Spiel."