Erst eine starke Vorbereitung, die mit einem Platz in der Startelf des VfB Stuttgart für das erste Pflichtspiel der neuen Spielzeit belohnt wurde. Dann der bittere Realitätscheck im Supercup gegen den FC Bayern München: Als Hoffnungsträger für eine stabilere Defensive beim VfB Stuttgart hat Luca Jaquez einen unglücklichen Saisonauftakt erlebt. Beim 1:2 gegen den deutschen Rekordmeister war ein Patzer des Schweizers mitentscheidend dafür, dass der DFB-Pokalsieger den erhofften Titel vor heimischer Kulisse verpasste.
VfB Stuttgart mit Supercup-Niederlage gegen Bayern VfB beendet Woltemade-Poker: "Hoffe, dass jeder versteht, dass Akte geschlossen ist"
Der VfB Stuttgart hat den ersten Titel der Saison verpasst. Im Duell zwischen Noch- und Wunsch-Verein stand Stürmer Nick Woltemade im Fokus - und vergab seine Chancen. Bereits vor dem Spiel äußerten sich die VfB-Bosse deutlich.
Vor dem 0:1 (18. Minute) wollte der Stuttgarter Innenverteidiger einen Pass von Michael Olise klären, allerdings misslang dem 22-Jährigen die Rettungsaktion. Er legte den Ball dadurch perfekt für Harry Kane auf - der aus knapp 17 Metern im Fallen ins linke untere Eck traf.
Harry Kane nützt Fehler von Luca Jaquez aus
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth haderte nach der Partie mit der Entstehung des Gegentreffers. "Er spielt nun mal in der letzten Linie und wenn dann so ein unglücklicher Fehler passiert, dann kann eben ein Tor fallen", sagte Wohlgemuth. Erst recht, wenn der Gegner Bayern München heißt und der abgezockte Weltklassestürmer Kane der Gegenspieler ist.
Fabian Wohlgemuth: "Daraus wird er lernen"
Das Gegentor, so Wohlgemuth weiter, habe die Niederlage zwar ein Stück weit mit eingeleitet. Der Sportvorstand war sich aber sicher: "Daraus wird er lernen." Deswegen gebe es auch "keinen allzu großen Vorwurf".
"Junger Bursche" mit Zukunft
Zuvor hatte der 22-Jährige in der Vorbereitung VfB-Trainer Sebastian Hoeneß überzeugt und dem noch drei Jahre jüngeren Finn Jeltsch den Rang abgelaufen, sodass er im Supercup den Platz in der Innenverteidigung neben dem gesetzten Jeff Chabot bekam. Jaquez war wie Jeltsch im vergangenen Winter zum VfB gewechselt und hatte sich zunächst hinten anstellen müssen. Lediglich fünfmal wurde er in der abgelaufenen Rückrunde in der Bundesliga eingesetzt. Aber im DFB-Pokalfinale gegen Bielefeld (4:2) spielte er dann 90 Minuten - ein erstes Indiz für seine gute Entwicklung.
Diese hat er nun in der Vorbereitung fortgesetzt. "Er hat die Nase vorn", lautete deshalb die Bilanz von VfB-Coach Hoeneß - vor dem Supercup. Der Trainer lobte den Abwehrspieler für seine "natürliche Aggressivität". Jaquez könne "mit beiden Beinen aufbauen" und sei "ein junger Bursche", der noch weitere Entwicklungsschritte gehen werde.
Die könnten für das nächste Duell mit Kane und Co. hilfreich sein. Nun steht aber am Samstag erst einmal der Bundesliga-Auftakt beim 1. FC Union Berlin an - und eben nicht gegen die Klasse der Bayern.