Playoff-Rückspiel in der Europa League

Stuttgart-Gegner Celtic Glasgow: Lost in Paradise

Nach der heftigen Hinspiel-Niederlage braucht Celtic Glasgow ein kleines Wunder fürs Achtelfinale der Europa League. Auch sonst erlebt Celtic eine unruhige Spielzeit.

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Von Autor/in Elias Bock

Dass der Haussegen bei Celtic Glasgow mächtig schief hängt, war im Hinspiel der Europa-League-Playoffs gegen den VfB Stuttgart deutlich zu sehen - nicht nur wegen der heftigen 1:4-Niederlage. Die Celtic-Fans warfen kurz nach Anpfiff Tennis- und Plastikbälle aufs Spielfeld, um damit gegen die Klub-Eigentümer und den Ausschluss einiger Ultras zu protestieren. Celtic Trainer Martin O'Neill polterte hinterher auf der Pressekonferenz: "Wer das für eine gute Idee hält, sollte sich mal am Kopf untersuchen lassen."

Der seit Monaten schwelende Konflikt wird auch beim Rückspiel am Donnerstag (ab 18:30 Uhr live im Audiostream auf SWR Sport) nicht gelöst sein. Er überschattet die stolze Geschichte schottischen Traditionsklubs.

Glasgow ist für den Fußball ein besonderer Ort. 1872 fand hier das erste offizielle Fußballländerspiel zwischen Schottland und England statt. 1887 gründete ein irischer Priester Celtic Glasgow. Das Stadtduell gegen die Glasgow Rangers ist eines der bekanntesten Fußballderbys der Welt. Während Celtic mit seinen grün-weißen Vereinsfarben katholisch geprägt ist und sich zu Irland hingezogen fühlt, sind die Rangers protestantisch und identifizieren sich als britisch.

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Celtic Glasgow ist gemeinsam mit den Glasgow Rangers schottischer Rekordmeister. Beide Klubs gewannen 55-mal die schottische Premiership. Seit 2022 konnte sich im Titelrennen aber immer "The Bhoys", wie Celtic auch genannt wird, durchsetzen.

Hexenkessel "Paradise"

Bereits seit 1892 spielt Celtic Glasgow im Celtic Park, der auch "Paradise" genannt wird. Das Stadion hat eine Zuschauerkapazität von rund 60.800. Aus Sicherheitsgründen gibt es seit 1995 nur noch Sitzplätze im Celtic Park. Andreas Hinkel spielte mit dem VfB Stuttgart 2003 im Celtic Park und von 2008 bis 2011 spielte er selbst für die Grün-Weißen. Hinkel beschreibt die Atmosphäre im Celtic Park als einmalig und einzigartig.

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Er war Teil der "jungen Wilden" und wurde Meister mit Celtic Glasgow. Andreas Hinkel im Interview mit SWR Sport vor dem Playoff-Duell zwischen Glasgow und dem VfB Stuttgart.

"Selbst erfahrene Spieler wie Zvonimir Soldo oder Krassimir Balakov, die sehr viele große Spiele erlebt haben, haben mir gesagt, dass sie sowas noch nicht erlebt haben", sagt Hinkel über die Stimmung im Celtic Park.

Als der VfB zuletzt gegen Celtic spielte

Am 20.02.2003 spielte der VfB Stuttgart das letzte und bisher einzige Mal im Achtelfinale des UEFA-Cups im Celtic Park. Die "jungen Wilden" unter Trainer Felix Magath verloren in Glasgow 1:3. Das Rückspiel in Stuttgart am 27.02.2003 gewannen die Schwaben zwar 3:2, doch das reichte nicht zum Weiterkommen. Celtic Glasgow zog später mit dem nordirischen Trainer Martin O'Neill ins Finale des UEFA-Cups ein.

Die aktuelle Saison

23 Jahre später heißt der Trainer in Glasgow wieder Martin O'Neill. Das Kuriose ist, dass es bereits die zweite Amtszeit des 73-Jährigen in der laufenden Saison ist. Ende Oktober 2025 trennte sich der Klub von Brendan Rodgers. O'Neill übernahm als Interimstrainer für acht Spiele. Sein Nachfolger Wilfried Nancy wurde nach gerade mal 33 Tagen und einer 1:3-Derbyniederlage gegen die Glasgow Rangers entlassen.

Seit Anfang 2026 sitzt Martin O'Neill wieder auf der Trainerbank. Unter ihm ist Celtic seit zehn Partien ungeschlagen. Die Generalprobe vor dem Duell mit dem VfB gewann Celtic spektakulär 3:2 gegen den FC Kilmarnock. Der Siegtreffer fiel erst in der siebten Minute der Nachspielzeit. Damit steht das Team in der schottischen Liga auf Platz drei. Allerdings hat Celtic nur drei Punkte Rückstand auf den Erstplatzierten Heart of Midlothian und ein Spiel weniger auf dem Konto. In der Ligaphase der Europa League landete Celtic mit elf Punkten auf Rang 21. Nach dem 1:4 im Hinspiel droht den Schotten das Aus.

Der Kader

Mit Abstand der bekannteste Name bei den Schotten ist Torhüter Kasper Schmeichel. Der mittlerweile 39-Jährige steht seit 2024 für Celtic zwischen den Pfosten. Ein weiterer bekannter Name ist Alex Oxlade-Chamberlain. Der 32-Jährige wechselte Anfang Februar zu den Grün-Weißen. Mit Junior Adamu, Arne Engels und Tomas Cvancara stehen drei ehemalige Bundesligaspieler bei Celtic unter Vertrag. Mit zwölf Treffern bester Torschütze ist der Schwede Benjamin Nygren.

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Elias Bock