Bundesliga

1. FC Heidenheim: Die Suche nach Leichtigkeit vor dem "Endspiel" gegen St. Pauli

Der Druck könnte größer nicht sein, verliert Heidenheim gegen St. Pauli ist der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga besiegelt, trotzdem will man mit Leichtigkeit zum Sieg.

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Von Autor/in Martin Thiel

Die Suche nach der Leichtigkeit, obwohl es heißt: Verlieren verboten! Nur ein Sieg gegen St. Pauli hält die Heidenheimer Hoffnung am Leben, vielleicht doch noch die Klasse zu halten. Sonst droht das Heidenheimer Bundesliga-Märchen vorerst vorbei zu sein. Vor eigenem Publikum mit einer Niederlage abzusteigen, das kommt für Kapitän Patrick Mainka aber nicht in Frage. "Es ist natürlich ein Spiel mit Bedeutung, aber wir gehen da rein und wollen gewinnen, das wird das Ziel sein und das werden wir dann einfach auch."

Verliert der FCH gegen die Kiezkicker aus Hamburg, ist der Abstieg besiegelt

Die Tabellensituation ist prekär. Heidenheim als 18. muss gewinnen, um eine winzige Chance am Leben zu erhalten, sich vielleicht wie im letzten Jahr auf den Relegationsplatz zu retten. Neben Dauerbrenner Patrick Mainka, der seit dem Aufstieg vor drei Jahren jede Minute auf dem Platz stand und als Innenverteidiger die Defensive stabil halten muss, wird es im Sturm u.a. auf Marvin Pieringer ankommen. Pieringer ist mit 14 Treffern der Heidenheimer Bundesligarekordtorschütze. Auch er will sich mit aller Macht und solange es geht gegen den bedrohlich näher rückenden Abstieg stemmen. "Gewinnen, wir müssen gewinnen. Es ist ein absolutes Endspiel und wir wollen nach St. Pauli möglichst noch drei andere Endspiele haben. Nicht, dass es am Samstag vorbei ist."

Dem Druck mit Leichtigkeit begegnen

Marvin Pieringer und Patrick Mainka wirken fokussiert, scheinen mit dem Druck vor dem "Endspiel" gut umgehen zu können. Das war auch eines der Trainingsziele von Trainer Frank Schmidt vor dem möglicherweise entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt. Er hat versucht den Druck von seiner Mannschaft fernzuhalten: "Jeder kennt die Tabelle. Trotzdem versuchen wir das mit Leichtigkeit auszublenden", so der Coach vor dem Bundesliga-Duell mit dem FC St. Pauli am Samstag (15.30 Uhr). "Es sei aber normal, dass es diese Situationen gibt, in denen man Ballast spürt."

Das Tor des Monats als Stimmungsaufheller

Ein Ereignis belegt, dass Mainka und Pieringer nicht nur Druck verspüren, sondern auch weiterhin Spaß an ihrem Beruf haben. Am Donnerstag überreichte der Kapitän Mainka dem "Torschützen des Monats Januar" Pieringer die Medaille. Beide wirkten locker und entspannt, lachten und feierten den Fallrückzieher, mit dem Pieringer Heidenheim im Spiel gegen Köln mit 1:0 in Führung brachte (Endstand 2:2). Patrick Mainka lobte seinen Stürmer: "Man traut es dir schon zu, aber das ist ein unfassbares Tor."

Hier geht es zum Tor des Monats Januar von Marvin Pieringer

Der Dauerbrenner und der Toptorjäger stehen in Heidenheim für das, was den Verein ausmacht: Zusammenhalten, egal was da kommt. "GEMEINSAM UNKAPUTTBAR" ist eben nicht nur ein Slogan, der im Kampf um den Klassenerhalt auf T-Shirts gedruckt wird.

Es geht nicht nur um Fußball in Heidenheim

Neben der erhofften Leichtigkeit, setzen sich die Heidenheimer aber auch mit einem ersten Thema auseinander. Abseits des Platzes steht eine Registrierungsaktion der DKMS im Fokus. Hintergrund ist die Krebsdiagnose der Freundin von Eren Dinkçi.

Der Offensivspieler versucht, neben der Sorge um seine Partnerin, seinen Beruf auszuüben, er steht vor seinem 100. Bundesliga-Spiel. Trainer Frank Schmidt, der Dinkçi unterstützt, hofft, dass die Fans nicht nur an den Fußball denken: "Es wäre schön, dass neben der Wichtigkeit des Spiels viele auch die Typisierungsaktion unterstützen würden". In Heidenheim spürt man dieser Tage: Fußball ist viel, er ist aber nicht alles. Ein Sieg gegen St. Pauli könnte für ein bisschen Ablenkung da und mehr Leichtigkeit hier sorgen.

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Martin Thiel