Warum nicht immer so? Diese Frage dürfte sich so mancher Kaiserslautern-Fan am Samstagnachmittag gestellt haben. Wegen seiner mageren Auswärtsbilanz muss der FCK auch in der kommenden Saison für die 2. Bundesliga planen und hat keine realistischen Chancen mehr auf den Aufstieg. Doch beim Spiel in Berlin schafften es die Pfälzer, gegen den Tabellennachbarn Hertha BSC zu gewinnen – auswärts!
Lieberknecht: "Verdient, aber glücklich"
Dabei bewegte sich die Partie in der ersten Halbzeit zunächst auf äußerst dürftigem Niveau. Doch in der Pause schien FCK-Trainer Torsten Lieberknecht genau die richtigen Worte gefunden zu haben. "Der Schlüssel war unser 1:0 direkt nach Halbzeit", sagte Lieberknecht nach Spielschluss. Angesprochen auf die schwache Auswärtssaison seiner Elf, erklärte der Trainer, die herbe 1:6-Klatsche im DFB-Pokalspiel bei Hertha BSC im Dezember sei noch in den Köpfen der Mannschaft gewesen. "Wir wollten trotzdem für uns einfach mal auswärts ein Spiel gewinnen. Letztendlich war es ein verdienter, aber auch ein glücklicher Sieg, weil die Chancen für die Hertha eben da waren."
Der Lauterer Held an diesem Nachmittag war nicht Stürmer Mergim Berisha, der seine Mannschaft kurz nach der Halbzeit in Führung brachte (47. Spielminute). Stattdessen rückte im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte besonders Keeper Julian Krahl in den Fokus. Mehrmals hielt er sein Tor mit zum Teil spektakulären Paraden sauber. Weil seine Mannschaft keinen zweiten Treffer erzielte, war Krahls Leistung besonders wichtig. "So hast du zum Schluss einen überragenden Julian Krahl gebraucht, der dann den Sieg gerettet hat", so Trainer Lieberknecht.
Angesprochen auf seine Glanzleistung, lobte Krahl auch seine Vorderleute: "Die defensive Arbeit war herausragend. Du kannst nur als Kollektiv zu null spielen." Er freue sich immer, Schüsse auf sein Tor zu bekommen, gab Krahl außerdem zu. "Man will ja auch Bälle halten, ist doch klar, sonst müsste man das doch alles nicht machen", so der 26-Jährige.
Auch wenn die Saison aus FCK-Sicht gelaufen zu sein scheint, für die Fußballer-Seele ist der Sieg in Berlin dennoch wichtig. "Das gibt uns einfach ein sehr gutes Gefühl. Es gibt uns das Gefühl, dass wir auch auswärts punkten können – auch hier, wo es mit am schwersten ist", so Krahl.
Mit diesem Erfolgserlebnis in der Fremde kann der 1. FC Kaiserslautern optimistisch in die nächste Woche blicken. Denn da steht gleich schon das nächste Auswärtsspiel auf dem Plan. Am Freitagabend (18:30 Uhr) spielt der FCK, der nun mit 46 Punkten auf Platz 7 steht, dann bei Holstein Kiel.