"Sind wir schon wach?", fragte Trainer Frank Schmidt. "Tatsächlich?" Sein 1. FC Heidenheim hatte gerade bei der TSG Hoffenheim mit 1:3 verloren und konnte froh sein, dass die Niederlage nicht noch deutlich höher ausgefallen war. Der FCH-Coach war mächtig angefressen. "Wir haben echt eine ganz schwache Leistung gebracht, hatten keine Energie auf dem Platz und haben keine Zweikämpfe gewonnen", monierte Schmidt im Interview mit SWR Sport.
Nach dem Sieg gegen Augsburg und dem Punkt gegen Bremen war das Spiel in Hoffenheim "mindestens ein Schritt zurück". "Wenn wir so spielen wie heute, sind wir in der Bundesliga chancenlos", kritisierte Schmidt deutlich.
Heidenheim verliert plötzlich die Kontrolle
Dabei war der FCH recht gut ins Spiel gestartet, ließ wenig zu und nahm dem Hoffenheimer Angriff zu Beginn die Freude am Spiel. Doch dann schliefen die Heidenheimer: ein schneller TSG-Einwurf, ein Pass, ein Schuss - 0:1 (Fisnik Asllani, 18. Minute). Danach war es vorbei mit der Spielkontrolle des Schmidt-Teams. "Extrem schlecht und extrem dämlich", ärgerte sich FCH-Kapitän Patrick Mainka .
Zwar sah es lange Zeit so aus, als könnten die gefällig kombinierenden Hoffenheimer kein Kapital aus der Heidenheimer Schlafmützigkeit schlagen, weil es den Kraichgauern im Strafraum an Präzision fehlte. Doch als sie zum Ende der ersten Halbzeit dann doch einmal die Schuhe richtig justiert hatten, konnten die Heidenheimer nach einem Ballverlust wieder nur hinterherschauen: ein Steilpass, ein Querpass, ein Schuss - 0:2 (Tim Lemperle, 45.+2). Für Mainka war es ein "maximal dämliches Gegentor".
Heidenheimer Hoffnung währte nur kurz
Nach der Pause kam Heidenheim zwar besser ins Spiel und sogar zu Chancen. Doch die Hoffnung auf den Anschlusstreffer war vergeblich. Denn Hoffenheim machte es wieder schnell: ein Steilpass, ein Haken, ein Schuss - 0:3 (Andrej Kramaric, 63.).
"Heute wurde uns wieder vor Augen geführt, dass wir in der Bundesliga keine Chance haben, wenn wir nicht an unser Limit kommen", analysierte Mainka. "Denn ich glaube nicht, dass Hoffenheim ein besonders gutes Spiel gemacht hat, sondern sie haben einfach nur das ausreichende getan, um heute drei Punkte zu holen."
Mainka: Heidenheim kann nur am Limit punkten
Dabei hatte der FCH noch Glück im Unglück: Durch die Niederlagen von Augsburg (0:6 gegen RB Leipzig) und St. Pauli (0:2 gegen Eintracht Frankfurt) ist der Rückstand auf Platz 15 nicht angewachsen. Die Eintracht ist kommenden Samstag (ab 15: 30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) in Heidenheim zu Gast.
SWR Sport | 26.04. ab 21:45 Uhr SWR Sport mit Welttorhüterin und Fußball-Expertin Almuth Schult
Endspurt in der Bundesliga: Wohin geht die Reise unserer Vereine aus dem Südwesten? Welche Spieler sind in WM-Form? ARD-WM-Expertin Almuth Schult analysiert die Lage der Liga.
Um gegen den Europapokal-Aspiranten etwas mitzunehmen, muss jedoch eine Leistungssteigerung her: "In die Köpfe muss einfach rein: Wenn wir ans Limit kommen, dann kämpfen wir zumindest um Punkte", sagte Mainka. "Das wird jede Woche aufs Neue die Aufgabe sein und dafür müssen wir uns jede Woche aufs Neue motivieren und nach Rückschlägen so schnell wie möglich wieder aufstehen."