Zwei schwierige Spiele, vier Punkte: Rein ergebnistechnisch ist der Karlsruher SC im neuen Jahr in der 2. Liga in der Spur. Die sechs sieglosen Spiele in Serie mit lediglich einem Zähler vor Weihnachten scheinen weit weg. Dennoch sind die Badener nicht stabil. Beim 2:0-Auswärtserfolg letzte Woche bei Preußen Münster waren die drei Punkte vor allem der starken Leistung von Keeper Hans Christian Bernat einerseits sowie gnadenloser Effizienz andererseits geschuldet. Beim 2:2 gegen Hertha BSC am Samstag (24.01.) verspielte die Mannschaft von Coach Eichner zweimal eine Führung und hätte sich am Ende auch nicht über eine Niederlage beschweren dürfen.
KSC-Trainer Christian Eichner: "Wir nehmen den Punkt mit"
"Wir waren fußballerisch teilweise viel zu unsauber. Trotzdem hatten wir die Chancen, den Deckel draufzulegen", sagte Trainer Eichner nach der Partie im ARD-Interview. "Auf Strecke ist es dann ein sehr verdientes Unentschieden. Wir nehmen den Punkt mit und bleiben in einer sehr anständigen Phase."
Traumtor von Sebastian Jung
Fabian Schleusener (7. Minute) hatte den KSC vor 33.180 Zuschauern früh in Führung gebracht, ehe Hertha-Kapitän Fabian Reese (20.) beim zwischenzeitlichen Ausgleich von einem eklatanten Fehler im Spielaufbau von Karlsruhes Marvin Wanitzek profitierte. Die Gastgeber machten nach dem Rückschlag aber weiter Druck. Philipp Förster (24.) scheiterte noch am Pfosten. Durch einen sehenswerten Treffer von Routinier Sebastian Jung durften die Badener aber nur zwei Minuten später trotzdem jubeln. Nach Wiederbeginn hatten die Gäste die klareren Torchancen - und belohnten sich durch Jeremy Dudziak (79.). Karlsruhe agierte offensiv gefällig und spielte sich Gelegenheiten heraus, in der Defensive waren die Badener aber zu fehleranfällig, um einen Heimerfolg verdient gehabt zu haben.
Sebastian Jung: "Das Ergebnis ist okay"
"Kann man mal so machen", sagte Jung augenzwinkernd über seine Volley-Abnahme aus knapp 20 Metern zum zwischenzeitlichen 2:1 für den KSC. "Aufgrund der letzten 30 Minuten des heutigen Spiels ist das Ergebnis okay. Wir hätten auf 3:1 stellen können, hatten aber am Ende nicht mehr so den Zugriff."
So wurde es nichts mit dem "perfekten Sechs-Punkte-Start" des KSC aus der Winterpause. Für Jung sind vier Zähler aus den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres aber voll in Ordnung. "So langsam kommen die verletzten Spieler alle zurück - und sie helfen uns natürlich, auch wenn wir ihr Fehlen gut kompensiert haben", sagte der Flügelverteidiger.
Jung spielte damit auf die in der Hinserie lange Zeit verletzten Lilian Egloff und Louey Ben Farhat an. Egloff saß gegen Hertha BSC zunächst auf der Bank und wurde in der 74. Minute für Farhat eingewechselt. Sollten die beiden technisch starken Offensivspieler bald wieder im Vollbesitzt ihrer Kräfte sein, dürfte sich das KSC-Offensivspiel weiter steigern.
Nach Sieg in Münster Aufatmen beim Karlsruher SC: Die Unterschiedsspieler sind zurück
Der Karlsruher SC hat zum Re-Start der 2. Bundesliga wieder in die Spur gefunden. Zusätzlich Mut für die kommenden Aufgaben macht die Rückkehr von zwei Leistungsträgern.
"Egloff etwa braucht noch die ein oder andere Einheit. Auch bei Farhat sieht man an der ein oder anderen Stelle, dass es nicht immer gleich sofort weitergeht, sondern dass es ein paar Trainings braucht", sagte auch Coach Eichner. "Wir brauchen alle Mann, um einen Gegner wie Hertha BSC schlagen zu können."
"Nur so geht es"
Eichner ist jedenfalls mit dem Start in die Rückrunde zufrieden. "Den Negativtrend haben die Jungs gestoppt. Sie sind sehr fleißig - und nur so geht es", sagte er. "Wenn die Mannschaft das weiter beherzigt, kann sie jeden schlagen."
In der Tabelle der 2. Liga liegt der KSC nun auf dem achten Platz. Weiter geht es am nächsten Samstag bei Kellerkind Eintracht Braunschweig (31.01., 13 Uhr).