Auswärtssieg in Magdeburg

"Die Leute lieben ihn": KSC-Juwel Louey Ben Farhat ebnet mit zwei Traumtoren den Weg

Der Karlsruher SC hat mit einem Auswärtssieg in Magdeburg die Diskussionen um Trainer Christian Eichner endgültig verstummen lassen. Matchwinner war mit Louey Ben Farhat ein Eigengewächs.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Krise? Welche Krise? Der Karlsruher SC hat in der 2. Liga mit einem 3:1 (1:0) in Magdeburg seinen zweiten Erfolg in Serie gefeiert. Der erst 19-jährige Angreifer Louey Ben Farhat war mit zwei Traumtoren "Man of the Match".

Louey Ben Farhat ist nicht zu stoppen

Bei seinem ersten Treffer schaltete das Eigengewächs der Badener nach einem Magdeburger Ballverlust schnell. Ben Farhat wurde auf halblinks von KSC-Kapitän Marvin Wanitzek steil geschickt, setzte sich technisch stark erst gegen Jean Hugonet und dann gegen Silas Gnaka durch, ehe er den Ball aus 14 Metern in den linken Winkel knallte (20. Minute). In der 53. Minute nahm Ben Farhat einen nicht ganz sauber gespielten Pass von Dzenis Burnic mit dem Rücken zum Tor auf, drehte auf und traf unhaltbar ins rechte Eck. Die Saisontore drei und vier für das 19-jährige Juwel.

Christian Eichner: "Das Pendel schlägt auf unsere Seite um"

"Er ist ein Spieler, den wir nicht ersetzen können. Das haben wir in schlechteren Phasen gemerkt. Momentan schlägt das Pendel dann auf unsere Seite um", sagte KSC-Coach Christian Eichner nach der Partie über den Matchwinner und spielte auf den Mittelfußbruch des Youngsters am dritten Spieltag der aktuellen Saison an, der ihn über weite Teile der Hinrunde zum Zuschauen gezwungen hatte.

Der Trainer bescheinigte dem Top-Talent Potenzial für deutlich mehr: "Er ist im Dunstkreis der Nationalmannschaft seines Heimtlandes Tunesien. Die Leute lieben ihn und er zahlt voll auf die Strategie des KSC ein." Diese besagt, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, Spieler zu entwickeln und später Gewinne zu erzielen.

Louey Ben Farhat: "Jetzt heißt es daran anzuknüpfen"

Der Doppeltorschütze selbst war nach der Partie überglücklich. "Das war der beste Treffer meiner bisherigen Karriere", sagte er über seinen Führungstor in Magdeburg. "Ich bin einfach happy! Über die zwei Tore und über den Auswärtssieg. Die drei Punkte waren sehr wichtig für uns alle. Jetzt heißt es daran anzuknüpfen."

Ben Farhat kurbelte gemeinsam mit Wanitzek, der kurz vor Schluss den dritten KSC-Treffer erzielte (87.), die Offensive an. Der Angriff der Badener bewies Effizienz, während die Defensive kämpferisch verteidigte und auf das Glück des Tüchtigen sowie einen starken Keeper Hans Christian Bernat bauen konnte, der einige Magdeburger Chancen stark vereitelte. Der Matchplan von Trainer Eichner, dem FCM meist den Ball zu überlassen und auf Umschalten sowie Konter zu setzen, ging voll auf.

Beim KSC ist vorerst Ruhe eingekehrt

Dabei hatte Eichners Beurlaubung noch vor knapp zwei Wochen im Raum gestanden. Nach nur einem Sieg aus elf Pflichtspielen und dem 1:5 in Nürnberg wackelte sein Stuhl deutlich, ehe sich Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann in einem Klub-Statement zu seinem Trainer bekannte. Es folgten das 3:1 gegen Kiel - der erste Heimsieg seit dem 01.11. - und nun eben der Erfolg in Magdeburg. Die Krise des KSC ist beendet, der Klub liegt mit 33 Punkten auf Rang acht, Ruhe ist eingekehrt.

Eichner selbst ist indes erfahren genug um zu wissen, dass das Fußball-Geschäft schnell zu Ausschlägen neigt - in beide Richtungen. Dementsprechend ordnete er den Auswärtssieg ein. "Es war ein typisches Magdeburg-Spiel. Du kannst hier einplanen, dass du weniger den Ball hast. Wir mussten eine Frustrationstoleranz haben - und dazu eine Qualität in der Offensive zeigen. Das hat die Mannschaft gemacht", resümierte der Coach nüchtern.

Weiter geht es für den KSC mit einem Heimspiel gegen Dynamo Dresden (08.03., 13:30 Uhr). Dann wolle man "weiter Gas geben", so Ben Farhat. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Nicht nur für den Klassenerhalt, sondern für uns. Dann wird das schon."