Die Heimkönige im Verfolgerduell
Sowohl der Karlsruher SC als auch der 1. FC Kaiserslautern sind ordentlich in diese Saison gestartet. Nach acht Spielen haben beide Teams 15 Punkte. Der KSC ist Tabellensiebter, der FCK ist Sechster. Ein etwaiger Sieger des Südwestduells festigt seinen Platz in der Spitzengruppe, könnte sogar bis auf Rang drei vorrücken.
Mit Blick auf die Statistik sind die Badener der klare Favorit. Beide Teams haben zu Hause noch eine makellose Bilanz, sind im deutschen Unterhaus die einzigen Klubs mit vier Siegen in vier Heimspielen. Kurios: Der KSC hat dabei von allen Heimteams am wenigsten Ballbesitz (42 Prozent). Auswärts läuft es für Karlsruhe und Kaiserslautern bisher eher mäßig - je drei Punkte in vier Partien die Bilanz beider Teams.
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Wanitzek vs. Prtajin: Das Duell der Ballermänner
Mit Marvin Wanitzek und Ivan Prtajin spielen am Samstag die abschlussfreudigsten Spieler der 2. Liga gegeneinander. Insgesamt 30 Mal hat Wanitzek in dieser Spielzeit schon aufs Tor geschossen - so oft wie kein anderer Akteur. Prtajin verzeichnet die zweitmeisten Abschlüsse (gemeinsam mit Felix Klaus von der SpVgg Greuther Fürth), kommt auf 26 Torschüsse.
Beim FCK-Neuzugang ist aber vor allem seine Effizienz beeindruckend. Prtajin hat in der Liga schon sieben Tore für die Pfälzer erzielt - bei gerade einmal sechs Einsätzen. Auch Wanitzek überzeugt mit Effizienz, vor allem dann, wenn er gegen Kaiserslautern spielt. In den vergangenen vier Duellen gegen den FCK schoss der KSC-Kapitän drei Tore und bereitete ein weiteres vor.
Das Südwestduell ist auch Kopfsache
Der KSC und der FCK sind die beiden kopfballstärksten Mannschaften der 2. Liga. Beide gewannen knapp 56 Prozent ihrer Luftduelle und waren mit dem "Molli" beziehungsweise dem "Kopp" auch schon erfolgreich. Die Karlsruher trafen in den vergangenen zwei Spielen jeweils per Kopf, der FCK erzielte in dieser Saison insgesamt schon fünf Kopfballtore - Ligabestwert.
Bei dieser Statistik verwundert es nicht, dass die Badener sowie die Pfälzer verhältnismäßig viel auf Flanken setzen. Der KSC schlug in dieser Saison bereits 100 Flanken, liegt im Ligavergleich damit auf Platz zwei hinter Dynamo Dresden. Der FCK ist in dieser Tabelle Vierter, schlug 88 Flanken. Mit schon fünf Tore nach Hereingaben aus dem Spiel sind die Pfälzer gemeinsam mit Hertha Berlin sogar Liga-Primus.
Wenig Spielanteile auf beiden Seiten
Interessant könnte am Samstag die Ballbesitz-Verteilung werden. Beide Teams sind bisher nicht wirklich scharf darauf, das Spiel zu machen. Der 1. FC Kaiserslautern hat in dieser Saison durchschnittlich lediglich 45,1 Prozent Ballbesitz, weniger hat nur Greuther Fürth (43,8). Der Karlsruher SC hat nur unwesentlich mehr Spielanteile (45,4), liegt in dieser Rangliste auf Platz 16.
Dazu passt es, dass sowohl die Badener als auch die Pfälzer vermehrt auf lange Bälle setzen. Der KSC kommt gemeinsam mit dem SC Paderborn auf die meisten langen Pässe aus dem Spiel (354), Kaiserslautern in dieser Statistik auf Rang vier (349). Bezüglich der Effizienz haben beide aber Luft nach oben. Was erfolgreiche lange Pässe angeht, liegt Karlsruhe nur auf Rang vier im Liga-Vergleich, Kaiserslautern ist Achter.
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Die letzten zehn Duelle: Ausgeglichener geht es kaum
KSC gegen FCK war in der jüngeren Vergangenheit ein sehr ausgeglichenes Aufeinandertreffen. Von den letzten zehn Partien endeten vier Unentschieden, dreimal gewann Karlsruhe, dreimal Kaiserslautern. Dabei geht das Torverhältnis an die Badener (13:11).
Auffällig: Der Heimvorteil scheint im Südwestduell keine zu große Rolle zu spielen. Die Roten Teufel gewannen sogar zwei der vergangenen fünf Gastspiele im Wildpark - zuletzt allerdings im Februar 2019 in der 3. Liga (1:0).