Fußball | 2. Bundesliga

Ballermänner, Heimkönige und mehr: Fakten zum Südwestduell zwischen dem KSC und dem FCK

Am Samstag (13:00 Uhr) empfängt der Karlsruher SC in der 2. Bundesliga den 1. FC Kaiserslautern. Ein Südwestduell mit viel Historie und interessanten Statistiken.

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Stand

Von Autor/in David Luding

Die Heimkönige im Verfolgerduell

Sowohl der Karlsruher SC als auch der 1. FC Kaiserslautern sind ordentlich in diese Saison gestartet. Nach acht Spielen haben beide Teams 15 Punkte. Der KSC ist Tabellensiebter, der FCK ist Sechster. Ein etwaiger Sieger des Südwestduells festigt seinen Platz in der Spitzengruppe, könnte sogar bis auf Rang drei vorrücken.

Mit Blick auf die Statistik sind die Badener der klare Favorit. Beide Teams haben zu Hause noch eine makellose Bilanz, sind im deutschen Unterhaus die einzigen Klubs mit vier Siegen in vier Heimspielen. Kurios: Der KSC hat dabei von allen Heimteams am wenigsten Ballbesitz (42 Prozent). Auswärts läuft es für Karlsruhe und Kaiserslautern bisher eher mäßig - je drei Punkte in vier Partien die Bilanz beider Teams.

Wanitzek vs. Prtajin: Das Duell der Ballermänner

Mit Marvin Wanitzek und Ivan Prtajin spielen am Samstag die abschlussfreudigsten Spieler der 2. Liga gegeneinander. Insgesamt 30 Mal hat Wanitzek in dieser Spielzeit schon aufs Tor geschossen - so oft wie kein anderer Akteur. Prtajin verzeichnet die zweitmeisten Abschlüsse (gemeinsam mit Felix Klaus von der SpVgg Greuther Fürth), kommt auf 26 Torschüsse.

Beim FCK-Neuzugang ist aber vor allem seine Effizienz beeindruckend. Prtajin hat in der Liga schon sieben Tore für die Pfälzer erzielt - bei gerade einmal sechs Einsätzen. Auch Wanitzek überzeugt mit Effizienz, vor allem dann, wenn er gegen Kaiserslautern spielt. In den vergangenen vier Duellen gegen den FCK schoss der KSC-Kapitän drei Tore und bereitete ein weiteres vor.

Das Südwestduell ist auch Kopfsache

Der KSC und der FCK sind die beiden kopfballstärksten Mannschaften der 2. Liga. Beide gewannen knapp 56 Prozent ihrer Luftduelle und waren mit dem "Molli" beziehungsweise dem "Kopp" auch schon erfolgreich. Die Karlsruher trafen in den vergangenen zwei Spielen jeweils per Kopf, der FCK erzielte in dieser Saison insgesamt schon fünf Kopfballtore - Ligabestwert.

Bei dieser Statistik verwundert es nicht, dass die Badener sowie die Pfälzer verhältnismäßig viel auf Flanken setzen. Der KSC schlug in dieser Saison bereits 100 Flanken, liegt im Ligavergleich damit auf Platz zwei hinter Dynamo Dresden. Der FCK ist in dieser Tabelle Vierter, schlug 88 Flanken. Mit schon fünf Tore nach Hereingaben aus dem Spiel sind die Pfälzer gemeinsam mit Hertha Berlin sogar Liga-Primus.

Kader des KSC in der Saison 19641965
Die Anfänge der Rivalität - KSC-Mannschaft 1964/65: In der zweiten Saison der Fußball-Bundesliga gehörte auch der Karlsruher SC zum Teilnehmerfeld – und traf in der neuen Liga auf den 1. FC Kaiserslautern. 12.000 Zuschauer sahen damals, wie der KSC am 05.12.1964 mit 6:1 gegen die Pfälzer gewann, auch das Rückspiel ging mit 1:0 an die Karlsruher. Bereits in der Vorsaison gab es einen 5:1 Sieg der Karslruher. Bild in Detailansicht öffnen
Hermann Bredenfeld beim versuch eines Kopfballs
Torreicher Schlagabtausch im Wildpark: Vor 35.000 Zuschauern unterlag der Karlsruher SC am 8. November 1975 dem 1. FC Kaiserslautern mit 3:5 – ein Derby, das vor allem wegen seiner Offensivpower in Erinnerung blieb. Bild in Detailansicht öffnen
Der Kaiserslauterer Norbert EILENFELDT (R) erzielt vorbei am Karlsruher Torwart Rudi WIMMER und Helmut ZAHN das Tor zum 2:0. 1. FC Kaiserslautern - Karlsruher SC 26.03.1983
Machtdemonstration auf dem Betzenberg: Am 26. März 1983 wurde der Karlsruher SC vom 1. FC Kaiserslautern mit 0:7 überrollt – Andreas Brehme, Norbert Eilenfeldt und Torbjörn Nilsson trafen doppelt. Für den KSC war die Partie Sinnbild einer schweren Saison, die am Ende mit dem Abstieg aus der Bundesliga endete. Im Bild: FCK-Spieler Norbert Eilenfeldt (r) köpft am Karlsruher Torwart Rudi Wimmer und Helmut Zahn vorbei zum 2:0. Bild in Detailansicht öffnen
Emanuel GÜNTHER (9) bejubelt sein Tor zum 4:4 Ausgleich in der Verlängerung mit Uwe BÜHLER (11)
Nur ein halbes Jahr nach dem 0:7-Debakel auf dem Betzenberg bekam der KSC die Chance zur Revanche – dieses Mal im DFB-Pokal. Und plötzlich war alles anders: Ausgerechnet der Absteiger aus Karlsruhe drehte das Spiel nach 0:2-Rückstand und warf Kaiserslautern mit 5:4 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb. Neben dem dreifachen Torschützen Emanuel Günther (2.v.li) wurde auch Uwe Bühler (1.v.li) mit seinem Treffer zum 5:4 in der 119. Minute zum Helden des Abends. Bild in Detailansicht öffnen
Karlsruher SC - 1. FC Kaiserslautern: Pavel Kuka (li., Kaiserslautern) gegen Thorsten Fink (KSC)
Tor-Spektakel im Wildpark: Am 1. Oktober 1994 trennten sich der Karlsruher SC und der 1. FC Kaiserslautern 3:3 – nach 0:3-Rückstand rettete der KSC durch einen Doppelschlag von Adrian Knup noch ein Remis. Es war eines von mehreren packenden, aber letztlich ausgeglichenen Duellen dieser Ära: Zwischen 1993 und 1996 trennten sich beide Rivalen in der Bundesliga stets unentschieden. Das sollte sich im nächsten Spiel allerdings ändern. Bild in Detailansicht öffnen
Martin Wagner (FCK) nach seinem Tor zum 1:0
Der Moment, der alles entschied: Martin Wagner trifft im Pokalfinale 1996 per direktem Freistoß – das 1:0 für den 1. FC Kaiserslautern gegen den Karlsruher SC. Bild in Detailansicht öffnen
Jubel FCK mit Pokal, Oliver Schäfer und Axel Roos.
Triumph trotz Abstiegs: Der FCK feiert in Berlin den Pokalsieg – und schreibt mit dem Erfolg gegen den badischen Rivalen das wohl dramatischste Kapitel der Derbygeschichte. Oliver Schäfer und Axel Roos mit dem DFB Pokal. Bild in Detailansicht öffnen
Säbeltanz im Mittelfeld: Sforza und Buchwald (KSC) heben die Beine in beachtliche Höhen
Das bislang letzte Bundesliga-Derby der beiden Vereine: Am 27. Februar 1998 trennten sich der 1. FC Kaiserslautern und der Karlsruher SC 0:0. Während der KSC in dieser Saison abstieg, feierte Lautern seine vierte deutsche Meisterschaft – ein symbolisches Ende der klassischen Bundesliga-Derbys zwischen beiden Vereinen. Sforza (FCK) und Buchwald (KSC) hier im Zweikampf. Bild in Detailansicht öffnen
4:0 für den Karlsruher SC durch Budu Zivzivadze
Sprung in die Gegenwart: Im Februar 2024 feierte der Karlsruher SC einen 4:0-Auswärtssieg beim 1. FC Kaiserslautern vor 49.327 Zuschauern. Seit dem letzten Duell im Oberhaus gewann der FCK allerdings sieben mal, während der KSC nur vier Duelle gewinnen konnte. Neun Spiele endeten unentschieden. Zwei Spiele fanden in der dritten Liga statt, 18 in Liga zwei. Bild in Detailansicht öffnen

Wenig Spielanteile auf beiden Seiten

Interessant könnte am Samstag die Ballbesitz-Verteilung werden. Beide Teams sind bisher nicht wirklich scharf darauf, das Spiel zu machen. Der 1. FC Kaiserslautern hat in dieser Saison durchschnittlich lediglich 45,1 Prozent Ballbesitz, weniger hat nur Greuther Fürth (43,8). Der Karlsruher SC hat nur unwesentlich mehr Spielanteile (45,4), liegt in dieser Rangliste auf Platz 16.

Dazu passt es, dass sowohl die Badener als auch die Pfälzer vermehrt auf lange Bälle setzen. Der KSC kommt gemeinsam mit dem SC Paderborn auf die meisten langen Pässe aus dem Spiel (354), Kaiserslautern in dieser Statistik auf Rang vier (349). Bezüglich der Effizienz haben beide aber Luft nach oben. Was erfolgreiche lange Pässe angeht, liegt Karlsruhe nur auf Rang vier im Liga-Vergleich, Kaiserslautern ist Achter.

Kaiserslautern

Fußball | 2. Bundesliga Derby gegen den KSC: Für FCK-Boss Hengen "kein richtiges Auswärtsspiel"

Vor dem Nachbarschaftsduell beim KSC knistert es am Betzenberg. FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen spricht im SWR-Interview über eine besondere Begegnung.

Stadion SWR1

Die letzten zehn Duelle: Ausgeglichener geht es kaum

KSC gegen FCK war in der jüngeren Vergangenheit ein sehr ausgeglichenes Aufeinandertreffen. Von den letzten zehn Partien endeten vier Unentschieden, dreimal gewann Karlsruhe, dreimal Kaiserslautern. Dabei geht das Torverhältnis an die Badener (13:11).

Auffällig: Der Heimvorteil scheint im Südwestduell keine zu große Rolle zu spielen. Die Roten Teufel gewannen sogar zwei der vergangenen fünf Gastspiele im Wildpark - zuletzt allerdings im Februar 2019 in der 3. Liga (1:0).