Wenn am Samstag um 13 Uhr das Spiel zwischen dem KSC und dem 1. FC Kaiserslautern angepfiffen wird, kennt einer im Wildpark beide Seiten: Thomas Hengen. Der FCK-Geschäftsführer gehört zu den Spielern, die sowohl für die Roten Teufel als auch für den KSC aufgelaufen sind.
Während der Saison 1995/96 verständigte sich der in Landau geborene Mittelfeldakteur des FCK mit den Badenern über einen Wechsel zur neuen Spielzeit. Die Pfälzer mussten 1996 erstmals den Gang in die 2. Liga antreten. In seinem letzten Spiel für die Pfälzer traf Hengen ausgerechnet auf den KSC. Im DFB-Pokalfinale siegten die Roten Teufel gegen die favorisierten Badener mit 1:0 und feierten nach dem Abstieg einen bittersüßen Triumph.
KSC gegen den FCK: "Ein Derby ist ein Derby"
Viel Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen, bleibt dem 51-Jährigen vor der Partie der beiden heimstärksten Teams der 2. Liga nicht. Zumal das alles auch fast schon 30 Jahre her ist. An der Bedeutung des Duells hat sich in all der Zeit aber nichts geändert.
"Ein Derby ist ein Derby, und die Rivalität ist die gleiche. Einfach durch die Begebenheit, dass man nah beieinander ist", sagt Hengen. Nur 65 Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Betzenberg und der Karlsruher Arena.
KSC gegen FCK - der Sieger beißt sich oben fest
"Wir freuen uns riesig auf das Spiel. Es ist für uns das einzige Derby in der 2. Liga. Derbys sind das Salz in der Suppe", weiß Hengen. "Ein Derby kann immer andere Wendungen nehmen. Da muss man immer hellwach sein. Wir müssen Gas geben und versuchen, unseren Fans einen Sieg zu schenken."
Der Derbycharakter wird das Spiel also prägen, auch wenn der sportliche Wert schon ohne den ungeliebten Nachbarn für beide Seiten groß genug ist. Sowohl der KSC als auch der FCK haben 15 Punkte auf dem Konto und haben als bislang einzige Teams alle vier Heimspiele gewonnen. Wer am Samstag als Gewinner vom Feld geht, wird sich vorerst einen Platz in der Spitzengruppe gesichert haben.
Hengen: Derby ist "kein richtiges Auswärtsspiel"
In gegnerischen Stadien hat sich der FCK in dieser Saison bislang schwer getan. Lediglich bei der SpVgg Greuther Fürth, als die Roten Teufel fast über die komplette Spielzeit in Überzahl agierten, sprang ein Sieg heraus (3:0). Ansonsten setzte es drei Niederlagen. Da kommt die nächste Aufgabe gerade recht. Bei Derbys herrsche eine andere Atmosphäre: "Es ist kein richtiges Auswärtsspiel." Hengen hofft, die Mannschaft werde daher "anders auf Spannung sein und das Spiel anders angehen". 3.000 bis 4.000 Fans werden die Roten Teufel im Wildpark unterstützen.
Dafür setzt FCK-Trainer Torsten Lieberknecht auf einige besondere Reize. "Wir fahren nach dem Abschlusstraining nach Karlsruhe und verändern dort bewusst einige Abläufe, um neue Impulse zu setzen. Beim letzten Auswärtsspiel in Paderborn waren wir zum Beispiel sehr früh im Stadion, was den Ablauf etwas gezogen hat. Das wollen wir dieses Mal anders gestalten, sagte der Coach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.
SWR Sport | 24. Mai ab 22:00 Uhr SWR Sport mit DFB-Pokalfinale, Europa League-Finale und Nils Petersen
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Aremu-Einsatz beim FCK offen
Auch für den 52-Jährigen ist dieses Duell etwas Besonderes. "Ich war früher selbst als Fan bei Spielen im alten Fritz-Walter-Stadion, als Winnie Schäfer der Trainer beim KSC war. Da hat man die besondere Atmosphäre gespürt." Der Charakter solcher Partien sei ähnlich eines Pokalspiels, sagt Lieberknecht.
In Karlsruhe muss der FCK weiterhin auf die Langzeitverletzten Kenny Prince Redondo und Simon Asta verzichten. Maxwell Gyamfi sitzt noch ein Spiel seiner Rotsperre ab. Afeez Aremu hat wegen eines grippalen Infekts einige Trainingstage verpasst, sein Einsatz ist noch fraglich.