Für den Karlsruher SC bedeutete das Gastspiel bei Holstein Kiel einen gebrauchten Nachmittag. Die Mannschaft von Trainer Christian Eichner verschlief die ersten 35 Minuten komplett, zeigte sich in der Defensive fehleranfällig und im eigenen Offensivspiel lief nur sehr wenig zusammen. Lediglich in der Phase kurz vor der Halbzeitpause und kurz nach dem Seitenwechsel strahlten die Badener Gefahr für das Tor der Störche aus, von sporadischen Einzelaktionen einmal abgesehen.
Am Ende hieß es nach den Treffern von Adrian Kapralik (25. Minute), David Zec (36.) und Phil Harres (71.) 3:0 für Holstein. Das Resultat ging auch in der Höhe in Ordnung - der KSC fand nicht zu seinem Spiel und musste somit seine erste Saisonniederlage in der 2. Liga einstecken.
KSC-Coach Christian Eichner hat eine lange Mängelliste
Dementsprechend war die Stimmung nach der Partie bei den Südwestdeutschen. "Wir sind auf einen sehr guten Gegner getroffen", konstatierte KSC-Coach Eichner gegenüber der ARD, um dann die Defizite seiner Mannschaft aufzuzählen: "Wir haben die Gegentore teilweise selbst aufgelegt. Wir haben den Spielverlauf früh aus der Hand gegeben. Wir haben es zudem im Offensivspiel nicht geschafft, Impulse vor dem gegnerischen Tor zu setzen. Deswegen war das Ergebnis heute verdient."
Nachdem die Karlsruher Defensive in den vergangenen vier Ligapartien nur einen Treffer zugelassen hatte und vor dem Spiel als beste Abwehr der Liga galt, wirkte sie in Kiel überfordert. "Wir waren insgesamt zu fahrig", monierte Eichner. "Gepaart mit der Qualität des Gegners kassiert man dann halt mal drei Tore."
Marvin Wanitzek: "Kiel war im Kopf schneller als wir"
Ähnlich ordnete KSC-Kapitän Marvin Wanitzek die Niederlage ein. "Kiel war uns in einigen Situationen einen Tick voraus und im Kopf schneller als wir", sagte der Mittelfeldspieler. "Wir haben nicht gut verteidigt. Deswegen war es eine verdiente Niederlage."
Mit elf Punkten aus sechs Spielen ist der Saisonstart des Karlsruher SC aber immer noch ordentlich - die Badener gehören zur erweiterten Spitzengruppe der 2. Liga. Gegen den 1. FC Magdeburg (27.09., 13 Uhr) kann sich der KSC für die Pleite von Kiel rehabilitieren.
"Die Niederlage müssen wir akzeptieren"
Und genau das ist das Ziel. Ohnehin, so Eichner weiter, sei die Niederlage in Kiel kein Beinbruch, denn so ein Spiel könne immer mal vorkommen. "Es ist nicht so, dass wir in den letzten Wochen gedacht haben, dass wir durch die Liga marschieren", mahnte Eichner Realismus an. "Wir sind gut in die Saison gestartet - und heute sind wir auf einen besseren Gegner getroffen", sagte er. Deshalb müsse man "die Niederlage akzeptieren".