Mainz 05 war in Hamburg noch gar nicht richtig auf dem Platz und lag schon 0:2 hinten. "Das ist viel zu wenig, leider", ärgerte sich der Mainzer Kapitän Nadiem Amiri im Interview mit SWR Sport. Und mit den beiden Gegentoren von Albert Sambi Lokonga (6.) und Rayan Philippe (10.) waren die Rheinhessen in der ersten Hälfte noch gut bedient. "Taktisch stehen wir nicht gut. Wir sind zu offen und kriegen zu viele Konter.
Die Europapokal-Euphorie nach dem Sieg in Nikosia war jedenfalls schnell verpufft. Denn auch nach vorne ging fast nichts: "Mit Ball kombinieren wir uns eigentlich immer ganz okay an die Box, aber der letzte Punch fehlt immer", motzte Amiri. "Und natürlich auch die Einstellung: Wir versuchen immer alles zu geben, aber wir kriegen es gerade nicht auf den Platz." Sein Resümee: "Gut, dass jetzt Pause ist."
Mainz 05 lässt sich vom HSV auskontern
Wer dachte, nach der Pause kommt das große Aufbäumen, der sah sich getäuscht. Mainz 05 spielte, der Hamburger SV konterte. Jean-Luc Dompé (52.) zerstörte die Mainzer Hoffnungen auf die große Aufholjagd und Rayan Philippe (61.) drückte den Mainzern noch einen rein. "Mutig, aber auch ein Stück weit naiv, dass wir dann nochmal in zwei Konter hineinrennen", ärgerte sich Danny da Costa. Trainer Bo Henriksen war auch mit der Einstellung seiner Spieler nicht zufrieden: "Die waren klug mit dem Ball, und wir dachten, dass wir besser wären als wir sind." Der Frust saß tief: "Wir waren nicht gut genug heute."
Danny da Costa fordert Rückkehr zur "Mainzer DNA"
Torwart Lasse Rieß, der den rotgesperrten Robin Zentner vertrat, war nicht zu beneiden. Der 24-Jährige hat beim HSV mehr Gegentore hinnehmen müssen, als in all seinen Bundesliga-Spielen zuvor. Auch da Costa war mit der Mainzer Defensive nicht zufrieden: "Da muss uns einfach bewusst sein, dass es so, wie wir es heute angegangen sind, einfach nicht funktioniert." Der 32-Jährige vermisste vor allem die "Mainzer DNA": "Zweikämpfe, giftig sein - das muss wieder in unser Spiel. Denn das ist es, was uns im Grunde genommen auszeichnet."
Mainzer Ziele für die Länderspielpause
So gehen die Rheinhessen mit einem ganz miesen Gefühl in die Länderspiel-Pause, an deren Ende (Samstag, 18. Oktober, 15:30 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de) Bayer 04 Leverkusen wartet. Die Erfahrung aus der vergangenen Saison stimmt Chefcoach Henriksen jedoch optimistisch: "Wir haben Power gehabt, wir haben Energie gehabt. Es war eklig, gegen uns zu spielen. Das Wichtigste ist: Ich weiß, dass wir zurückkommen." Damit ist das Ziel für die zwei Wochen bis zum Leverkusen-Spiel gesetzt: "Jetzt müssen wir diese Power finden."