Drei Torschüsse! Mehr brachte Mainz 05 bei Eintracht Frankfurt nicht zustande. Statistisch gesehen hätte Mainz 05 damit 0,16 Tore schießen können. Zu wenig für Eintracht Frankfurt und nach aktuellem Stand auch zu wenig für die Bundesliga. Nur der 1. FC Heidenheim war an diesem Spieltag mit 0,12 erwarteten Toren noch schlechter. Und das schlägt sich in der Tabelle nieder: Mainz 05 bleibt wegen des etwas besseren Torverhältnisses Vorletzter vor dem 1. FC Heidenheim. "Das ist natürlich nicht einfach", meint Paul Nebel. "Wir versuchen uns aber nicht zu sehr zu sehr auf die Tabelle zu konzentrieren."
Mainz 05 in der Krise
Dennoch muss Trainer Bo Henriksen attestieren: "Das ist negativ. Wir haben fünf Punkte in zehn Spielen geholt. Deswegen müssen wir auch realistisch sein: Wir sind in einer Krise." Zu dem mauen Offensiv-Auftritt gesellte sich am Sonntag dieser eine Aussetzer, der die Mainzer am Ende mit leeren Händen dastehen ließ. "So ein Spiel musst du heute zu Null spielen", ärgerte sich der 50-Jährige, der zwar die schöne Einzelleistung von Ritsu Doan in der 81. Spielminute lobte, aber die Passivität seiner Abwehr geißelte: "Wir müssen diese Situation besser verteidigen."
Wer jedoch am Donnerstag den beherzten Auftritt und den emotionalen Sieg gegen die AC Florenz gesehen hat, wird sich fragen, warum die Mainzer nur drei Tage später so einen harmlosen Auftritt hinlegten. "Das ist eine gute Frage", meint Henriksen. Und schob gleich hinterher: "Alle Spieler probieren ihr Bestes. Ich bin sehr stolz auf diese Art und Weise. Wir haben nicht Glück und Qualität genug. Das ist auch eine Wahrheit."
Paul Nebel redet Mainz 05 stark
Das sah Paul Nebel jedoch anders: "Ich habe schon gespürt, dass uns dieser Sieg gegen Florenz sehr gut getan hat. Ich glaube, wir waren selbstbewusst, wir haben die Zweikämpfe geführt, wie man es von uns kennt. Und deswegen waren wir auch ein unangenehmer Gegner für die Eintracht", sagte der 23-Jährige. "Ich glaube, wenn wir die Leistung auf den Platz bringen, wie heute, dann werden wir auch wieder Punkte holen."
Und so gab sich auch der Mainzer Coach kämpferisch: "Wir müssen den Turnaround schaffen. Ich habe das schon so viele Male in meiner Karriere gemacht. Ich weiß also, was wir machen müssen. Aber das ist schwer. Das ist schwer für mich, sehr, sehr schwer für die Spieler, für den Verein und speziell für unsere Fans." Dazu brauche es "in den kommenden Spielen hoffentlich gute Erlebnisse".
Mainz 05 gibt sich kämpferisch
Laut Henriksen muss das "natürlich sofort kommen". Allerdings müssen die Mainzer bis zum 21. November auf das nächste Pflichtspiel warten. Dann ist Europapokal-Aspirant TSG Hoffenheim zu Gast. Henriksen hat also zwei Wochen Zeit, seine Mannschaft aus dem Krisenmodus zu holen: "Das Wichtigste ist, dass wir alle zusammen probieren, jeden Tag besser zu werden. Dazu brauche es jedoch "Glauben und Vertrauen", meint der Trainer. "Das ist ein Prozess jetzt. Und das ist ein schwieriger Prozess für alle."
Dennoch sieht auch Trainer Henriksen in der Krise eine Chance: "Wir lernen im Leben am meisten, wenn es nicht gut geht." Und besonders in Sachen Offensiv-Power haben die Mainzer derzeit noch viel nachzuholen. Paul Nebel ist jedoch überzeugt: "Wir lassen uns davon nicht einschüchtern."