Auch zwei Tage nach dem 4:1-Erfolg im Playoff-Rückspiel gegen Rosenborg Trondheim ist die Euphorie der Mainzer noch nicht verklungen. Nach dem verdienten Gang in die prallgefüllte feiernde Kurve am Donnerstagabend dürfte es noch eine lange Nacht gewesen sein für die Mannschaft von Bo Henriksen. Ob er müde sei, wird Henriksen am Freitag in der Pressekonferenz gefragt: „Nicht so müde wie letztes Mal, denn da haben wir verloren in Trondheim und sowas bleibt im Kopf. Man wird müde, wenn man zu viel denkt. Gestern Abend hatten wir keine Gedanken, wir haben nur Spaß gehabt. Unsere Fans waren da und alles war perfekt", erinnert sich der Coach an den Abend, an dem die Mainzer die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel vergessen machten.
Nach dem Sieg scheinen die Rheinhessen nicht nur den Einzug in die Ligaphase der Conference League zu feiern, sondern auch die Wiederentdeckung ihres Mainzer Selbstverständnisses: „Wir hatten das Gefühl: Das war wieder Mainz, wir sind wieder zurück", so Henriksen. Die Leistung stimme wieder überein mit der eines Vereins, der sich vergangene Saison eine Chance auf Europa erspielte. „Wir haben wieder Intensität und Energie und spielen guten Fußball. Und das gegen einen Gegner, der sehr tief stand. Gegen so einen Gegner auch Chancen zu kreieren, dieses Erlebnis war wichtig für uns. Jetzt sind wir zurück und wissen, was wir wollen und was wir können", erklärte Henriksen.
Mainz-Coach Henriksen: "Müssen in der Bundesliga gewinnen"
Was Mainz am Sonntag in Wolfsburg will, ist klar: Den verpatzen Saisonstart gegen Köln (0:1) wettmachen und drei Punkte holen. Gute Erinnerungen an Auswärtsspiele in Wolfsburg haben die Rheinhessen allemal: "Wir hatten letztes Jahr ein überragendes Erlebnis dort“, erinnert sich Bo Henriksen an den 3:1-Sieg, der den 05ern den Klassenerhalt gesichert hatte.
Unter ihrem neuen Cheftrainer Paul Simonis konnten die Wolfsburger ihrerseits am ersten Spieltag überzeugen. Beim 1. FC Heidenheim gewannen die Niedersachsen mit 3:1. „Sie spielen jetzt anders, verteidigen anders, aber das ist für uns nicht wichtig. Intensität, Power und Energie. Wenn wir das mitbringen, können wir gegen alle gewinnen", so Mainz-Coach Bo Henriksen selbstbewusst mit Blick auf die Partie am Sonntag. Trotz Europa-Euphorie ist für ihn klar: "Das wichtigste für unseren Verein ist die Bundesliga. In der Bundesliga müssen wir gewinnen. Das wird natürlich auch schwer gegen einen guten Gegner, aber wir haben Möglichkeiten in Wolfsburg."
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Mainz in Wolfsburg ohne Nebel, aber mit viel Weiper
Neben dem nach wie vor verletzten Benedict Hollerbach muss Mainz-Coach Henriksen am Sonntag noch auf den angehenden A-Nationalspieler Paul Nebel verzichten, der nach einer Roten Karte in der Partie gegen Köln für seine zweite Bundesligapartie gesperrt ist. „Wir sind natürlich nicht zufrieden, dass er am Sonntag nicht spielt." Nebel, der einen großen Anteil am Sieg in Trondheim hatte, sei seit seiner Rückkehr aus Karlsruhe vor einem Jahr nur besser geworden und im Mannschaftsgefüge inzwischen von großer Bedeutung: "Es hat ein wenig gedauert, bis er verstanden hat, dass es okay ist, Fehler zu machen. Seine Entwicklung war überragend und er ist nicht nur ein guter Fußballer, sondern auch ein guter Mensch. Er nimmt jeden Spieler mit und alle im Kader lieben ihn", freut sich der Mainzer Coach.
Ohne den gesperrten Nebel hofft Henriksen vor allem auf seinen formstarken Stürmer Nelson Weiper. Der 20-Jährige überzeugte in der Conference-League-Qualifikation, schoss im Rückspiel gegen Rosenborg Trondheim das 3:1 und war an vielen weiteren Szenen beteiligt. "Er will das beste für diesen Verein und hat es unglaublich gut gemacht. Es ist schwer für einen 20-jährigen Spieler“, so Henriksen, der sich auch auf die mediale Aufmerksamkeit rund um die Wechselgerüchte und die anschließende Vertragsverlängerung bei den Mainzern bezog. „Was er im Spiel gemacht hat, war die beste Antwort", lobte Henriksen weiter.
Mainzer freuen sich auf Start der Europa-Reise im Herbst
Am Tag nach dem großen Auftritt der Mainzer wurden bereits die Begegnungen in der Ligaphase der Conference League ausgelost. Für die Rheinhessen geht es nach Polen (Lech Posen), Zypern (Omonia Nikosia) und Rumänien (Universitatea Craiova), zu Gast in Mainz sind der AC Florenz (Italien), Zrinjski Mostar (Bosnien und Herzegowina) und Samsunspor (Türkei).
Fußball | Europapokal So läuft die Conference-League-Saison 2025/26 für Mainz 05
Der 1. FSV Mainz 05 tritt in der Saison 2025/26 in der Conference League an. Hier gibt es alles Wichtige zu den Gegnern, Spielterminen, zur Auslosung und zum Modus.
Mit diesen Losen zeigte sich Bo Henriksen zufrieden: „Für uns ist wichtig, dass wir sportlich gute Möglichkeiten haben. Die haben wir, aber es dürften auch spannende Spiele hier in der Arena werden, wenn Florenz und Samsunspor herkommen. Für uns ist das perfekt, wir wollen diese Spiele spielen. Aber im Oktober erst, jetzt ist noch Bundesliga. Diese Auslosung war gut, aber wir denken jetzt nur an Wolfsburg“, setzte der Mainz-Trainer nach. "Hoffentlich können wir am Sonntag gewinnen."