Nach Remis bei Union Berlin

Mainz-Keeper Daniel Batz: "So müssen wir weitermachen - wir glauben an uns!"

Der 1. FSV Mainz 05 verspielte bei Union Berlin eine Zwei-Tore-Führung und musste sich nach einer turbulenten Schlussphase mit einem Remis begnügen. Auch am Tag nach dem Spiel ist der Ärger bei 05-Keeper Daniel Batz noch nicht verraucht.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Ein Auswärtszähler bei Union Berlin - der 1. FSV Mainz 05 bleibt auch im fünften Pflichtspiel unter Trainer Urs Fischer ungeschlagen, hat aber zum Re-Start der Bundesliga "Big points" liegen lassen. Denn die Rheinhessen führten an der "Alten Försterei" durch die Treffer von Nadiem Amiri (30. Minute) und den Ex-Berliner Benedict Hollerbach (69.) bereits mit 2:0 und sahen nach 75 Minuten wie der sichere Sieger aus. Union warf dann im Schlussspurt alles nach vorne - und Mainz verlor die Ordnung. Woo-Yeong Jeong (77.) und Danilho Doekhi (86.) bestraften das mit den Toren zum 2:2-Endstand für die Gastgeber.

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Die 05er bleiben damit Tabellenletzter. Magere neun Punkte aus 16 Spielen haben sie auf dem Konto. Umso ärgerlicher die verspielten Punkte aus dem Union-Spiel. Auch am Tag nach dem umkämpften Match war der Ärger noch nicht verraucht, als Keeper Daniel Batz am Rande des Mainzer Mannschaftstrainings SWR Sport Rede und Antwort stand.

SWR Sport: Daniel Batz, Sie und Ihre Teamkollegen haben sich richtig geärgert nach dem Remis bei Union Berlin und darüber, den Sieg aus den Händen gegeben zu haben. Wie war Ihre Nacht, wie ist die Gemütslage am nächsten Morgen?

Daniel Batz: Wir ärgern uns zurecht. Wenn man auswärts 2:0 führt und lange wenig bis gar nichts zugelassen hat, dann will man natürlich den Dreier mitnehmen. Dennoch haben wir viele Dinge richtig gemacht, darauf sollten wir aufbauen. Aber wir hätten uns natürlich einen Sieg gewünscht, deswegen ist der Ärger auch heute noch da.

Ein Sieg zum Start wäre extrem wichtig gewesen - auch, weil unter dem neuen Trainer Urs Fischer vieles gut klappt. Das Team wirkt gefestigt - wie kann dann so ein Kontrollverlust wie in der Schlussphase in Berlin passieren?

Das passiert immer wieder im Fußball. Die eine Mannschaft hat plötzlich einen Aufschwung, die andere bekommt einen Dämpfer. Dann kam für Union das Stadion dazu. Sie haben auch eine gewisse Stärke bei Standards. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer war es klar, dass es bis zum Ende eng wird. Leider haben wir dann eine Standardsituation nicht gut verteidigt (beim 2:2 durch Doekhi, Anm. d. Red.). Aber am Dienstag geht es schon wieder weiter (gegen den 1. FC Heidenheim im Kellerduell, d. Red.). Da haben wir nicht lange Zeit, über das Berlin-Spiel nachzudenken. Am Dienstag wollen wir dann drei Punkte einfahren.

Es gab auch viel Gutes im Mainzer Spiel bei Union Berlin. Wie bewerten Sie gerade die aktuelle Phase?

Allgemein machen wir defensiv eine sehr, sehr gute Arbeit. Wir stehen wahnsinnig kompakt, es ist schwer, gegen uns zu klaren Abschlüssen zu kommen. Das muss die Basis sein. Offensiv greifen die Abläufe, die wir im Training proben, immer besser. Unsere Tore in Berlin waren kein Zufall, sondern sie sind so trainiert worden. Wir müssen unseren Weg weitergehen. Der Auftritt bei Union Berlin sollte uns Mut geben, auch wenn er punktemäßig nur einen kleinen Schritt bedeutete. Von der Leistung her war es ein etwas größerer Schritt. So müssen wir weitermachen. Wir glauben an uns - das ist ungebrochen. Wir haben die Hinrunde noch nicht abgeschlossen. Das tun wir am Dienstag - und danach haben wir noch 17 Spiele. Wir hatten schon schlimmere Phasen und aussichtslosere Situationen - deshalb ist mein Glaube ganz groß, dass wir das als Mannschaft schaffen werden.

Die Mannschaft hält zusammen. Ist das die Basis um zu sagen: 'Wir schaffen das auch dieses Mal wieder!'?

Diese Gemeinschaft gehört zur DNA von Mainz 05. Über die Gemeinschaft wollen wir Dinge umsetzen, wollen erfolgreich sein, wollen wir gemeinsam etwas erreichen. Das gehört hier einfach dazu - und das leben wir, auch mit den Fans. Das ist die Basis dafür, dass wir erfolgreich sind und Bundesliga spielen können. Und das muss auch die Basis sein für die restliche Saison.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Johann Schicklinski
Das Interview führte
Jan Ebling