Meinung

Der 1. FC Kaiserslautern muss sich raffen - weitere Pleiten wären fatal

Der 1. FC Kaiserslautern taumelt dem Saisonende und der Sommerpause entgegen, sportlich geht seit Wochen nicht mehr viel. Die Roten Teufel brauchen dringend ein Erfolgserlebnis, findet SWR-Sportredakteur Johann Schicklinski.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Nein, am Sonntag (03.05.) werde niemand vom 1. FC Kaiserslautern für SWR Sport als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Das Training sei kurzfristig abgesagt worden, teilte der Klub bereits am Samstagabend mit. Weder Spieler noch Trainer Torsten Lieberknecht, auch kein sonstiger Verantwortungsträger werde sich somit äußern. Stunden zuvor hatte der FCK sein Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden (0:1) verloren.

Es brodelt rund um den Betzenberg

Es war nicht das erste Mal in den letzten Wochen, dass an den Tagen nach Pflichtspielen bei den Pfälzern keiner redet. Das darf man durchaus als Indikator für die Stimmungslage bei den Roten Teufeln werten. Nach zuletzt drei Pflichtspielpleiten in Serie, vor Dresden unterlag der FCK 0:3 in Kiel und 0:2 zuhause gegen Braunschweig, ist diese im Keller. Es brodelt rund um den Betzenberg. Die Fans sind unruhig und artikulieren immer lautstärker ihre Unzufriedenheit.

Coach Lieberknecht wirkte nach der neuerlichen Pleite ratlos, die Spieler flüchten sich in Durchhalteparolen, wie etwa Kapitän Marlon Ritter, der nach der Partie bei Dynamo meinte: "Wir haben noch zwei Spiele, um die Saison noch ein bisschen schöner zu gestalten als sie aktuell ist."

In der FCK-Offensive bleibt vieles Stückwerk

So oder ähnlich hörte man es aber öfter in den letzten Wochen. Immer wieder hieß es, dass man es im nächsten Spiel besser machen müsse. Doch nichts wurde besser. Insbesondere in der Offensive bleibt vieles Stückwerk, systematische Spielzüge und ein strukturierter Spielaufbau besitzen momentan Seltenheitswert. Ich habe Verständnis dafür, dass das Fehlen von Spielern wie Naatan Skyttä, Ivan Prtajin, Mika Haas, Kenny Prince Redondo, Daniel Hanslik und Mahir Emreli Qualitätseinbußen mit sich bringt. Und doch finde ich die aktuellen Leistungen deutlich zu dünn. Zuletzt stand dreimal in Serie vorne die Null.

Trainer Torsten Lieberknecht wackelt bislang nicht

Geschäftsführer Sport Thomas Hengen bleibt nach außen hin gelassen, eine Trainerdiskussion erfolgt bislang nicht. Gut so, für mich sollten sich vor allem die Spieler raffen. Klar ist: Der jüngste Negativtrend muss so schnell wie möglich gestoppt werden, bevor sich die unheilvolle Dynamik weiter verselbständigt. Mit einem Stimmungstief in die Sommerpause und womöglich in die neue Saison zu gehen, wäre für mich fatal. Es gab schon zahlreiche Mannschaften, deren Absturz so begann. Zudem zählt am Ende jeder Platz bei der Verteilung der TV-Gelder. Und auch Lieberknecht würde wohl bei zwei weiteren Pleiten in Frage gestellt werden.

Deswegen gilt es für den FCK, in den letzten zwei Spielen unbedingt noch ein Erfolgserlebnis zu feiern. Am besten schon zu Hause gegen Bielefeld (Freitag, 18:30 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de). Das wäre auch ein Dank an die treuen Fans. Eine weitere Chance gibt es am letzten Spieltag in Magdeburg (17.05., 15:30 Uhr).

So oder so: Jetzt müssen den Worten Taten folgen - sonst droht in der Pfalz ein ungemütlicher Sommer.

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Johann Schicklinski