Freiburg-Spieler zu Gast bei SWR Sport

SC-Profi Merlin Röhl über die Bedeutung von Akribie und der Zahl 34

Fußballer Merlin Röhl vom SC Freiburg hat eine klare Sicht auf die Dinge. Im Studiogespräch bei SWR Sport spricht er über sein besonderes Training, seine Akribie - und die Zahl 34.

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Von Autor/in Sophie Salmen

Ob auf der linken oder der rechten Seite, ob als Acht oder auf der Zehn - Merlin Röhl kann im Mittelfeld fast alle Positionen spielen. Der 23-Jährige, seit 2022 in den Reihen des SC Freiburg, gilt als großes Talent - und arbeitet hart an der Verbesserung seines fußballerischen Könnens. Die Frage, ob er ein Perfektionist sei, will der 1,92-Meter große Röhl bei seinem Besuch im Studio von SWR Sport aber nicht bejahen.

Merlin Röhl: Profi zwischen Improvisation und Akribie

Seinen Spielstil beschreibt er als "wild und sehr intuitiv", da gehöre eher improvisieren dazu. "Auf dem Platz wäre wahrscheinlich etwas weniger Improvisation auch nicht schlecht", gibt Röhl lächelnd zu. "Aber neben dem Platz bin ich schon sehr geordnet und akribisch mit meinen ganzen Sachen, die ich mache - damit das alles so funktioniert, wie ich das gerne habe." In diesem Frühsommer hat es für Röhl schon sehr gut funktioniert, denn er wurde mit der deutschen U21 in der Slowakei Vize-Europameister, hatte das deutsche Team zuvor mit einem Tor gegen Italien ins Halbfinale geschossen.

Dieser Treffer war für Röhl der Abschluss einer eher schwierigen Saison, in der er verletzungsbedingt nur auf 19 Bundesliga-Einsätze kam. Und auch nach der EM musste sich Röhl zunächst gedulden, denn er laborierte an einer Nackenverletzung. Langsam arbeitete er sich in der Sommervorbereitung aber zurück heran an die Mannschaft, kam im DFB-Pokal gegen Lotte das erste Mal wieder zum Einsatz und wurde auch bei der 1:3-Niederlage gegen den FC Augsburg zum Bundesligaauftakt eingewechselt.

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Einbettung von besondere Übungen in den Trainingsalltag

Um seine Entwicklung weiter voranzutreiben, arbeitet der junge Profi an sich - wo wieder die anfangs erwähnte Akribie zum Tragen kommt. So baut der 23-Jährige neuroathletische Übungen in seinen Trainingsalltag ein. Beispielsweise fixiert er einen Stab mit den Augen und folgt dessen Bewegung, während sein Körper eine andere Bewegung macht. Das Ziel: seine Augen trainieren und gleichzeitig Muskelspannungen ausgleichen.

"Ich habe damit vor zwei bis drei Jahren angefangen und seitdem nicht mehr aufgehört", erklärt Röhl. "Ich mache das wirklich sehr akribisch vier bis sechs Mal so zehn Minuten. Das ist für mich meine Basis, damit ich mich gut fühle und mein System von oben gut gesteuert ist."

Rückennummer 34 für sein Vorbild

Im Gespräch wird deutlich, dass sich Röhl mit Inhalten auseinandersetzt, Dinge hinterfragt - und sich auch Gedanken darüber macht, in welcher Position er sich als Fußballprofi befindet. So erschließt sich dann auch die, warum auf seinem Trikot die Zahl 34 als Rückennummer prangt - eine eher ungewöhnliche Wahl im Fußballgeschäft. Für Röhl jedoch eine bewusste Entscheidung, denn mit der 34 will er seine Bewunderung für einen außergewöhnlichen Sportler zum Ausdruck bringen: Giannis Antetokounmpo, griechischer Basketballer und zweimaliger MVP, also wertvollster Spieler, in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA.

Für Röhl ist der 30-Jährige von den Milwaukee Bucks ein Vorbild. "Ich habe bei ihm gesehen, dass er es schätzt, im Moment zu sein, und aufgrund seiner Historie dankbar ist für das, wo er gerade steht", schildert Röhl seine Sicht auf den Basketballer. "Er hat sich von ganz unten mit sehr viel harter Arbeit hochgearbeitet, natürlich mit den körperlichen Voraussetzungen und ein bisschen Glück. Aber er geht es sehr bodenständig an." Deswegen sei Antetokounmpo ein Vorbild für ihn.

Und Röhl führt noch weiter aus, warum er sich die 34 ausgesucht hat. "Ich persönlich komme aus einem Haus, wo mir sehr viel ermöglicht worden ist," führt der gebürtige Potsdamer aus. "Ich will im Kopf behalten, dass es vielleicht nicht allen Leuten so geht und dass ich sehr, sehr dankbar dafür bin."

Deshalb trage er die 34 immer mit sich und habe Antetokounmpo und seine Geschichte mit dabei - und das nach den vielen Rückschlägen des Vorjahres in dieser Saison hoffentlich auch wieder häufiger auf dem Platz für den SC Freiburg.