Zwischenfazit

Europa League: SC Freiburg mit mehr Reife, der VfB Stuttgart mit mehr Potenzial

Der SC Freiburg zieht direkt ins Achtelfinale ein, der VfB Stuttgart muss den Umweg über die Playoffs nehmen. Beide Clubs können aber mit der Europapokal-Saison bislang zufrieden sein.

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Stand

Von Autor/in Michi Glang

Nach den letzten Spielen in der Ligaphase der Europa League steht fest, was abzusehen war: Der SC Freiburg steht nach dem unglücklichen 0:1 bei Lille OSC in der Runde der letzten 16, der VfB muss trotz des 3:2 gegen Young Boys Bern eine Extrarunde drehen.

Freiburg zeigt sich extrem stabil

Es ist das logische Ergebnis einer Liga-Phase, in der sich der SC Freiburg extrem stabil zeigte und nur am letzten Spieltag leer ausging. Schon vor der letzten Partie stand praktisch fest, dass die Breisgauer ins Achtelfinale einziehen werden.

Basis des Erfolgs auf europäischer Ebene war die Defensive. Gerade einmal vier Gegentore ließ der Sport-Club zu, wodurch selbst ein einziger eigener Treffer zwei Mal für die Maximalausbeute von drei Punkten ausreichte.

Zudem zeigte sich die Mannschaft von Trainer Julian Schuster auch dann abgezockt, wenn es mal nicht so recht lief. Im Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv taten sich die Breisgauer gegen destruktive Gäste lange Zeit sehr schwer. Doch die Freiburger behielten die Ruhe, erzielten spät den Treffer durch Igor Matanovic und brachten den Erfolg anschließend clever ins Ziel.

VfB mit viel Aufwand, aber nicht genug Ertrag

Abgezockt und clever - das galt für den VfB Stuttgart nur in einzelnen Spielen der Liga-Phase. So ließen die Schwaben bei den Go Ahead Eagles aus Deventer nichts anbrennen und siegten mit 4:0. In anderen Begegnungen standen Aufwand und Ertrag dagegen in prekärem Missverhältnis.

So hätte der VfB die Spiele beim FC Basel und zuletzt bei der AS Rom anhand der Chancenfülle nie und nimmer verlieren dürfen, tat es aber dennoch. So standen die Stuttgarter vor dem Duell gegen Bern auf Rang zwei der xGoals-Tabelle (Tabelle nach erwartbaren Toren), wie Trainer Sebastian Hoeneß auf der Pressekonferenz erklärte - in der echten Tabelle aber nur auf Platz 13.

VfB in der Bundesliga auf Kurs

Doch anders als in der Bundesliga fehlte dem VfB zu oft die Kaltschnäuzigkeit, um die Playoffs zu umgehen. Nun stehen zwei Extraspiele am 19. und 26. Februar an, um doch noch den Sprung ins Achtelfinale zu schaffen. Spiele, die sich die Stuttgarter angesichts des vollen Terminkalenders wohl gerne gespart hätten.

Und doch kann der VfB optimistisch in die kommenden Monate gehen. Die Form in der Liga stimmte zuletzt ebenso wie bei der vermeidbaren Niederlage in Rom. Die Stuttgarter haben gute Chancen, sich wieder für den Europapokal zu qualifizieren. Auch die Champions League ist greifbar, aktuell liegen die Schwaben punktgleich mit dem Vierten RB Leipzig in Schlagdistanz. Zudem kann sich Hoeneß in den kommenden Wochen darauf verlassen, dass die potenziellen Stuttgarter WM-Fahrer schon deshalb hochmotiviert sind, um beim Turnier im Sommer dabei zu sein.

SC Freiburg international vor längerer Pause

Die Freiburger hingegen können nach dem direkten Einzug in die nächste Runde auf europäischer Ebene erst einmal durchschnaufen: Die Achtelfinals werden am 12. und 19. März ausgetragen. Zeit, die dem Sport-Club gut tun wird.

Denn während die Freiburger international durchweg zu überzeugen wussten, waren die Leistungen in der Bundesliga in dieser Saison nicht so konstant, die Defensive anfälliger als auf internationalem Parkett. Dazu haben andere Teams - wie der VfB Stuttgart - qualitativ noch mehr Breite im Kader, was sich im Saisonverlauf noch auswirken könnte. In der Bundesliga liegen die Breisgauer aktuell fünf Punkte hinter den Europapokalplätzen. Allerdings kann sich der Abstand noch vergrößern, da Bayer Leverkusen auf Rang sechs noch ein Nachholspiel hat.

VfB Stuttgart und der SC Freiburg vor direktem Duell

Dazu stehen sowohl der Sport-Club als auch der VfB noch im Viertelfinale des DFB-Pokals, das in den kommenden Wochen ausgetragen wird. Stuttgart tritt am nächsten Mittwoch (4.2.) bei Holstein Kiel an, die Freiburger am 10. Februar bei Hertha BSC.

Sollten beide Klubs ihrer Favoritenrolle gerecht werden und sich bei den Zweitligisten durchsetzen, wird die Belastung auch in den kommenden Wochen nicht abnehmen - ganz im Gegenteil. Wer damit besser zurechtkommt? Darauf wird vielleicht schon der kommende Sonntag einen Fingerzeig geben, wenn der VfB Stuttgart und der SC Freiburg in der Bundesliga im direkten Duell aufeinander treffen (15:30 Uhr im Liveticker und Audiostream auf sportschau.de).