Es war ein Kopfball wie aus dem Lehrbuch: Linksflanke Christian Günter - mit dem rechten Fuß wohlgemerkt -, Igor Matanovic steigt hoch in die Luft, köpft aus knapp zehn Metern Torentfernung ins linke obere Eck, direkt unter die Latte. Der 1:0-Siegtreffer für den SC Freiburg gegen Tel Aviv nach 82 Minuten, wie eine Erlösung von Fans und Mitspielern gefeiert und wirklich wunderbar anzuschauen: "Ein Sahne-Kopfball", lachte der überglückliche Matanovic nach Spielende im Gespräch mit SWR Sport, "es war eine unglaubliche Flanke mit einem super Timing, da macht er mir den Kopfball auch sehr einfach. Vom Gefühl her war's ein super Tor." Kein Widerspruch für den Matchwinner Matanovic.
Drei Tore in vier Spielen nach der Winterpause
Der Torschütze hieß also wieder einmal Igor Matanovic, es war der dritte Treffer des kräftigen, großgewachsenen Angreifers in den letzten vier Spielen des Sport-Clubs seit der Winterpause: Siegtor als Joker beim 2:1 gegen den HSV, Ausgleichstreffer beim 2:2 in Augsburg, jetzt das goldene Goal gegen Tel Aviv. Eine Top-Bilanz für den neuen Zentrumsstürmer im neuen Jahr.
Nach seinem Wechsel letzten Sommer von Eintracht Frankfurt in den Breisgau für kolportierte 6,7 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) hatte der in Hamburg geborene Kroate erst einige Zeit gebraucht, um im System der Freiburger "warm" zu werden. Der Nationalspieler (7 A-Länderspiele für Kroatien) deutete aber bereits mit seinem Joker-Doppelpack gegen den VfB Stuttgart am dritten Spieltag der Vorrunde sein großes Potenzial an.
Jetzt ist der 22-Jährige aber mit Volldampf angekommen: Vier Treffer in der Bundesliga, ein Tor im DFB-Pokal, ein Tor in der Europa League, zuletzt auch in der Startelf - das kann sich als Freiburger Zwischenbilanz für Matanovic sehen lassen. Was er als Torjäger drauf hat, das erlebte der Karlsruher SC vor zwei Jahren: In 32 Zweitligaspielen traf Igor Matanovic 14 mal ins gegnerische Gehäuse.
Mega-Chance für Matanovic: "Den hätte meine Oma reingemacht"
Zurück zur Partie gegen Maccabi: Bereits kurz nach der Pause allerdings hätte Igor Matanovic den Sport-Club gegen die Israelis in Führung schießen können, nein: schießen müssen. Aus kurzer Distanz setzte er den Ball freistehend an die Unterkante der Latte. Eine Mega-Chance, vergeben. Unfassbar: "Den Ball macht sogar meine Oma rein", schüttelte der Zentrumsstürmer danach den Kopf, "aber genau da musst du ruhig bleiben, da musst du mental stark bleiben. Cool bleiben und einfach weitermachen. Ärgern kann man sich nach dem Spiel." Igor Matanovic machte wie auch das gesamte Team des SC Freiburg unermüdlich weiter und wurde kurz vor dem Ende dann doch noch mit dem Siegtor belohnt.
Freiburg in der Europa League aktuell auf dritten Tabellenplatz
Freiburg bleibt nach dem 1:0-Erfolg gegen Maccabi also auf Platz drei gelistet. Der Sport-Club steht damit vor dem letzten Gruppenspiel mit einem Bein bereits im Achtelfinale: "Das war ein wichtiger Sieg für uns", atmete auch Igor Matanovic am Donnerstagabend kräftig durch, "jetzt haben wir nächste Woche noch Lille, eine Top-Mannschaft, eine geile Challenge. Top acht ist unser Ziel in der Europa League, vielleicht ist sogar Top Drei oder Top Fünf möglich."
Sollte Igor Matanovic seine beachtliche Trefferquote im Jahr 2026 aber weiter beibehalten, ist auch beim OSC Lille nächsten Donnerstag in Frankreich (29.01./21 Uhr, live im Audiostream auf swr.de/sport) nichts unmöglich.