Der SV Waldhof Mannheim ist in der 3. Liga weiter auf dem Vormarsch: Beim 1. FC Schweinfurt 05 gewann der Waldhof mit 3:2 (1:0). In einer umkämpften Partie erzielten Terrence Boyd (4. Minute, 83.) und Kennedy Okpala (53.) die Tore für den SVW. Der Tabellenletzte aus Schweinfurt zeigte sich zwar bemüht, konnte den Sieg der Kurpfälzer letztlich aber nicht gefährden.
Boyd trifft schon wieder - Waldhof mit früher Führung
"Wir müssen unser Maximum abrufen, wenn wir Punkte mitnehmen wollen," hatte Waldhof-Trainer Luc Holtz vor der Partie in Unterfranken gesagt. Im Vergleich zum umkämpften 1:0-Sieg gegen Wehen Wiesbaden vor einer Woche nahm Holtz drei Veränderungen vor: Michel, Ferati und Shipnoski rückten für Yigit, Diakhaby und Iwe in die Startelf.
Mit der Unterstützung von rund 1000 mitgereisten Fans erwischten die Gäste in der Riedel-Bau-Arena einen Start nach Maß: Waldhof-Stürmer Okpala schnappte sich im Mittelfeld den Ball und setzte zum Solo gegen fast die gesamte Schweinfurter Defensive an. Seinen Abschluss konnte Toni Stahl im Tor der Hausherren nur vor die Füße von Boyd abwehren. Der 34-jährige, der erst zum zweiten Mal in dieser Saison von seinem Trainer in die erste Elf beordert wurde und schon gegen Wiesbaden getroffen hatte, bedankte sich und staubte ungestört zur 1:0-Führung ab (4.).
Bis auf eine Gelbe Karte gegen Mannheims Lukas Klünter (8.) passierte anschließend in den beiden Strafräumen ziemlich wenig. Mitte der ersten Halbzeit erholte sich Schweinfurt allmählich von dem frühen Nackenschlag und fand besser in die Partie: Nach einem Doppelpass mit Endres hatte Doktorczyk etwas Platz im Strafraum. Seine Ablage in die Mitte fand jedoch keinen Abnehmer und konnte von der Mannheimer Defensive geklärt werden.
Mannheim offensiv ideenlos
Die Partie war in erster Linie von Zweikämpfen, Fouls und Unterbrechungen geprägt. Nennenswerte Offensivaktionen verzeichneten die Mannheimer bis zur Pause nicht, im Spiel nach vorne präsentierte sich die Holtz-Elf ideenlos. Stattdessen machte der SVW mit gelben Karten auf sich aufmerksam: Sowohl Tim Sechelmann (19.) wegen Foulspiels als auch Okpala (29.) wegen Meckerns wurden von Schiedsrichter Sebastian Hilsberg verwarnt.
Schweinfurt zeigte einen ordentlichen Auftritt, allerdings fehlte es dem Schlusslicht der 3. Liga wie fast immer in dieser Saison an der nötigen Durchschlagskraft, sodass es mit dem knappen Vorsprung für Mannheim in die Halbzeit ging.
Waldhof-Stürmer Okpala kontert Celebi
Auch Coach Holtz schien wenig zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft zu sein und brachte zur zweiten Halbzeit Diakhaby und Rieckmann in die Partie. Trotzdem dauerte es nicht lange, bis sich die Passivität der Gäste in den ersten 45 Minuten rächte: Dellinger hatte auf der linken Seite ganz viel Platz und bediente Wintzheimer am linken Strafraumeck. Dessen Hereingabe schoss der freistehende Celebi zunächst an den Pfosten. Doch im zweiten Anlauf brachte der Rechtsaußen der Hausherren den Ball über die Linie und erzielte den verdienten Ausgleich (52.).
Als hätte der Waldhof dieses Aha-Erlebnis gebraucht, lieferte Okpala die perfekte Antwort: Im direkten Gegenzug nach dem 1:1 tankte sich der Angreifer stark über die linke Seite in den Sechzehner durch und spitzelte den Ball am herauseilenden Stahl vorbei ins Tor - 2:1 für Mannheim (53.).
Okpala verpasst die Entscheidung - Boyd hat das letzte Wort
Schweinfurt zeigte sich von dem zweiten Gegentreffer geschockt, der Waldhof übernahm nun die Kontrolle über das Spiel. In der 68. Minute hatte Okpala die Riesenchance auf den Doppelpack. Nach einer passgenauen Flanke von seinem Sturmkollegen Boyd stieg der 20-jährige am zweiten Pfosten hoch, doch sein Kopfball rauschte knapp am rechten Pfosten vorbei.
Es deutete wenig darauf hin, dass Schweinfurt noch einmal zurückkommen würde - bis Krätschmer die Waldhof-Fans kalt erwischte und per Abstauber auf 2:2 stellte (76.). Doch wie schon letzte Woche gegen Wiesbaden hatte ein Routinier das letzte Wort: Boyd köpfte eine Ecke von Diakhaby an den Innenpfosten, von wo der Ball ins Tor sprang (83.).
Die dritte Führung der Partie konnte der Waldhof schließlich über die Zeit bringen. Durch den zweiten Sieg in Serie schiebt sich der SV in der Tabelle vorläufig vor auf Platz sechs, während Schweinfurt bereits zum 14. Mal in dieser Saison mit leeren Händen da stand. Am kommenden Sonntag kann sich der Waldhof gegen den 1. FC Saarbrücken (07.12., 13:30 Uhr) näher an die vorderen Tabellenplätze heranrobben. Der 1. FC Schweinfurt 05 gastiert einen Tag zuvor bei 1860 München (06.12., 16:30 Uhr).