Bundesliga

Mainz 05 mit Zuversicht und "noch Luft nach oben"

Nach dem Sieg gegen Heidenheim ist Mainz 05 nicht mehr Letzter. Das gibt Kapitän Silvan Widmer Hoffnungen vor den Duellen gegen Köln und Wolfsburg.

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Stand

Es war nicht nur ein Stein, es war eine komplette Geröllhalde, die Mainz 05 vom Herzen gepurzelt ist. "Die Erleichterung war auch heute noch spürbar in der Kabine", sagte Kapitän Silvan Widmer nach dem immens wichtigen 2:1-Sieg im Keller-Duell gegen den 1. FC Heidenheim (Dienstag, 13.01.). Es ist der zweite Sieg in der laufenden Bundesliga-Saison, und Mainz 05 ist nicht mehr Letzter in der Tabelle. Nach der 1:2-Niederlage des FC St. Pauli beim VfL Wolfsburg stehen die Rheinhessen sogar auf dem Relegationsplatz.

Mainz 05 zittert erneut nach eigener Führung

Und nach sechs Punkten aus den vergangenen vier Spielen unter Urs Fischer können die Mainzer wieder optimistischer in die Zukunft schauen. Zumindest etwas optimistischer, denn "inhaltlich gab es viele Sachen, die wir noch besser hätten machen können", meinte Widmer. Vor allem verfielen die Mainzer nach den Toren von eben jenem Widmer (30.) und Nadiem Amiri (47.) wieder in alte Muster, weil sie "nach der 2:0-Führung gewisse Dinge plötzlich weniger konsequent machen", sagte Widmer. So wäre nach Stefan Schimmers Anschlusstreffer (60.) fast noch der Ausgleich gefallen. Es war schieres Glück, dass Arijon Ibrahimović mit seinem 14-Meter-Hammer nur die Unterkante der Latte traf.

Auf welche "gewisse Dinge" er sich bezog, wollte Widmer nicht verraten. Doch es wirkte, als ob die Mainzer wie schon in Berlin, mit der Angst vor der eigenen Führung spielten. "Das darf uns in Zukunft nicht mehr passieren", sagte der 32-Jährige. Doch es spricht für den Mainzer Aufschwung, dass sie sich unter dem neuen Trainer Urs Fischer überhaupt wieder Führungen erkämpfen. "Wir haben in den letzten Spielen unsere offensiven Qualitäten bewiesen. Jetzt wollen wir auch endlich mal wieder zu Null spielen und unseren Spielplan bis zur letzten Minute durchziehen. Selbst wenn wir in Führung liegen."

Urs Fischer arbeitet mit Mainz 05 an der eigenen Handschrift

Damit das klappt, arbeitet Fischer mit den 05ern am Detail: "Viele Analysen, viele taktische Inhalte. Das ist auch notwendig", erzählte Widmer. "Es sind sehr intensive Wochen." Neuer Trainer, neue Taktik und dann der permanente Druck im Abstiegskampf - das schlaucht, selbst den Kapitän: "Ich will nicht sagen, es ist ermüdend oder anstrengend, aber es ist - viel."

Mainz 05 vor wichtigen Wochen im Abstiegskampf

Doch es ist nur der Anfang. Und schon am Samstag geht es weiter. Dann müssen die Mainzer zum 1. FC Köln (ab 15:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de). Der Aufsteiger ist derzeit auf der Suche nach seiner Topform. Gegen Bayern München und gegen Bayer Leverkusen war für die Rheinländer nichts zu holen. Auch gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf (St. Pauli, Heidenheim und mit Abstrichen Bremen und Union Berlin) reichte es maximal zu einem Punkt.

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Für Mainz 05 ist es die Chance, große Schritte im Abstiegskampf zu machen. Denn schon eine Woche später (Samstag, 24.1., 15:30 Uhr) bekommen es die Rheinhessen mit dem VfL Wolfsburg zu tun. Gelingt es Widmer, Fischer und Co. auch in den nächsten beiden Spielen zu punkten, schaut die Welt Ende Januar schon wieder sehr viel rosiger aus. "Entscheidend ist, dass die ganze Mannschaft weiß, was in welcher Situation zu tun ist", meint Widmer. "Da haben wir noch Luft nach oben, sind aber glaube ich auf einem guten Weg." Und der führt bestenfalls schnurstracks aus dem Tabellenkeller.

Veratschnig fehlt in Köln

Verzichten müssen die Mainzer in Köln auf Nikolas Veratschnig, der gegen Heidenheim verletzt ausgewechselt werden musste und in einer Woche wieder zur Verfügung stehen könnte. Auch Maxim Leitsch, Phillipp Mwene (beide Muskelverletzung), Nelson Weiper und Benedict Hollerbach (beide zuletzt krank) stehen noch nicht zur Verfügung. Winterneuzugang Silas hingegen könnte laut Fischer nach überstandener Grippe in Köln erstmals eine Option sein.

Erstmals publiziert am
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Onlinefassung
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.
Künstler/in
Jan Ebling