Bundesliga

Mainz 05 lässt Heidenheims Traum vom Klassenerhalt platzen

Die Aufholjagd des 1. FC Heidenheim in den letzten Wochen war umsonst: Durch eine Heimniederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 am finalen Bundesliga-Spieltag müssen die Schwaben den bitteren Gang in die 2. Liga antreten.

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Stand

Von Autor/in Johann Schicklinski

Der 1. FC Heidenheim steigt nach drei Jahren in der Bundesliga wieder ab in die 2. Liga. Nachdem zehn Punkte aus den letzten fünf Spielen noch einmal für Hoffnung bei den Schwaben gesorgt hatten, zerstörte der 1. FSV Mainz 05 am 34. Bundesliga-Spieltag die Träume des FCH vom Klassenerhalt über die Relegation. Phillip Tietz (7. Minute) und Nadiem Amiri (43.) sorgten für den verdienten 2:0-Auswärtserfolg der Rheinhessen.

Die Gastgeber ließen insbesondere die defensive Konsequenz vermissen und agierten in der Verteidigung ungewöhnlich lasch angesichts der Bedeutung des Spiels. So steht am Ende der Abstieg für das Team von der Ostalb - aber die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt kann den Gang ins Unterhaus mit erhobenem Haupt antreten.

Niklas Dorsch: "Abstieg tut weh"

"Es tut weh. Es ist sehr, sehr enttäuschend", analysierte FCH-Mittelfeldspieler Niklas Dorsch nach der Partie. "Wir hatten uns andere Sachen vorgenommen, aber unser Plan ist nicht aufgegangen. Dazu kommt, dass der Gegner sehr abgezockt war und viel Qualität hat."

Der Mainzer Trainer Urs Fischer meinte, sein Team habe "ein gutes Gesicht gezeigt. Die Leistung war gut, wir hatten das nötige Glück. Der Auftritt war aber insgesamt gelungen. Heute waren wir von Beginn an konzentriert und haben bewiesen, dass wir nichts abschenken wollen".

Heidenheim vor der finalen Partie unter Druck

Die Ausgangslage vor dem 34. und letzten Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison war klar: Der 1. FC Heidenheim (26 Punkte, Torverhältnis minus 29) musste zwingend gewinnen, um die Relegation noch zu erreichen. Und dann wäre es noch auf das Ergebnis des parallel stattfindenden Kellerduells zwischen St. Pauli (26, minus 29) und Wolfsburg (26, minus 26) angekommen. Für Mainz 05 ging es indes um nichts mehr. Die Rheinhessen hatten den Klassenerhalt frühzeitig eingetütet, nachdem sie Anfang Dezember noch abgeschlagen Letzter gewesen waren.

Phillip Tietz mit der frühen Führung für Mainz 05

Die Gäste erwischten einen Start nach Maß. Kacper Potulski bekam in der gegnerischen Hälfte den Ball, ging an mehreren Heidenheimern vorbei bis zur Grundlinie, flankte von Links und Phillip Tietz musste in der Mitte aus Nahdistanz nur einnicken (7.). Ein schöner Treffer, allerdings auch sehr schwach verteidigt vom FCH. Potulski wurde bei seinem Sololauf praktisch überhaupt nicht gestört.

Wenig später war es erneut gefährlich im Heidenheimer Strafraum. Nach einem Freistoß von Amiri traf Tietz mit einer Direktabnahme die Latte des FCH-Tores (12.). Die Schwaben waren in der 14. Minute erstmals gefährlich. Nach einer Flanke von rechts und einer Kopfballverlängerung von Marvin Pieringer schoss Arijon Ibrahimovic den Ball volley knapp rechts am Mainzer Tor vorbei.

Heidenheim wurde mit zunehmendem Fortschreiten der ersten Halbzeit mutiger - was blieb ihnen auch übrig? 05-Keeper Daniel Batz parierte in der 23. Minute stark gegen Eren Dinkci. Allerdings verteidigte das Schmidt-Team weiterhin ungewohnt fahrig. Immer wieder taten sich Lücken auf. Der Mainzer Angreifer Sheraldo Becker etwa wurde auf der rechten Seite nicht angegriffen, konnte ungestört abschließen, aber FCH-Schlussmann Frank Feller war zur Stelle (26.).

Alu-Pech auf beiden Seiten

Kurz darauf waren dann auch die Schwaben im Alu-Pech: Nach Vorlage von Budu Zivzivadze traf der agile Pieringer aus vollem Lauf die Latte des Mainzer Tores (30.). Die bis dahin beste Chance für den 1. FC Heidenheim. Auf der Gegenseite setzte Amiri - erneut kaum von den FCH-Verteidigern attackiert - den Ball an den linken Außenpfosten (35.).

Nadiem Amiri schiebt überlegt zum 2:0 für Mainz 05 ein

Wenige Minuten vor der Pause legten die Rheinhessen dann den zweiten Treffer nach. Nach einem Steckpass von Becker lief Tietz frei aufs Heidenheimer Tor zu, legte quer auf Amiri und der Mittelfeldspieler narrte erst FCH-Keeper Feller und schob dann überlegt zum 0:2 ein (43.). Gleichzeitig war dies auch der verdiente Halbzeitstand.

Viele Chancen auf beiden Seiten

In der zweiten Halbzeit machte Heidenheim auf - logisch angesichts des Spielstands. Dies führte dazu, dass die Chancen sich häuften - für beide Teams. Amiri traf nach Vorlage von Becker nur das Außennetz (51.), ehe es zum vierten Mal in der intensiven Partie einen Alu-Treffer gab. Nach Flanke von Dinkci setzte Jan Schöpper einen Kopfball an die Latte des Mainzer Tores (52.). Kurz darauf parierte FCH-Keeper Feller mit einer starken Fußabwehr gegen Potulski (53.), ebenso rettete Feller gegen Paul Nebel (63.).

Mit zunehmender Spieldauer warf Heidenheim alles nach vorne, agierte aber weitgehend mit hohen Bällen. Die Mainzer standen nun tief, hatten keine allzu große Mühe, die FCH-Angriffe abzuwehren und setzten ihrerseits nach Ballgewinnen auf Konter. In der 72. Minute retteten Heidenheims Abwehrchef Patrick Mainka und Torhüter Feller gemeinschaftlich gegen Dominik Kohr und verhinderten das 0:3.

Mainz 05 wird am Ende Zehnter

Letztlich brachten die Rheinhessen den verdienten Auswärtssieg ohne Probleme über die Zeit, auch wenn Zivzivadze noch zu zwei Gelegenheiten kam (79., 80.). Damit beendet die Mannschaft von Coach Urs Fischer die Saison als starker Zehnter. Eine Entwicklung, die im letzten Dezember noch nicht abzusehen war.

Heidenheim steigt als Tabellenvorletzter ab. Das Schmidt-Team bewies in den letzten Wochen eine starke Moral, war aber am letzten Spieltag, der ja so oft Kopfsache ist, leistungsmäßig nicht auf der Höhe. So endet das Bundesliga-Abenteuer des FCH nach drei Jahren.

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Johann Schicklinski