Der SSV Ulm steckt vor dem 14. Spieltag der 3. Liga mitten im Abstiegskampf. Um die Mentalität der Spieler zu stärken, hat Trainer Moritz Glasbrenner in dieser Woche sogar Kampfsport ins Training mit eingebaut. Glasbrenner möchte die Aktion nicht zu hoch hängen, erhofft sich aber dadurch mehr Gegenwehr am Samstag gegen Hansa Rostock (ab 14:00 Uhr live im SWR Fernsehen, bei YouTube und im Livestream auf swr.de/sport).
Letztes Duell vor 25 Jahren
Bisher gab es lediglich zwei Pflichtspiele zwischen den beiden Klubs. In der Bundesliga-Saison 1999/2000 trafen sie zweimal aufeinander. Das Hinspiel gewann Rostock mit 2:1 und im Rückspiel gab es ein 1:1 im Donaustadion. Janos Radoki und Rainer Scharinger standen damals unter anderem für Ulm auf dem Platz. Für Rostock stürmte der heutige Union-Berlin-Trainer Steffen Baumgart. Am Ende der Saison stieg Ulm aus der Bundesliga ab. In der Folge-Saison gab es den nächsten Abstieg aus der 2. Bundesliga und weil die Lizenz für die Regionalliga verweigert wurde, wurden die Spatzen in die Verbandsliga durchgereicht.
25 Jahre später steckt Ulm erneut im Abstiegskampf, allerdings in der 3.Liga. Nach der 0:5-Klatsche in Verl vor zwei Wochen verloren die Zweitliga-Absteiger auch das Württemberg-Duell gegen den VfB Stuttgart II. Zwei haarsträubende Abwehrfehler sorgten im Duell mit den Stuttgartern für die vierte Niederlage in Serie. Dabei lief der Start unter Interimstrainer Moritz Glasbrenner gut. Mitte September übernahm Glasbrenner den Trainerposten bei den Spatzen, nachdem sich die Ulmer von Robert Lechleiter getrennt hatten. Der frühere A-Junioren-Trainer der Ulmer startete mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen. Doch seit dem 5:1-Sieg gegen Schweinfurt am 1. Oktober konnten die Ulmer keine Punkte mehr holen.
Ulmer Verletzungsmisere
Vor der Partie gegen Rostock versichert Moritz Glasbrenner, dass man daran arbeite, die Ergebnisse so schnell wie möglich wieder zu verbessern. "Es geht darum, wieder Erfolgserlebnisse zu schaffen. Das kann auch ein gewonnener Zweikampf oder eine gute Torchance sein", sagte der 35-Jährige vor der Partie gegen Rostock.
Neben der sportlichen Talfahrt werden die Ulmer in dieser Saison auch von einem extremen Verletzungspech verfolgt. Zuletzt zog sich Innenverteidiger Jonas David einen Kreuzbandriss zu. David sollte eigentlich Kapitän Johannes Reichert ersetzen, der sich am ersten Spieltag im Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden einen Kreuzbandriss und Meniskusschaden zugezogen hatte. Mit Marcel Seegert (fünfte Gelbe Karte) fehlt am Samstag ein weiterer Verteidiger. Mit Angreifer Dominik Martinovic und Mittelfeldakteur Marcel Wenig fallen zwei weitere Profis mit Kreuzbandrissen aus. Außerdem fallen noch Niklas Kölle und Lukas Mazagg verletzt aus.
Ulm geht als Drittletzter in das Duell gegen Hansa Rostock. Rostock steht zwar auch nur auf Platz zwölf, ist aber seit vier Spielen ungeschlagen und hat den höchsten Kader-Marktwert der gesamten 3. Liga. Damit die Angst vor einem erneuten Abstieg nicht größer wird, hoffen die Ulmer nun auf den Befreiungsschlag gegen Rostock. Wer weiß, vielleicht bringt der Kampfsport unter der Woche die Wende im Ulmer Abstiegskampf.