Start der Frauen-Bundesliga

Die TSG Hoffenheim im Teamcheck: in die neue Saison mit Blick auf die Ligaspitze

"Immer enger" wird die Frauen-Bundesliga laut TSG-Trainerin Eva-Maria Virsinger. Mit neuen Transfers und dem jüngsten Kader der Liga wollen sie und ihre Mannschaft noch näher an die Spitze rücken. Die TSG Hoffenheim im Teamcheck.

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Von Autor/in Mika Fetzer

Für die TSG Hoffenheim beginnt die neue Bundesliga-Saison mit dem Südwest-Duell gegen den VfB Stuttgart. Die Vorjahres-Vierten aus Hoffenheim starten mit einem Heimspiel in der SNP-Arena gegen den Zweitliga-Meister und Aufsteiger aus Stuttgart. Als Generalprobe testeten die Hoffenheimerinnen in Belgien gegen den FC Brügge - und gewannen ihr letztes Testspiel durch zwei Elfmetertore von Marie Steiner mit 2:0.

Champions League knapp verpasst - so lief die vergangene Saison

Wie auch bei den Männerm ist der FC Bayern München das Non-Plus-Ultra der Frauen-Bundesliga. Mit 16 Punkten Vorsprung gewannen die Münchnerinnen den Titel. Dahinter allerdings wird es Jahr für Jahr enger. Das spürten auch die Hoffenheimerinnen, die den dritten Platz und damit die Champions-League-Qualifikation zwar knapp verpassten, sich am letzten Spieltag aber noch an Bayer Leverkusen vorbei auf den vierten Platz schoben. Getragen wurde die Mannschaft aus dem Kraichgau insbesondere von Selina Cerci, die in 23 Spielen 16 Tore und neun Vorlagen beisteuerte und damit maßgeblich zum erfolgreichen Abschneiden des Klubs beitrug.

Der Kader: Talente treten Nachfolge von gestandenen Spielerinnen an

Dementsprechend schmerzhaft ist der Abgang der Leistungsträgerin, die den Verein nach zwei Jahren verlässt und sich dem FC Arsenal London anschließt. Trainerin Eva-Maria Virsinger sieht den Transfer jedoch auch als Ansporn für andere Spielerinnen, "Verantwortung zu übernehmen". Gleichzeitig betont sie, dass die TSG nicht nur Fußballerinnen entwickeln, sondern auch in der kommenden Saison eine starke Rolle spielen möchte.

Um den Verlust zu kompensieren, hat sich die TSG Verstärkung geholt. Die beiden Neuzugänge Svenja Fölmli (24) und Martine Fenger (19), die vom SC Freiburg beziehungsweise vom FC Barcelona in den Kraichgau wechseln, sollen die Offensive des Teams verstärken. Die beiden Talente passen in das Muster: Mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren ist der Kader der TSG Hoffenheim der jüngste der Bundesliga. Für Verteidigerin Laura Gloning ein Vorteil: "Man merkt das daran, wie viel Energie wir haben", sagt sie und legt nach: "Aber das ist auch gut so".

Insgesamt haben sechs Spielerinnen den Verein zum Saison-Ende verlassen. Neben Cerci ging mit Jill Janssen auch eine Leistungsträgerin auf der Außenbahn. Nach drei Jahren bei der TSG wechselte die 22-Jährige nun zu Union Berlin. Der Verein sorgte für Ersatz und verpflichtete sechs neue Spielerinnen. Neben den Stürmerinnen Fölmli und Fenger verstärkt Laia Matret vom FC Barcelona die Offensive. Verteidigerin Jonna van de Velde (Ajax Amsterdam) bringt Champions-League-Erfahrung mit nach Hoffenheim. Ebenfalls aus den Niederlanden kommt Ilse Kemper (PEC Zwolle). Das Torhüterinnen-Trio komplettiert Lisa Lichtfuß vom Le Havre AC.

Svenja Fölmli beim Testspiel gegen den VfB Stuttgart
TSG-Neuzugang Svenja Fölmli beim Testspiel gegen Auftaktgegner VfB Stuttgart. Nordphoto

Eva-Maria Virsinger: Die jüngste Trainerin der Frauen-Bundesliga

Sie ist eine von nur vier Trainerinnen in der Frauen-Bundesliga und mit 31 Jahren auch die jüngste Verantwortliche an der Seitenlinie. Übernommen hatte Eva-Maria Virsinger die Mannschaft der TSG Hoffenheim im Januar diesen Jahres, nachdem sie zuvor viereinhalb Jahre als Co-Trainerin beim VfL Wolfsburg tätig war. Der Unterschied zwischen der TSG und ihrem Vorgängerverein macht sich schon alleine durch den Gesamtmarktwert des Kaders deutlich, der nochmal "ein anderes Kaliber" sei. Dennoch möchte sie mit ihrem Team selbstbewusst auf die Saison blicken da, "es am Ende des Tages auch viel darum geht, was wir uns selber zutrauen".

Von der kommenden Saison erwartet sie vor allem eins: hart umkämpfte Spiele. Auch wenn Klubs wie der FC Bayern und der VfL Wolfsburg dem Rest der Liga noch ein wenig voraus sind, ist die Trainerin der Meinung, dass "jeder jeden schlagen" kann. Von ihrer eigenen Mannschaft erwartet sie "guten und attraktiven Fußball", will aber zeitgleich auch "ein unangenehmer Gegner sein".

Und jetzt? Ein Ausblick auf die kommende Saison

Wie unangenehm die Hoffenheimerinnen sind, können sie am ersten Spieltag direkt in einem Highlight-Spiel gegen die Aufsteigerinnen aus Stuttgart zeigen: Den Saisonauftakt bestreitet das Team am 23.08. um 14 Uhr in der SNP-Arena, die über 25.000 Menschen Platz bietet. Mit den VfB kommen auch gleichzeitig viele ehemalige TSG-Spielerinnen zurück in den Kraichgau.

Die Vorzeichen für einen erfolgreichen Start stehen gut: In der Vorbereitung blieben die Kraichgauerinnen ungeschlagen, gewannen auch einen direkten Test gegen den VfB Stuttgart mit 2:1. Trotzdem warnt Eva-Maria Virsinger: Der VfB sei kein "typischer" Aufsteiger, die Mannschaft eher im Tabellenmittelfeld der Liga anzusiedeln. Für sie und ihre Spielerinnen ist das Ziel zum Auftakt trotzdem klar: Ein Sieg soll her.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Mika Fetzer
Das Interview führte
Melissa Heinz