Überraschender Torhüterwechsel

Deshalb setzt der 1. FC Heidenheim jetzt auf Frank Feller

Trainer Frank Schmidt überraschte vor dem Spiel beim 1. FC Köln mit einem Torhüterwechsel. Heidenheim setzt im Showdown um den Klassenerhalt auf Talent Frank Feller.

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Stand

Von Autor/in Kersten Eichhorn

Da stand er nun im hellgrünen Dress und mit freudigem Gesicht zwischen seinen Mannschaftskollegen und winkte den jubelnden FCH-Fans in der Kurve zu. Frank Feller, 22 Jahre, Torhüter des 1. FC Heidenheim und beim überlebenswichtigen 3:1-Auswärtssieg am Sonntagabend in Köln völlig überraschend als neue Nummer eins nominiert: "Ich habe relativ kurzfristig von meinem Einsatz erfahren", verriet Feller danach im Gespräch mit SWR Sport, "und ich habe mich sehr darüber gefreut". Feller hatte am vorletzten Spieltag das Vertrauen des Trainerteams erhalten, ersetzte den bisherigen Stammkeeper Diant Ramaj.

Drittes Bundesliga-Spiel für Heidenheim

Es war erst der dritte Bundesliga-Einsatz für Frank Feller, und er bestand die Prüfung mitten im dramatischen Abstiegskampf mit Bravour. Der junge Keeper strahlte Sicherheit aus und rettete mit einem famosen Reflex bei einem Kölner Kopfball in der Schlussphase den FCH vor einem weiteren Gegentreffer.

Den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich, ein fulminanter Schuss von Marius Bülter ins obere Toreck, konnte er nicht verhindern. "Eine Grundnervosität hat man immer", beschrieb Feller bei SWR Sport sein Seelenleben während der emotionalen Partie in Köln, "aber man schaltet dann ab und fokussiert sich voll aufs Spiel".

Mehrere Gründe für Fellers Einsatz

Für FCH-Coach Frank Schmidt, der den Auftritt Fellers "überragend" fand, gab es gleich mehrere Gründe für den Wechsel im Tor: Zum einen weil Frank Feller bereits vor der Saison mit Kevin Müller um den Platz als Nummer eins im Tor kämpfen sollte, ehe er von einer langwierigen Fußverletzung ausgebremst wurde und Heidenheim erst daraufhin Diant Ramaj verpflichtete. Zum anderen, weil das hochbegabte Eigengewächs in den vergangenen zwei Jahren in der Liga, im DFB-Pokal und im Europacup bereits einige prima Spiele abgeliefert hatte und jetzt dafür belohnt werden sollte.

Vor allem aber auch aus taktischen Erwägungen. "Wir hatten erst einen Auswärtssieg. Da muss man vielleicht auch mal was machen, was alle so ein bisschen ablenkt", sagte Schmidt. Also war es eine Art psychologischer Kniff des Trainers, um mit einem neuen Keeper einen neuen Reiz zu setzen. Fazit: Experiment geglückt. Letztlich hat Frank Schmidt mit seinem durchaus gewagten Wechsel alles richtig gemacht.

Erster Profi-Einsatz vor zwei Jahren im Europapokal

Frank Feller - mit 1,83 Metern für einen Bundesliga-Torhüter eher klein gewachsen, aber höchst beweglich, reaktionsstark und flink am Ball - hatte seine erste große Bewährungsprobe vor knapp zwei Jahren erhalten: Am 22. August 2024 Jahres stand er erstmals im Profi-Tor, ersetzte Kevin Müller beim 2:1-Erfolg in den Playoffs der Conference League auf schwedischem Kunstrasen gegen BK Häcken. Auch danach im DFB-Pokal bei Hertha BSC und noch zweimal in der Conference League gegen den FC Kopenhagen zeigte Feller sein großes Talent und Können. Es folgten bis Köln auch zwei Einsätze in der Bundesliga.

Von Leonberg nach Heidenheim in die Bundesliga

Frank Feller ist übrigens waschechter Schwabe. Geboren in Leonberg, kam er über den TSV Eltingen und die SGV Freiberg vor sieben Jahren ins Nachwuchszentrum der Heidenheimer. Auch der DFB wurde auf das große Torhütertalent aufmerksam. Feller absolvierte bereits zahlreiche Länderspiele für die deutsche U17, U18 und U19-Nationalmannschaft. Seit 2023 steht er im Profikader des FCH.

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Fellers Vertrag läuft bis 2029

"Fußballprofi werden", nannte Frank Feller mit 15 Jahren einmal in einem Video als Wunschtraum. Das hat er längst geschafft. Frank Fellers Vertrag auf dem Schlossberg wurde bereits vor eineinhalb Jahren bis 2029 verlängert, er gilt als künftige Nummer eins im FCH-Tor. "Wir sehen für die Zukunft noch sehr viel Potenzial in Frank und freuen uns deshalb umso mehr, dass er langfristig bei uns unterschrieben hat", freute sich Vorstandsboss Holger Sanwald damals nach der Unterschrift. Man weiß beim FCH also schon lange, was man an ihm hat.

Guter Austausch mit dem Torhüter-Kollegen Ramaj

Während also Frank Feller in Köln im Tor stand, saß Diant Ramaj plötzlich auf der Bank. Für die Dortmunder Leihgabe war es persönlich ein bitterer Tag nach 31 Einsätzen in den vorherigen 32 Saisonspielen der Heidenheimer.

Es zeugt aber von einem starken Charakter, dass Ramaj dem Kollegen freundschaftlich zur Seite stand: "Er hat mir direkt gesagt, ich solle mir keinen Kopf um ihn machen und das Spiel einfach genießen", sagte Feller nach dem Spiel in Köln über den guten Austausch mit dem Kontrahenten. "Wir hatten schon immer eine gute Bindung im Torwartteam, und da bin ich auch sehr froh drum."

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Nächstes Endspiel gegen Mainz 05

Am Samstag folgt gleich der nächste Kraftakt für Frank Feller und den FCH: Das nächste Abstiegs-Endspiel am 34. Spieltag daheim gegen Mainz 05. Wieder muss Heidenheim gewinnen und auf das richtige Ergebnis zwischen den Konkurrenten St. Pauli und Wolfsburg hoffen, um doch noch in die ersehnte Relegation zu kommen: "Vor ein paar Spielen hätte das keiner gedacht", freute sich Keeper Feller über die neuen Bundesliga-Hoffnungen. "Wir sind sehr froh, dass wir wieder in der Position sind, um den Klassenerhalt spielen zu können. Jetzt heißt es wieder Alles oder Nichts."

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Kersten Eichhorn