Bundesliga

Heidenheimer Hoffnung: Frank Schmidt setzt auf die Schlossberg-Magie

Der 1. FC Heidenheim hat mit dem Sieg beim 1. FC Köln die Chance auf den Klassenerhalt gewahrt. Im packenden Saisonfinale setzt Frank Schmidt auf die Fans und Magie auf der Ostalb.

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Stand

Von Autor/in Ann-Kathrin Rose

Nach dem Abpfiff in Müngersdorf ballte Frank Schmidt kurz seine Faust und schaltete dann sofort um. Schnell abklatschen mit Trainerteam und Staff, dann auf den Platz, zu seinen Spielern - der Kreis, stets obligatorisch, nach dem 3:1 (2:1)-Sieg in Köln aber wirkte er schon wie der nächste Schritt des Heidenheimer Trainers. Schließlich hat er mit dem FCH am 33. Spieltag das geschafft, was ihnen viele schon vor der Winterpause nicht mehr zugetraut hatten: Der Kampf um den Klassenerhalt ist vor dem letzten Spieltag so offen wie seit Monaten nicht.

Frank Schmidt: "Wir haben Bock"

Nur die Tordifferenz trennt die Heidenheimer, die sich mit dem Sieg in Köln auf Platz 17 schoben, von Wolfsburg auf dem Relegationsrang und Schlusslicht FC St. Pauli. Die Relegation – sie ist jetzt wieder drin. "Wir", sagte Schmidt nach der Partie am ARD-Mikrofon mit Nachdruck, "wir haben Bock drauf." Dass seine Mannschaft sich diese Konstellation vor dem 34. Spieltag tatsächlich noch herausgespielt hat, überraschte Schmidt nicht wirklich - wie wild das Finale mit Blick auf die Tabelle werden könnte, vielleicht doch.

Die Konkurrenz spielt gegeneinander, Heidenheim empfängt Mainz 05 (16.5, 15:30 Uhr). "Wir wollen alles dafür tun, mit unseren Fans im Rücken, dass der Schlossberg einen weiteren magischen Moment erlebt und wir das Spiel gewinnen. Und dann gucken wir, für was es reicht", sagte Schmidt. "34. Spieltag zu Hause ist etwas Besonderes. Ich kenne unseren Schlossberg, ich kenne unser Stadion, ich kenne unsere Fans. Es wird beben."

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Der Spaß ist zurück

Was klingt wie ein Versprechen, ist bei Schmidt, der bei den Heidenheimern seit der Oberliga an der Seitenlinie steht, den Club bis in die Bundesliga und sogar bis in die Conference League führte, Gewissheit. Und die rührt auch daher, dass sich die Heidenheimer in den vergangenen Wochen selbstbewusster präsentieren.

"Um ehrlich zu sein: Es macht sehr viel Spaß die letzten Wochen", verriet der Coach. "Die Mannschaft geht in die richtige Richtung, ist eine Einheit. Und dann sieht man mal, dass man sich auch zehn Spieltage vor Schluss nochmal neu finden und erfinden kann."

Feller statt Ramaj im Tor

Das gilt für das Team und beim Gastspiel in Köln auch für die Startelf. Da hatte Schmidt eine markante Änderung vorgenommen: Diant Ramaj musste seinen Stammplatz im Tor räumen, Frank Feller stand für ihn zwischen den Pfosten. Eine Entscheidung, so deutete Schmidt an, die auch für den 34. Spieltag Bestand haben könnte. "Wir hatten bis zum heutigen Tag erst einen Auswärtssieg", erklärte der Coach. Schmidt wollte überraschen, aber auch ein Zeichen setzen.

Feller, der in dieser Saison erst einmal von Beginn an zwischen den Pfosten stand, bis Dezember allerdings auch mit einem Außenbandriss im Knie fehlte, soll die Zukunft im Heidenheimer Tor gehören. Gegenwärtig soll er den Unterschied machen. "Ich habe es gestern relativ kurzfristig erfahren und mich natürlich gefreut", sagte Feller nach der Partie und grinste. "Sehr gefreut."

Das Motto: "Alles oder nichts"

Und so verriet der Keeper nach der Partie auch grinsend, wie die Heidenheimer ins Spiel gegangen waren: "Alles oder nichts." Wie Feller und seine Teamkollegen "alles" definierten, zeigte Jan Schöppner beim Führungstreffer in der 8. Minute. "Genau so sind wir auch ins Spiel gegangen. Wir wollten unbedingt gewinnen", sagte der Nordhesse nach der Partie - der trotz Doppelpack auch noch das regionale Understatement mitlieferte. "So für die Mannschaft da zu sein, das freut mich ungemein."

Mit Arijon Ibrahimovic traf zudem einer der fleißigsten Heidenheimer in dieser Saison, der sich zu selten belohnte. Das 3:1 in Köln war der erste Auswärtssieg des FCH seit fast einem halben Jahr, und einer, der den 34. Spieltag spannend wie selten macht. "Wir brauchen den Dreier. Das packen wir dann zu Hause, alle zusammen", sagte Schöppner. Ein Ansage, die Trainer Frank Schmidt gefallen dürfte, vor dem Saisonfinale in der Bundesliga.

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