Bundesliga

"Das Ergebnis passt uns nicht" - Hoffenheim hadert mit dem Unentschieden

Mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Ecken - die Statistik sprach eindeutig für die TSG Hoffenheim. Dennoch reichte es gegen den VfL Wolfsburg nur zu einem Punkt.

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Von Autor/in Michael Richmann

Es war ein gebrauchter Tag für die TSG Hoffenheim. Sinnbildlich die Szene aus der 74. Minute: Leon Avdullahu wollte auf Oliver Baumann zurückspielen, spielte aber nur dorthin, wo er seinen Torwart vermutete. So konnten beide nur mit bangem Blick hinterherschauen wie der Ball in Richtung Tor - und dann knapp daneben kullerte. Gerade nochmal gutgegangen.

Das war nach dem mageren 1:1 gegen den VfL Wolfsburg auch das Fazit des gesamten Spiels: "Das Ergebnis passt uns nicht. Es hat aber auch schon Spiele gegeben, wo man so eine Partie auch verliert", meinte Trainer Christian Ilzer. "Das ist einfach eine Phase, wo es etwas schwerer geht, die Punkte zu holen. Wir hatten Phasen, wo es leichter geht."

Hoffenheim plötzlich in Rückstand

Die Chancen waren da, der Kampf war da, trotzdem musste der Tabellendritte plötzlich einem Rückstand hinterherlaufen: Ozan Kabak kam gegen Konstantinos Koulierakis einen Schritt zu spät und konnte dadurch nicht verhindern, dass der Grieche den Eckball von Christian Eriksen ins Hoffenheimer Tor verlängerte (65.). "Das war dann wahrscheinlich der Wirkungstreffer", sagte Ilzer.

Hoffenheim steht jedoch weiterhin auf einem Champion-League-Platz und kann vor dort an diesem Spieltag auch nicht mehr verdrängt werden. Die Kraichgauer haben drei Punkte mehr als RB Leipzig und der VfB Stuttgart, die am Sonntagabend (19:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) gegeneinander antreten und sich dadurch gegenseitig die Punkte wegnehmen.

Doch nicht nur deswegen war Ilzer mit der Leistung seiner Mannschaft insgesamt zufrieden: "Wenn mir vor der Saison einer gesagt hätte, dass wir eine Qualitätsmannschaft wie Wolfsburg so dominant bespielen - 70 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse, 20 Ecken -, dann sage ich, wir haben uns gut entwickelt."

Grischa Prömel erlöste Hoffenheim

Zur Zufriedenheit brauchte Hoffenheim zu diesem Zeitpunkt jedoch noch ein Tor. Darum brachte Ilzer mit Grischa Prömel eine "super Option von der Bank". Denn bis dahin hatte sich Wolfsburg vor dem eigenen Tor eingeigelt: "Die kämpfen ums Überleben und geben dir dann kaum einen Millimeter Raum", sagte Ilzer. "Und dann brauchst du aus der zweiten Reihe einfach Elemente, die dann nicht so kontrollierbar und ein bisschen unvorhersehbar sind."

Dieses unkontrollierbare und unvorhersehbare Element köpfte Hoffenheim nach Flanke von Ihlas Bebou zum späten Auslgeich (83.). "Es ist natürlich immer ein schönes Gefühl, ein Tor zu schießen. Nichts desto trotz hätten wir heute lieber gewonnen", sagte Prömel, der in der Nachspielzeit fast noch den Siegtreffer erzielt hätte. "Da rutsche ich leider weg und der Ball fliegt nach Buxtehude."

Hoffenheims Probleme gegen die "Kellerkinder"

Allerdings hatte die TSG Hoffenheim in den vergangenen schon häufiger Probleme gegen Mannschaften im Abstiegskampf. Ein Unentschieden beim 1. FC Köln, eine Niederlage gegen den FC St. Pauli, nun wieder nur ein Punkt gegen Wolfsburg. "Da müssen wir uns an die eigene Nase packen", ärgerte sich Prömel.

Sein Trainer sieht's gelassen: "So nehmen wir den Punkt mit, und weiter geht es dann nächste Woche in Leipzig", sagte Ilzer. Gegen die Sachsen kann Hoffenheim am Freitagabend (20:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) einen wichtigen Schritt in Richtung Champions League machen - vorausgesetzt, es wird nicht wieder so ein gebrauchter Tag.

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Autor/in
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.