Fußball-Bundesliga

Die größten Spiele zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern München

Am Sonntag kommt es zum Südschlager zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart. Grund genug, einen Blick auf die größten Duelle der beiden Clubs zu werfen.

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Stand

Von Autor/in Elias Bock

Der FC Bayern könnte mit einem Erfolg gegen den VfB Stuttgart die 35. Deutsche Meisterschaft klarmachen. Holen die Münchner mehr Punkte als der BVB am Samstag in Hoffenheim, ist der Titelgewinn auch rechnerisch sicher. Doch auch so wären sie mit einem Sieg der Titel-Kampf praktisch entschieden, hat der FC Bayern doch das um 47 Treffer bessere Torverhältnis.

Der VfB will dem Rekordmeister dagegen nur allzu gerne in die Suppe spucken. Immerhin brauchen die Schwaben im Kampf um die Qualifikation für die Champions League selbst jeden Punkt. Aktuell hat die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß vier Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften Bayer Leverkusen.

Südschlager als Zuschauermagnet

In dieser Saison gab es das Duell bereits zwei Mal: Sowohl im Supercup (2:1) als auch in der Hinrunde der Bundesliga (5:0) setzte sich der Rekordmeister aus München durch. Insgesamt trafen beide Teams 130 Mal aufeinander (113 Mal in der Bundesliga, ein Mal im Supercup, zehn Mal im DFB-Pokal, sechs Mal im Liga-Pokal). Der Südschlager ist dabei ein echter Zuschauermagnet: In den bisherigen Bundesliga-Duellen strömten 6.270.778 Zuschauer - etwa 55.550 im Schnitt. Das ist ein Bundesliga-Rekord.

In unserer Bildergalerie blicken wir noch einmal auf besonders spannende Duelle zurück:

Schoss im Trikot des VfB Stuttgart das "Tor des Jahrzehnts": Jürgen Klinsmann am 14. November 1987 beim 3:0-Heimsieg gegen den FC Bayern.
14.11.1987: Am 16. Spieltag der Saison 1987/88 gewann der VfB Stuttgart vor rund 70.000 Zuschauern im Neckarstadion mit 3:0 gegen den FC Bayern. Unvergessen: Jürgen Klinsmanns Tor per Fallrückzieher. Der Treffer wurde später zum Tor des Jahrzehnts gewählt. "Das Tor war Weltklasse, von der Entstehung bis zur Exekution“, sagte der damalige DFB-Teamchef Franz Beckenbauer. Bild in Detailansicht öffnen
Karl Allgöwer (Mitte) und seine Stuttgarert gewannen am 09. November 1989 ihr bis heute einziges DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern.
09.11.1989: An diesem geschichtsträchtigen Tag spielte der VfB im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München. Vor rund 68.000 Fans im Neckarstadion schossen Fritz Walter (zwei Tore) und Jürgen Hartmann die Schwaben zu einem 3:0-Sieg, dem ersten und bis heute einzigen DFB-Pokal-Erfolg des VfB gegen die Bayern. Und doch war dieses Erfolgserlebnis an diesem Abend zweitrangig. 500 Kilometer entfernt in Berlin fiel die Mauer. Der 09. November 1989 ging in die Geschichtsbücher ein. Bild in Detailansicht öffnen
So heiß umkämpft wie der 5:3-Sieg des FC Bayern über den VfB Stuttgart waren am 28. Oktober 1995 auch die Zweikämpfe zwischen Markus Babbel (links) von den Münchnern und Giovane Elber (rechts) von den Stuttgartern.
28.10.1995: Am 11. Spieltag der Saison 1995/96 lieferten sich der VfB und der FCB einen heftigen Schlagabtausch. Nachdem Thomas Strunz, Alexander Zickler und Mehmet Scholl die Münchner mit 3:0 in Führung gebracht hatten, gelangen den Stuttgartern drei Tore in gerade einmal sieben Minuten. Neben Axel Kruse traf Giovane Elber doppelt. Etwas zählbares konnten die Schwaben von Trainer Rolf Fringer aber trotzdem nicht aus München entführen: Zickler und Scholl erhöhten auf den 5:3-Endstand. Bild in Detailansicht öffnen
Cacau war 2007 einer der Meisterhelden des VfB Stuttgart. Auch gegen den FC Bayern traf er doppelt.
21.04.2007: Der VfB Stuttgart empfing an diesem 30. Spieltag als Tabellendritter den viertplatzierten FCB. Das Gottlieb-Daimler-Stadion: ausverkauft. Die Jungen Wilden spielten sehenswerten Offensivfußball. Und es war einmal mehr Stürmerstar Cacau, der den Unterschied machte. In der 23. Minute köpfte er die 1:0-Führung für die Schwaben, zwei Minuten später erhöhte er per Rechtsschuss auf 2:0 - zugleich der Endstand. Vier Wochen später holte sich der VfB sensationell den fünften Meistertitel. Bild in Detailansicht öffnen
Serdar Tasci (links) und seine Stuttgarter Kollegen verloren das DFB-Pokalfinale 2013 gegen Arjen Robben (rechts) und seine Bayern.
01.06.2013: Das letzte DFB-Pokalfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern im Mai 1986 gewannen die Münchner deutlich mit 5:2. Auch die Neuauflage dieses Endspiels im Juni 2013 entschieden die Bayern für sich – wenn auch etwas knapper. Nachdem der VfB mit 0:3 (Doppelpack vom Ex-Stuttgarter Mario Gomez) in Rückstand geraten war, gelang den Jungs von Trainer Bruno Labbadia durch zwei Treffer von Martin Harnik der Anschluss. Für mehr reichte es trotz guter Chancen aber nicht. Bild in Detailansicht öffnen
Gegen Daniel Ginczek (Mitte) und seine Teamkollegen hatten die Bayern am letzten Spieltag der Saison 201718 keine Chance.
12.05.2018: Für die Münchner war an diesem 34. Spieltag der Saison 2017/18 eigentlich alles angerichtet: Schon vor Wochen hatte der FCB die sechste Meisterschaft in Folge klargemacht. Gegen den VfB galt es nun zu siegen, um anschließend den 28. Titel feiern zu können. Das Spiel verlief jedoch anders als geplant: Die Gäste aus Stuttgart fertigten die Bayern dank der Tore von Daniel Ginczek, Anastasios Donis und Chadrac Akolo mit 4:1 ab. Der VfB krönte mit dem Sieg eine starke Rückrunde unter Trainer Tayfun Korkut. Bild in Detailansicht öffnen
Woo-Yeong Jeong für den VfB Stuttgart mit dem 2:1 in der 83. Minute gegen Bayern
04.05.2024: Es war der 32. Spieltag. Die Stuttgarter empfingen als Tabellendritter den Tabellenzweiten aus München. Der VfB ging durch einen Treffer von Leonidas Stergiou in Führung. In der 37. Minute kamen die Münchner durch einen Foulelfmeter allerdings zum Ausgleich. Woo-Yeong Jeong traf in der 83. Minute per Kopf zum 2:1 und Silas machte dann in der 93. Minute alles klar. Der VfB Stuttgart gewann das erste Mal seit Mai 2018 gegen die Bayern und landete am 34. Spieltag sogar vor den Bayern in der Tabelle. Dies gelang zuletzt in der Saison 2006/07. Bild in Detailansicht öffnen
Franz-Beckenbauer-Supercup, Saison 2025-2026, VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen Bild: Torchance Nick WOLTEMADE
Die letzte Pflichtspielpartie der beiden Klubs: Am 16.08.2025 standen sich der VfB und der FC Bayern im Franz-Beckenbauer-Supercup gegenüber. Die Bayern konnten das Spiel mit 2:1 für sich entscheiden und gewann so den ersten Titel der Saison. Bei den Schwaben stand damals noch Nick Woltemade in der Startelf, der im Sommer eigentlich zu den Bayern wechseln sollte. Statt nach München wechselte Woltemade aber zu Newcastle United. Bild in Detailansicht öffnen

Diese Spieler trugen schon beide Trikots

Neben zahlreichen Spielen gab und gibt es auch viele Profis, die für beide Vereine die Fußballschuhe schnürten. Fünf von ihnen stehen aktuell im Aufgebot beider Klubs:

Serge Gnabry und Joshua Kimmich bejubeln einen Treffer des FC Bayern München
Serge Gnabry (links) und Joshua Kimmich trugen in der Jugend das Trikot des VfB Stuttgart. Für die Profimannschaft der Schwaben liefen sie allerdings nie auf. Dafür zählen sie beim FC Bayern München mittlerweile zu den absoluten Leistungsträgern. SWR Sport stellt acht weitere Spieler vor, die sowohl für den FC Bayern als auch den VfB Stuttgart am Ball waren. Bild in Detailansicht öffnen
Jürgen Klinsmann jubelt über einen Treffer im VfB-Trikot
Jürgen Klinsmann spielte von 1984 bis 1989 beim VfB Stuttgart und erzielte in dieser Zeit 94 Tore in 186 Spielen. Unvergessen bleibt sein Fallrückzieher-Tor aus der Saison 1987/88 beim 3:0-Sieg gegen den FC Bayern München. Die Bayern sicherten sich seine Dienste von 1995 bis 1997. Seiner Torquote blieb der gebürtige Göppinger treu: In 84 Spielen erzielte er 48 Tore. Bild in Detailansicht öffnen
Mario Gomez behauptet den Ball gegen Thiago
In der Saison 2004/05 schaffte Torjäger Mario Gomez (links) den Sprung aus der VfB-Jugend in den Profi-Kader. Dort erzielte er Tore wie am Fließband. Die Bayern kauften ihn daher zur Saison 2009/10 für ca. 30. Mio Euro. Dort blieb Gomez bis 2013 und erzielte in 174 Spielen 113 Tore. Über Umwege landete er dann 2018 wieder beim VfB und beendete dort im Sommer 2020 seine Karriere. Insgesamt lief er in 230 Spielen (110 Tore) für Stuttgart auf. Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Lahm im Trikot des VfB Stuttgart
Philipp Lahm wurde mit den Bayern Triple-Sieger, insgesamt achtmal Deutscher Meister und sechsmal DFB-Pokalsieger. Doch seine ersten Bundesliga-Minuten sammelte er beim VfB. Die Bayern liehen ihn von 2003 bis 2005 nach Stuttgart aus. Für die Schwaben absolvierte 71 Spiele (3 Tore). Bild in Detailansicht öffnen
Giovane Elber mit dem DFB-Pokal in der Hand
Giovane Élber kam 1994 zum VfB Stuttgart und wurde mit den Schwaben 1997 DFB-Pokalsieger. In 96 Spielen erzielte er 44 Tore, woraufhin es auch ihn in die bayerische Landeshauptstadt zog. Bei den Bayern erzielte er in sechs Jahren (1997-2003) 140 Tore in 266 Einsätzen. Bild in Detailansicht öffnen
Trainer Felix Magath (Stuttgart) als konzentrierter Beobachter
Von 2001 bis 2004 war Felix Magath Trainer des VfB Stuttgart. Es war die Zeit der "Jungen Wilden" mit Kevin Kuranyi, Timo Hildebrand oder Aljaksandr Hleb beim VfB Stuttgart. 2003 gewannen die Stuttgarter unter Felix Magath sensationell mit 2:1 gegen Manchester United. 2004 zog Magath dann weiter zum FC Bayern. In München holte Felix Magath zweimal das Double (Meisterschaft und Pokalsieg). Anfang 2007 wurde Magath bei den Bayern entlassen. Bild in Detailansicht öffnen
Markus Babbel verteidigt den Ball gegen Roy Maakay
Innenverteidiger Markus Babbel durchlief sämtliche Jugendmannschaften des FC Bayern München und brachte es zwischen 1991 und 2000 auf 261 Spiele (17 Tore) für die Bayern. Zur Saison 2004/2005 landete er dann schließlich beim VfB Stuttgart. Nach 63 Einsätzen (2 Spiele) beendete er 2007 seine Spielerkarriere. Zwischen 2008 und 2009 kehrte er als Trainer nochmals nach Stuttgart zurück. Bild in Detailansicht öffnen
Dieter Hoeneß bekommt einen Verband um seine Platzwunde am Kopf
Dieter Hoeneß machte sich mit seinem "Turban-Kopfballtor" im DFB-Pokalfinale 1982 unsterblich bei den Bayern-Fans. Doch seine ersten Schritte im Profibereich machte er beim VfB Stuttgart. Zwischen 1975 und 1979 ging er in Cannstatt auf Torejagd. Nach 116 Spielen und 57 Toren zog es ihn dann nach München. Bild in Detailansicht öffnen
Holger Badstuber im VfB-Trikot
Bereits in der Jugend lief Holger Badstuber sowohl für den VfB, als auch für den FCB auf. Zwischen 2009 und 2017 trug er dann in 177 Spielen (zwei Tore) das Trikot der Bayern-Profis. Über Schalke 04 landete er im Sommer 2017 dann wieder in Stuttgart. Nach seinem Wechsel zum FC Luzern beendete Badstuber seine Karriere 2021. Bild in Detailansicht öffnen
Benjamin Pavard mit der Champions League-Trophäe
Und: Benjamin Pavard: Zur Saison 2019/20 tauschte er Brustring gegen Lederhose. Ein Wechsel der sich gelohnt hat: In seiner ersten Saison mit dem FC Bayern holte er direkt das "Triple". Für den VfB Stuttgart stand Pavard zwischen 2016 und 2019 in 88 Spielen (zwei Tore) auf dem Platz. Bild in Detailansicht öffnen
Alexander Nübel
Alexander Nübel wechselte 2023 auf Leihbasis vom FC Bayern zum VfB Stuttgart. Der 29-Jährige Torhüter war 2020 mit großen Ambitionen vom FC Schalke 04 nach München gewechselt, konnte Manuel Neuer aber nicht als Nummer eins angreifen. Sein aktueller Leihvertrag läuft in Stuttgart noch bis Sommer 2026. Bild in Detailansicht öffnen
IMAGO  Ulrich Wagner
Hiroki Ito wechselte im Sommer 2024 von Stuttgart nach München. Wegen zweier Mittelfußbrüche hat der Verteidiger bisher nur neun Pflichtspiele für die Bayern bestritten. Zuletzt stand er aber wieder im Kader des FC Bayern. Bild in Detailansicht öffnen
Fußball Franz Beckenbauer Supercup VfB Stuttgart - FC Bayern München am 16.08.2025 in der MHPArena in Stuttgart Angelo Stiller
Angelo Stiller spielte in der Jugend elf Jahre für den FC Bayern. Für die Profis bestritt er zwei Champions-League- und ein DFB-Pokal-Spiel. 2020 wurde Stiller mit Bayern München II Meister der 3. Liga. Trainer bei den Bayern Amateuren war damals Sebastian Hoeneß. Später spielte Stiller auch bei der TSG Hoffenheim unter Trainer Sebastian Hoeneß. Seit 2023 arbeiten Stiller und Hoeneß in Stuttgart zusammen. Bild in Detailansicht öffnen
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