Bundesliga

VfB Stuttgart lässt gegen RB Leipzig die Muskeln spielen

Der VfB Stuttgart hat gegen RB Leipzig einen wichtigen Sieg im Kampf um die Champions-League-Plätze eingefahren. Spieler des Spiels war mal wieder "Muskelmann" Deniz Undav.

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Von Autor/in Michael Richmann

Deniz Undav ließ mal wieder seine Muskeln spielen. Nach seinem Treffer zum 1:0-Sieg des VfB Stuttgart gegen RB Leipzig spannte der 29-Jährige seinen Bizeps an und flexte genüsslich in die Kameras. "Wir haben im richtigen Moment das Tor gemacht", sagte Undav im Interview mit SWR Sport. "Ich hatte das Gefühl, dass Leipzig jetzt langsam kommen wird. Und dann haben wir denen den Stecker gezogen."

Undav nutzte einen Fehlpass von RB-Keeper Maarten Vandevoordt (56.) zum Siegtor. "Alles richtig gemacht", sagte er lachend. "Das habe ich oft im Training, das hatte ich vorher in meiner Karriere auch schon, dass der Torwart auf die andere Seite springt. Also einfach nur schieben." Auch Trainer Sebastian Hoeneß war gut auf seinen Stürmer zu sprechen - nicht nur wegen des Tores: "Er hat 90 Minuten lang gefightet, wie ein Löwe, und hat hinten gut ausgeholfen. Das sind natürlich die Zeichen, die wir richtig gut gebrauchen können - aus allen teilen der Mannschaft."

VfB Stuttgart baut den Vorsprung aus

Der VfB Stuttgart steht mit 50 Punkten auf Platz vier, hat Leipzig distanziert und auch den Vorsprung auf Bayer Leverkusen (45 Punkte auf Platz sechs) ausgebaut. Hoeneß war begeistert: "Einerseits muss man nur auf die Tabelle schauen, um zu sehen, wie wichtig dieser Sieg war. Auf der anderen Seite glaube ich auch, dass der Sieg für uns als Mannschaft sehr, sehr wichtig sein kann. Es war eine Mannschaft auf dem Platz, die total committed war, die wusste, dass es heute alle Tugenden braucht - nicht nur fußballerisch fein, sondern auch mal hart und intensiv. Wir haben viele zweite Bälle und allgemein mehr Zweikämpfe gewonnen. Das war ein Sieg, der richtig gut getan hat."

Undav will trotz des Erfolgs im Schlüsselspiel nicht vorschnell feiern: "Wir haben noch ein toughes Programm. Deswegen war der Sieg sehr, sehr wichtig - auch für den Kopf. Und jetzt schauen wir, was wir in den nächsten Spielen machen. Hoffentlich schaffen wir das und kriegen den vierten Platz - vielleicht sogar den dritten." Diesbezüglich kommt es dem VfB Stuttgart entgegen, dass sich RB Leipzig und die TSG Hoffenheim am kommenden Freitag (ab 20:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) im direkten Duell gegenseitig die Punkte abnehmen. "Vielleicht patzt sogar die Konkurrenz", unkte Undav.

VfB Stuttgart richtet "alle Augen auf das Porto-Spiel"

Vorher steht für Stuttgart jedoch das Rückspiel im Achtelfinale der Europa League beim FC Porto auf dem Programm. Nach der 1:2-Niederlage im hitzigen Hinspiel müssen die Schwaben am Donnerstag (ab 21 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de) mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen, um doch noch ins Viertelfinale (am 9. und 16. April gegen Nottingham Forest oder den FC Midtjylland) zu kommen. "Da muss ich jetzt keine großen Motivationsreden schwingen. Da bin ich mir ziemlich sicher", sagte Sebastian Hoeneß. "Die Jungs haben das eine oder andere noch im Hinterkopf, und das wird alles zu gegebener Zeit herausgeholt. Aber wichtig ist auf dem Platz."

Dazwischen liegt noch die Nominierung für die Nationalmannschaft. Nachdem Bundestrainer Julian Nageslmann Deniz Undav zuletzt nicht nominiert hatte, ist das im WM-Jahr so ein bisschen ein rotes Tuch für den Nationalstürmer. Doch der hat erstmal andere Prioritäten: "Alle Augen auf das Porto-Spiel. Die Nominierung ist mir erstmal egal. Alles raushauen, weiterkommen. Wir haben noch eine Rechnung offen." Womöglich kann er dann auch in der Nationalmannschaft mal wieder seine Muskeln spielen lassen.

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Autor/in
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.