Klarer Sieg in Wolfsburg

Tomás trifft: Der VfB Stuttgart im Stil einer Spitzenmannschaft

Souveräner kann man kaum ein Fußballspiel gewinnen. Der VfB Stuttgart dominiert beim 3:0-Erfolg in Wolfsburg den Gegner und setzt sich in der Spitzengruppe der Bundesliga-Tabelle fest.

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Stand

Von Autor/in Johannes Seemüller

Nach 77 Minuten wurde er erlöst. Da holte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß seinen Stürmer Tiago Tomás vom Platz. Ausgepumpt klatschte der Spieler den Coach und die Mitspieler auf der Bank ab. Kurz zuvor lag der Portugiese noch mit Krämpfen in beiden Beinen am Boden und wurde von Betreuern behandelt. Der Offensivmann, der im Sommer für eine geschätzte Ablösesumme von elf Millionen Euro aus Wolfsburg nach Stuttgart zurückgekehrt war, hatte seine Aufstellung als einzige Sturmspitze in der Startformation gerechtfertigt.

Tiago Tomás verzichtet auf Jubelgeste

Nach 35 Minuten köpfte Tomás die Schwaben in Führung. Stiller hatte nach einer Ecke geflankt, und der 23-Jährige köpfte unbedrängt aus kürzester Distanz ein. Aus Respekt vor seiner Wolfsburger Vergangenheit verzichtete er auf einen Jubel. Die Sorge mancher VfB-Fans, nach der Fußverletzung von Ermedin Demirovic und dem noch instabilen Zustand von Deniz Undav würde eine große Lücke in der VfB-Offensive klaffen, bewahrheitete sich nicht. Tomás ist mehr als ein Lückenfüller.

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Für den Portugiesen, der weniger zentral als Demirovic agiert, war es der zweite Saisontreffer für die Schwaben. Am ersten Spieltag hatte er mit einem sehenswerten Hackentor bei Union Berlin sein erstes Tor erzielt.

Beeindruckende Dominanz des VfB Stuttgart

Beeindruckend war, mit welcher Dominanz der VfB Stuttgart in Wolfsburg agierte. Obwohl Trainer Hoeneß gegenüber dem Heidenheim-Spiel vier Personaländerungen vorgenommen hatte, erspielten sich die Schwaben ein deutliches Übergewicht. Der VfB hätte bereits bei Chancen durch Chabot und Chema in Führung gehen können; erst Tomás mit seinem Treffer agierte als Dosenöffner.

Auch am 2:0 durch Nationalspieler Maximilian Mittelstädt (55.) war Tomás beteiligt. Der schnelle Flügelspieler legte klug von der Grundlinie zurück. Über Stiller landete der Ball bei Mittelstädt, der kompromisslos abschloss. "Das war sehr gut gespielt", zeigte sich VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel zufrieden. Wolfsburg ging nun völlig unter und war nur noch um Schadensbegrenzung bemüht. Als Angelo Stiller nach einer traumhaften Kombination aus elf Metern flach einnetzte (80.), war der Deckel drauf auf dieser Partie. "Ich denke, wir haben ein erwachsenes und reifes Auswärtsspiel gezeigt und verdient gewonnen", fasste Maximilian Mittelstädt zusammen.

Hexenkessel in Istanbul in der Europa League

Die Stuttgarter setzten sich mit ihrem vierten Saisonsieg in Serie auf den Champions-League-Plätzen in der Tabelle fest. Am Donnerstag (18:45 Uhr) wartet in der Europa League das nächste Auswärtsspiel auf den VfB.

Im Stadion des Tabellen-Vierten der türkischen SüperLig Fenerbahce Istanbul dürfte die Atmosphäre dann wesentlich aufgeheizter sein als in der Wolfsburger Arena. Dort herrschte angesichts der Stuttgarter Überlegenheit über weite Strecken eine Stimmung wie bei einem Candlelight-Konzert.