Am ersten Spieltag der Saison 2024/2025 brachte Ermedin Demirovic den VfB Stuttgart beim SC Freiburg durch einen spektakulären Seitfallzieher früh in Führung, doch die Breisgauer rangen den damaligen Vizemeister nach einer kämpferischen Glanzleistung noch mit 3:1 nieder. Am dritten Spieltag der aktuellen Saison hat sich die Geschichte wiederholt: Wieder brachte Demirovic den VfB mit einem Traumtor in Führung - diesmal per Hacke. Wieder ließ sich Stuttgart das Spiel aus der Hand nehmen. Wieder hieß es am Ende 3:1 für den Sport-Club, der das Spiel in der Schlussphase dank seiner Joker drehte.
Sport-Club feiert ersten Saisonsieg Zwei Joker drehen für Freiburg das BW-Duell gegen Stuttgart
Der SC Freiburg hat ein am Ende wildes Baden-Württemberg-Duell gegen den VfB Stuttgart gewonnen und einen kompletten Fehlstart in die Saison noch abgewandt. Für den Freiburger Sieg sorgten zwei Joker.
Bis zur 81. Minute hatte der VfB in Freiburg geführt - und dennoch verdient verloren. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß agierte nämlich viel zu passiv, zu behäbig und zu ideenlos. Es gab gegen den anrennenden Sport-Club kaum noch Entlastung, konstruktives Offensivspiel fehlte im zweiten Durchgang völlig. Die Mängelliste also war lang - und dementsprechend war die Stimmung bei den Schwaben.
Sebastian Hoeneß: "Die Tore dürfen in dieser Form nicht fallen"
"Wir sind oftmals nicht über Ansätze hinausgekommen. So lässt du dann die Chance offen, dass sich das Spiel noch in eine andere Richtung entwickelt", kritisierte Coach Hoeneß, dem auch die Gegentreffer und ihre Entstehung nicht passten: "Das war unnötig, die Tore dürfen in dieser Form nicht fallen."
Ermedin Demirovic: "Hatte nicht das Gefühl, dass wir das Spiel noch hergeben"
Torschütze Demirovic indes hatte ebenfalls ein Déjà-vu. "Wir haben solche Situationen in der Vergangenheit bereits erlebt", monierte er und spielte damit auf die vergangene Rückrunde an, als der VfB unter anderem sechs Heimspiele in Folge verlor - oftmals nach eigener Führung - und von Platz vier auf neun abstürzte. "Wir müssen energischer ins Pressing gehen und den Gegner stören", sagte der Bosnier. Man habe Freiburg zu sehr gewähren lassen, so Demirovic.
Trotzdem hatte der Stürmer, der beim Stand von 1:0 für seine Mannschaft ausgewechselt worden war, nicht damit gerechnet, dass Freiburg das Spiel noch dreht. "Bis in die Schlussphase haben wir sehr gut verteidigt und ich hatte nicht das Gefühl, dass wir das Spiel noch hergeben. Daher tut das Ergebnis extrem weh", sagte er.
Atakan Karazor. "Wir haben zu wenig für Entlastung gesorgt"
Ähnlich sah es VfB-Kapitän Atakan Karazor. "Wir haben bis zur 81. Minute sehr gut verteidigt, alle Standards vom Tor weggehalten und alle Kopfballduelle gewonnen", analysierte der Mittelfeldspieler. "Was man uns vorhalten kann, ist, dass wir zu wenig für Entlastung gesorgt haben. Am Ende kippt das Spiel, weil wir nicht mehr gut verteidigen und die Basics nicht mehr auf den Platz bekommen."
Zu einfach dürfen es sich die VfB-Profis aber auch nicht machen, denn gegen einen angeschlagenen Gegner - Freiburg hatte die ersten beiden Partien der neuen Spielzeit verloren - wäre ein anderes, ein mutigeres Auftreten angebracht gewesen. Erst recht angesichts der frühen Führung.
VfB Stuttgart hat noch viel Luft nach oben
Doch für die Stuttgarter läuft es in der neuen Spielzeit noch nicht rund. Weder im Supercup gegen die Bayern (1:2) noch bei Union Berlin (1:2), im Pokal gegen Braunschweig (12:11 im Elfmeterschießen) noch beim 1:0-Erfolg des VfB gegen Borussia Mönchengladbach lief der VfB-Offensivmotor rund. Dazu kommen immer wieder Aussetzer in der Defensive.
"Gegen St. Pauli wollen wir es definitiv besser machen"
Es wartet also viel Arbeit - und die Chance zur sportlichen Rehabilitation hat der VfB Stuttgart am nächsten Freitag (20:30 Uhr). Dann reist der FC St. Pauli zu den Schwaben, die einen Sieg benötigen, um nicht schon frühzeitig den Anschluss nach oben in der Tabelle zu verlieren. Coach Hoeneß weiß, was sein Team dann besser machen muss. "Wir müssen mutiger spielen und mehr in Laufwege investieren. Das sind die Dinge, die uns stark machen und die wir wieder rausarbeiten müssen", sagte er. "Gegen St. Pauli wollen wir es definitiv besser machen."