Kein Heimsieg gegen Werder

"Bisschen schläfrig" - VfB Stuttgart rotiert kräftig durch und lässt Punkte liegen

Der VfB Stuttgart geht mit viel neuem Personal ins Spiel gegen Werder Bremen und muss sich mit einem Punkt begnügen. Die Schwaben sind enttäuscht, an der guten Ausgangslage ändert das aber nichts.

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Stand

Von Autor/in Michi Glang

Der VfB Stuttgart hat sich am 31. Spieltag der Bundesliga 1:1 (0:1) von Werder Bremen getrennt. Die Schwaben verteidigen damit Rang vier, im Kampf um die Champions-League-Teilnahme könnten die beiden verlorenen Punkte aber noch wehtun.

"Ich glaube, das ist klar: Zuhause gegen Bremen willst du gewinnen - wohlwissend, dass sie mit einem guten Gefühl kamen nach dem Heimsieg gegen den HSV", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß im Sportschau-Interview. "Einerseits sind wir enttäuscht über das Resultat, andererseits müssen wir auch positiv nach vorne blicken. Wir haben einen Punkt geholt, was nicht einfach ist, wenn du in Rückstand lagst."

Denn die Schwaben rannten lange dem 0:1 durch Jens Stage hinterher. Erst Joker Ermedin Demirovic erzielte im zweiten Abschnitt den ersehnten Ausgleich. Der VfB rotierte im Vergleich zum Halbfinal-Triumph im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg kräftig durch. Matchwinner Tiago Tomas durfte ebenso von Beginn an ran wie Chema, Lorenz Assignon, Bilal El Khannouss und Luca Jaquez. Dazu feierte Dan-Axel Zagadou nach monatelanger Verletzungspause etwas überraschend sein Comeback.

Viele Wechsel in der Startelf des VfB Stuttgart

"Kürzer geht es kaum", sagte Hoeneß über die Pause der Schwaben zwischen den Spielen und die Beweggründe für die vielen Wechsel. "Wir haben am Donnerstagabend gespielt und heute wieder als erste Mannschaft", so Hoeneß. "Ich glaube, keiner von uns war vor zwei oder drei Uhr im Bett." Zur Müdigkeit kamen noch einige Blessuren, die die Stuttgarter plagten. Nicht zuletzt deshalb stand mehr als eine halbe neue Startelf auf dem Rasen.

Das bekam dem Auftritt der Schwaben anfangs nicht gut. Der VfB bekam das Geschehen gegen die abstiegsbedrohten Gäste in den ersten 20 Minuten nicht so recht in den Griff. Die Bremer Führung durch Stage bestätigte diesen Eindruck (18. Minute). Zwei einfache Pässe reichten aus, um die Abwehr der Schwaben so weit auszuspielen, dass der Däne platziert ins lange Eck abschließen konnte.

"Wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass es so ein bisschen träge angefangen hat und ein bisschen schläfrig war in den ersten 20, 30 Minuten. Am Ende nehmen wir den Punkt mit, wir haben immer noch alles in der eigenen Hand", sagte Torschütze Demirovic.

Demirovic gleicht für den VfB aus

Im Anschluss zeigten die Stuttgarter eine starke Reaktion und drängten auf den Ausgleich, gingen aber dennoch mit dem knappen Rückstand in die Pause. Hoeneß reagierte und brachte zur Pause Ramon Hendriks für Zagadou. Der Druck des VfB nahm nun minütlich zu, ein Treffer gelang den Gastgebern aber vorerst nicht.

Zeit für Hoeneß, noch einmal von der Bank nachzulegen. Mit Ermedin Demirovic und Chris Führich kamen zwei weitere arrivierte Offensivkräfte. Und einer der Joker stach direkt: El Khannouss bediente Demirovic und der Bosnier köpfte aus kurzer Distanz ein. Sie starke Bank des VfB zahlte sich einmal mehr aus.

"Gegen Freiburg kam Tiago rein und macht das Tor in der 119. Minute, heute komme ich rein und mache das Tor. Die Qualität haben wir im Kader, das wissen wir. Wir müssen das einfach weiter so nutzen, dass jeder Spieler wichtig ist - egal, ob er von Anfang an spielt oder reinkommt", sagte Demirovic. Die Stuttgarter drückten die Gäste weiter in die Defensive, erarbeiteten sich auch Chancen, die große Wucht des Pokal-Auftritts gegen den SC Freiburg konnten die Schwaben aber nicht entfachen. Damit mussten sich die Gastgeber nach 90 Minuten mit einem Punkt begnügen.

VfB Stuttgart weiter mit sehr guter Ausgangslage

Immerhin: Damit belegt der VfB weiter Platz vier vor der TSG Hoffenheim, die sich am Samstagabend mit 2:1 beim Hamburger SV durchgesetzt hatte. Am kommenden Samstag (15:30 Uhr) treffen die beiden punktgleichen Kontrahenten im direkten Duell aufeinander.

"Wir gehen in die letzten drei Spiele rein, alles Top-Spiele - und wir haben eine gute Ausgangslage. Das ändert nichts an der Gesamtsituation", sagte Demirovic. Nach dem Spiel bei der TSG warten noch die Partien gegen Bayer Leverkusen und bei Eintracht Frankfurt.

Trainer Hoeneß wollte die Enttäuschung über die beiden verloren Punkte gegen Werder zwar noch nicht ganz abschütteln, richtete den Blick aber auch schon auf die Partie gegen Hoffenheim. "Jetzt geht es um die Champions League", sagte der Trainer. "Ich freue mich drauf, mich auf die TSG vorzubereiten. Und dann haben wir dort ein richtig heißes Spiel."

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Michi Glang
Michi Glang
Das Interview führte
Michael Bollenbacher