Der VfB und die vermeintlich Kleinen, es ist in den letzten Wochen keine Erfolgsgeschichte für die Schwaben. Nur gegen den VfL Wolfsburg gelang der Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß ein klarer Sieg (4:0). Ansonsten ließen die Schwaben eine Menge liegen. Mit dem 1:2 beim FC St. Pauli, dem 3:3 beim 1. FC Heidenheim und nun dem 2:2 bei den 05ern haben die Stuttgarter fünf Punkte gegen den Tabellen-14., -15., -17. und -18. der Bundesliga geholt - zu wenig für den Anspruch des Pokalsiegers.
"Wir wollen gegen jeden Gegner gewinnen. Da spielt es keine Rolle, auf welche Mannschaft wir treffen. Natürlich sieht das jetzt so aus, dass wir gegen die unteren nicht gewonnen haben", sagte Ermedin Demirovic. "Ich glaube, dass wir immer wieder unsere Momente gehabt haben. Aber am Ende tut es einfach weh, dass du jetzt auf Pauli oder gegen Mainz nicht gewinnen konntest."
Sebastian Hoeneß: "Phänomen, das man nicht nur bei uns sieht"
Auffällig ist, dass sich der VfB vor allem auswärts gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte schwer tut. Wolfsburg wurde in der heimischen Arena dagegen deutlich geschlagen.
"Absolut, es ist die Endphase, da geht es für diese Mannschaften um alles. Ich glaube, das ist ein Phänomen, das man nicht nur bei uns sieht, sondern auch bei anderen Teams", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. "Man sollte nicht den Fehler machen, zu denken, dass diese Spiele leicht sind. Urs Fischer hat hier auch richtig was verändert, es ist eine ganz neue Energie. Es war immer schwer, in Mainz zu spielen - vor allem, wenn sie mental in einer so guten Verfassung sind."
Stuttgart lässt spät den Dreier liegen
Dennoch ging Hoeneß mit einem "komischen Gefühl" aus dem Spiel. Denn zuvor hatten die Stuttgarter eine seltsame Leistung auf den Platz gebracht. Nach einer starken Anfangsphase, in der es auch Möglichkeiten zur Führung gab, verloren die Schwaben völlig den Faden und steuerten mit einem lethargischen Auftritt in Richtung Auswärtsniederlage. "Da laden wir Mainz ein bisschen dazu ein, mit zu vielen einfachen Ballverlusten", sagte Demirovic. "Dann kommt das Stadion, dann kommt die Mannschaft. Dann haben sie immer wieder den Fuß dazwischen, wenn wir Chancen haben."
Erst der Doppelschlag aus heiterem Himmel in der zweiten Halbzeit, als Demirovic (76.) und Deniz Undav (77.) die Mainzer Führung durch Jae-sung Lee aus der 39. Minute drehten, sorgte für eine stabilere und aufmerksamere VfB-Mannschaft. Dass Mainz in der Nachspielzeit durch Danny da Costas Abstauber noch einen Punkt rettete, war jedoch mehr als verdient. Noch mehr: Nach dem Spielverlauf und dem Chancenverhältnis hätte der Sieger an diesem Samstagnachmittag eigentlich Mainz 05 heißen müssen.
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So steht am Ende ein Punkt für den VfB, von dem wohl erst am Saisonende klar sein wird, wie viel er im Kampf um die Champions-League-Plätze wert ist. Klar ist: Hoeneß hätte liebend gerne "den dreckigen Sieg" mitgenommen, wenngleich er auch "nicht verdient gewesen wäre". Die Konkurrenz aus Leipzig und Hoffenheim feierte am Samstag Erfolge, Leverkusen holte in Freiburg einen Punkt. Damit hat der VfB zumindest Platz vier verteidigt, der nach 34 Spieltagen definitiv zum Einzug in die Königsklasse reichen würde.
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Demirovic will "locker bleiben"
Bevor es für den VfB in der Bundesliga weitergeht, steht am kommenden Donnerstag das Hinspiel im Achtelfinale in der Europa League auf dem Programm, der VfB empfängt den FC Porto (18:45 Uhr / live im Audiostream auf swr.de/sport). Am Sonntag drauf (15.03.2026) wartet dann ein Duell gegen einen direkten Konkurrenten, nämlich das Heimspiel gegen RB Leipzig (19:30 Uhr).
Am Weg der Stuttgarter zweifelt Demirovic trotz des verlorenen Punktes in Mainz vor den entscheidenden Wochen nicht. "Ich glaube, wir müssen gar nichts machen. Einfach ackern, gut trainieren, Frische rein bekommen und locker bleiben", sagte der Bosnier. "Wenn wir locker bleiben, haben wir die besten Spiele gemacht."