Der VfB Stuttgart hat das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg mit 2:1 (1:1, 0:1) gewonnen und darf weiter von der Titelverteidigung träumen. Maximilian Eggestein brachte die Gäste in Führung (28.), Deniz Undav glich in der 70. Minute aus. Tiago Tomas traf spät in der Verlängerung per Traumtor zum Siegtreffer (119.).
"Das fühlt sich natürlich gut an nach so einem berauschenden Spiel", sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach dem Abpfiff. "Ich glaube, man hat gesehen, dass beiden Mannschaften die Bedeutung des Spiels bewusst war." Auf Freiburger Seite herrschte dagegen Frust. "Stuttgart hat viele Chancen gehabt, viele Hochkaräter auch. Da haben wir ein paar Mal Glück gehabt. Aber wenn du so dicht dran bist, dann ist es extrem bitter", sagte Lucas Höler.
Schiedsrichter Tobias Welz pfiff die Partie einige Minuten später an, weil durch das Abbrennen von Pyrotechnik dichter Rauch durch die stimmungsvolle Stuttgarter Arena waberte. In ausgeglichenen Anfangsminuten suchten beide Teams den Weg in die Offensive, gelungene Angriffsaktionen blieben aber zunächst aus. Deniz Undav setzte eine erste Duftmarke, sein 25-Meter-Schuss war aber ein ganzes Stück zu hoch angesetzt (7.). Nach einer knappen Viertelstunde wurde es dann hitzig: Jamie Leweling wurde auf Höhe der Mittellinie angespielt und von Jordy Makengo rustikal abgeräumt, zudem gerieten Johan Manzambi und Undav aneinander. Eine kleine Rudelbildung war die Folge, Makengo sah die Gelbe Karte.
Eggestein staubt zur Freiburger Führung ab
Die erste gute Gelegenheit hatte der Sport-Club. Vincenzo Grifo bediente im Zentrum Maximilian Eggestein, der von Angelo Stiller ins Straucheln gebracht wurde und trotzdem abschließen konnte - VfB-Keeper Alexander Nübel war zur Stelle (17.). Die Forderung der Freiburger nach einem Elfmeter verhallte ungehört. Nach einer knappen halben Stunde machte der VfB den Gästen dann ein Geschenk, das sie dankend annahmen. Angelo Stiller wollte einen von den Freiburgern geklärten Ball von der Mittellinie zu Nübel zurückspielen, doch der Keeper war weit aus seinem Tor gerückt und erreichte den Ball nicht - Ecke. Diese nutze der Sport-Club zur Führung. Matthias Ginter köpfte das Spielgerät in Richtung Tor, wo Eggestein eiskalt abstaubte.
Der VfB war nun gefordert, tat sich aber vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann lange sehr schwer, sich gegen die von Ginter stark organisierte Defensive der Freiburger in Szene zu setzen. Erst in der 40. Minute kamen die Schwaben zur ersten echten Chance. Nach einem hohen Ballgewinn von Stiller bediente Undav am Elfmeterpunkt Ermedin Demirovic, der den Ball knapp über die Latte wuchtete (40.). Eine Minute später traf der Angreifer eine Hereingabe per Hacke nicht richtig. Kurz vor der Pause strich ein Linksschuss von Leweling nur knapp am langen Pfosten vorbei (44.). Fast mit dem Pausenpfiff bot sich Undav die Chance zum Ausgleich, doch der Nationalspieler wurde im letzten Moment von Igor Matanovic geblockt.
Führich verpasst den Ausgleich für den VfB
Ohne Wechsel starteten beide Mannschaften in den zweiten Abschnitt. Und der VfB war sofort drin im Spiel. Leweling bediente Chris Führich, der trotz viel Freiraum zu überhastet abschloss - vorbei (48.). Im Vergleich zur Anfangsphase in der ersten Halbzeit war nun deutlich mehr Tempo drin. Auf der anderen Seite wurde Manzambis Abschluss entscheidend geblockt (51.).
Im Anschluss gelang es den Gästen, ein wenig Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Etwas aus dem Nichts dann die große Chance auf das 1:1, doch Stiller brachte den Ball aus kurzer Distanz nicht an Freiburg-Keeper Florian Müller vorbei (60.). Zwei Minuten später jubelte Stiller dann doch - aber nur kurz. Der Mittelfeldmann setzte den Ball nach Ablage exakt ins rechte Eck. Weil Demirovic zuvor im Abseits gestanden hatte, zählte der Treffer aber nicht.
Suzuki vergibt - Undav trifft
Die Begegnung war nun ein offener Schlagabtausch. Zunächst "klaute" Ginter bei einem Grifo-Freistoß gleich zwei besser postierten Mitspielern den Ball (65.). Dann vergab Yuito Suzuki die große Möglichkeit zum 2:0, als sein Schuss im letzten Moment von Ramon Hendriks geblockt wurde. Beim folgenden Konter trieb der eingewechselte Bilal El Khannouss den Ball übers halbe Feld und bediente Undav, der aus halbrechter Position trocken zum Ausgleich einschoss.
Das Momentum lag nun beim VfB. Immer wieder kurbelte El Khannouss das Spiel der Schwaben an, während sich die Freiburger nicht mehr allzu häufig in der Offensive zeigten. In der 82. Minute dann großes Glück für die Freiburger: Undav suchte mit einem Querpass im Zentrum Demirovic, Phillipp Lienhart fälschte unglücklich ab und Keeper Müller konnte den Ball mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten lenken (82.).
Eine Minute vor dem Ende dann die selbe Kombination wie beim Ausgleich: El Khannouss auf Undav - dieses Mal aber knapp vorbei. In der Nachspielzeit schlenzte dann Führich ins lange Eck, Müller tauchte ab und rettete zur Ecke. Mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit hätte der VfB beinahe den Siegtreffer erzielt. El Khannouss düpierte Lienhart auf dem Flügel und legt für Undav ab, der freistehend zu zentral zielte, um Müller zu überwinden. Das Spiel ging in die Verlängerung.
Hölers Treffer findet keine Anerkennung
In der ersten Minute der Extrazeit spitzelte der eingewechselte Lucas Höler den Ball ins Stuttgarter Tor, wurde aber von Schiedsrichter Welz - vermutlich wegen seines Einsatzes gegen Jeff Chabot - zurückgepfiffen. Eine Fehlentscheidung, darüber waren sich SC-Trainer Schuster und Experte Bastian Schweinsteiger nach dem Spiel einig. Fünf Minuten später dann wieder der VfB. Und erneut leitete El Khannouss ein. Sein Ball erreichte Undav, der Führich mustergültig bediente, dessen Abschluss aber nur an den Pfosten klatschte. In der 104. Minute war erneut Müller zur Stelle. Mit einem Weltklasse-Reflex parierte der Freiburger Keeper gegen El Khannouss.
DFB-Pokal Freiburger Frust nach dem Pokal-Aus in Stuttgart
Nach dem Halbfinal-Aus im DFB-Pokal sorgt ein aberkannter Treffer beim SC Freiburg für viel Ärger. Sogar Stürmer Deniz Undav vom VfB Stuttgart kritisiert die Entscheidung scharf.
In der 108. Minute brannte es nach einem Eckball von Maxi Mittelstädt lichterloh im Freiburger Strafraum, doch die Defensive des Sport-Clubs konnte mit vereinten Kräften klären. Alles roch nach Elfmeterschießen, doch dann verwandelte Tiago Tomas das Stadion mit seinem Treffer in ein Tollhaus. Der Joker brachte einen Querpass von Badredine Bouanani mit der Hacke im Freiburger Tor unter. Es war letztlich der Treffer, der den VfB erneut ins Finale führte.
SC Freiburg vor der nächsten Englischen Woche
Im Endspiel wartet mit dem FC Bayern die überragenden Mannschaft der Saison auf den VfB Stuttgart. Die Münchner hatten sich am Mittwochabend mit 2:0 bei Bayer Leverkusen durchgesetzt. Das Finale in Berlin wird am 23. Mai (20 Uhr) ausgetragen.
In der Bundesliga geht es für den VfB am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen Werder Bremen weiter (15:30 Uhr). Zwei Stunden später treten die Freiburger bei Borussia Dortmund an. In der nächsten Woche steht dann das Hinspiel im Halbfinale der Europa League bei Sporting Braga für die Südbadener auf dem Programm (30. April, 21 Uhr).