Meinung

WM 2026: Neuers Rückkehr raubt Baumann einen verdienten Traum

Was sich zuletzt angedeutet hat, steht nun fest: Julian Nagelsmann holt Manuel Neuer ins DFB-Team zurück und macht ihn bei der WM zur Nummer 1. Für Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim eine extrem bittere Nachricht, findet SWR-Sportredakteur Michi Glang.

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Von Autor/in Michi Glang

Allen Beteuerungen der letzten Wochen und Monate zum Trotz steht Manuel Neuer doch im WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft. Nachdem der 40-Jährige zuletzt schon seinen Vertrag beim FC Bayern verlängert hatte, soll er nun den Kasten bei der WM 2026 hüten. So will es Bundestrainer Julian Nagelsmann, so will es Neuer.

Für Hoffenheims Oliver Baumann platzt damit der Traum, mit 35 Jahren erstmals als Stammkeeper in ein großes Turnier zu gehen. Dabei hat der Schlussmann weder bei der TSG Hoffenheim noch im DFB-Team Schwächen gezeigt. Im Gegenteil: Mit guten bis sehr guten Leistungen war er einer der Garanten für eine erfolgreiche Saison im Kraichgau. Auch im Trikot der Nationalmannschaft zeigte Baumann durchgehend stabile Leistungen.  

Manuel Neuers überragender Abend im Bernabeu 

Doch Neuers Aura ist letztlich (noch) zu groß, als dass zum ersten Mal seit 2008 ein anderer Keeper bei einer EM oder WM im deutschen Tor stehen könnte. Ausgangspunkt der Debatte um ein Neuer-Comeback war seine fantastische Leistung beim Champions-League-Spiel bei Real Madrid.

Auch immer wieder Patzer

Experten, Ex-Spieler, immer mehr stimmten in den Chor mit ein, dass Neuer doch zurückgeholt werden solle oder müsse. Dabei leistete sich der 40-Jährige seitdem auch einige Patzer. Eine signifikant bessere Leistung als die von Baumann ist in den letzten Wochen nur schwerlich zu attestieren.  

Teamplayer Baumann tut alles für den Erfolg 

So hatte sich zuletzt auch TSG-Trainer Christian Ilzer für Baumann stark gemacht: "Wenn man sich seine Leistungen bei uns ansieht und die, die er in der Nationalmannschaft gebracht hat, dann hat er eine Visitenkarte abgegeben und hat zu Recht jedes Spiel in der Nationalmannschaft bestritten."

Gleichwohl läge die Entscheidung beim Bundestrainer, so Ilzer. Dass Baumann sich nun hängen lässt oder für schlechte Laune sorgt, glaubt er nicht. Baumann habe sich seine Rolle im DFB-Team erarbeitet: "Egal, wie Julian Nagelsmann diese Rolle definiert, Oli wird sie zu hundert Prozent perfekt ausüben", sagte Ilzer.  

Baumann - ganz Teamplayer - wird die Rolle als Ersatzkeeper annehmen und alles für den Erfolg des DFB-Teams geben. Dass er sich den Traum vom Stammkeeper bei einem großen Turnier nicht erfüllen kann, wird ihn aber schmerzen - und das ist nur allzu verständlich. Baumann hätte sich die Rolle als Nummer 1 verdient gehabt. Und sie wäre nach dieser Saison auch mehr als berechtigt gewesen.

Stuttgart

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Michi Glang
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